15 Hbb. 4. Grabhügel bei Friedigerode, im ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut (Nach einer Aufnahme von lebt die alte Überlieferung in einer Sage fort, die uns von dem Lartarinsgrabe erzählt. Beiden Denkmälern, dem Züschencr und dem Gudensberger Grab, kommen in ihrer Wucht nur die Hünengräber des Nordens gleich. Wir wol ­ len uns freuen, auch auf unserem Heimatboden zwei so ansehnliche Zeugen uralter Geschichte deutschen Bodens zu besitzen. Zn den im Bannkreis des Gudensberger Gra ­ bes liegenden Denkmalen gehört ein etwas 200 Iüeter entferntes, ebenfalls in seinen Urzustand zurückversetztes Hügelgrab. Zn den weiten hessischen Wäldern finden wir hunderte ähnlicher Grabmäler, die freilich sehr un ­ scheinbar als flache Erd- oder Steinhügel sich heute über dem Waldboden erheben und oft nur bei geduldigem Suchen als künstliche Aufschüt ­ tung auffallen. Viele dieser Hügel sind als Grabstätten bekannt geworden rmd in achtloser Weise ihres Inhaltes beraubt. Wie traurig steht nicht ein solcher verschandelter Grabhügel aus! Wenige von ihnen konnten bisher wissen ­ schaftlich untersucht werden, so daß ihr Bauplan aus dem Papier festgehalten wurde. Und nur in besonders günstigen Fällen ermöglichte die gute Erhaltung den Wiederaufbau des Grabmales in seiner ursprünglichen Gestalt. Zn dem Gudensberger Grabhügel war der Tote in einem festen Holzsarge, dessen Spuren in Erdverfärbungen gefunden wurden, ans dem ebe ­ nen Boden aufgebahrt. Uber ihn schütteten die Stammesgenossen einen Erdhügel und überdeckten ihn mit einem Steinmantel, der aus einem äuße ­ ren, acht Meter im Durchmesser haltenden Kranz von dicht nebeneinander gesetzten großen Steinen und einer losen Steindecke über der ÜÜitte des Erdhügels bestand. Rüffer-Dberaula) Man hatte dem Toten seine Waffe mitge ­ geben, einen Dolch und einen Streitmeißel von Bronze, die uns festzustellen erlauben, daß das Grab der Bronzezeit angehört und etwa 3300 Zahre alt ist. Der Inhalt des Grabes wanderte in das Landesmuseum in Kassel. Den Grab ­ hügel aber hat man wieder so aufgeschüttet, wie er vor Jahrtausenden gebaut worden war. Über dem umlaufenden, festgefügten Steinkreis hebt sich der mächtige Erdsteinhügel aus seiner Umgebung. Solcher wieveraufgebauter Grabhügel gibt es in Hessen noch mehr. Im TLinter 1929 wurde ein Bau derselben Zeitstellung im Knüll dicht am Eisenberg, auf der Donnerkaute, Gemeinde Frie- digerode, der dem Straßennenbau Oberaula— Salzberg zum Opfer zu fallen drohte, untersucht. Die Bestattung war — wie in Gudensberg — vergangen, doch sichert eine dem Toten mitgegebene Streitaxt die zeitliche Bestimmung. Der um das Grab laufende teilweise sorgfältig gebaute Stein ­ kreis konnte dank dem Entgegenkommen der Stra- ßenbauleitung auch hier erhalten werden. Er stützt den Fuß des einfachen über ihn geschütteten Erdhügels (Abb. 4). Im Sommer 1930 wurde in den Lahnbergen, südlich von Marburg, nahe dem Lichten Küppel, ein Hügelgrab untersucht, das eine Brandbestat- tnttg der älteren Hallstattzeit (um 1000 v. Chr.) barg. Auch hier bildet ein heute sichtbarer sorg ­ fältig gefügter Kreis von großen Buntsandsteinen den Rand des flachen Erdhügels, den die Forst ­ verwaltung verständnisvoll durch Bepflanzung mit Birken hervorhob. Nur in einem ganz besonders günstigen Falle konnte die Anläge offengehalten werden, so daß heute auch der innere Steinban freiliegt. Im Herbst 1932 wurde auf dem Heidelberg im