9 Karl Dörbecfter Landschaft bei Christerode finden am meisten entspricht. Zur Zeit schmückt er ein Landhaus in der IVihe von Berlin mit Wandmalereien. Aus dem Schwalmtal, mit seinen unendlich weiten Auen, wenden wir uns jetzt über Ober ­ grenzebach, dem Knüll zu. In Obergrenzebach arbeitete der Frankfurter Maler Zakob Happ (geb. 18. 8. 1862 in Frank ­ furt a. M.), ein Schüler Gustav Schönlebers in Karlsruhe, von 1894 bis Herbst 1921 sehr häu ­ fig längere Zeit. Er malte Bilder von Kindern, jungen Mädchen und alten Männern, schmückte auch mehrfach Bücher des Schulrats und Schriftstellers I. H. Schwalm, der damals Leh ­ rer in Obergrenzebach war, mit Bildern. Ungefähr zur selben Zeit malte der aus Mainz stammende Maler Karl Goebel in Ober ­ grenzebach gleichfalls eine Reihe von Figuren ­ bildern. — Zn Christerode, im südlichen Teil des Knüll- gebirges bereits in beträchtlicher Höhe in viel ­ gestaltiger und waldreicher Landschaft, der Heimat seines Vaters, malt öfters der Marbnrger Maler Karl Dörbecker (geb. 9. 10. 1879 in Märrburg) Landschaften, welche die Eigenart des Knüll- Hochlaudes in bester Weife kennzeichnen. Alles ist groß und einfach erfaßt. Von Christerode wandern wir über Haupt ­ schwenda nach dem Knüllteich. Dieser Teich, auf dessen westlicher Seite, vielleicht heute noch prachtvolle alte Hutebuchen stehen, verlor schon vor mehreren Zähren an der eigenartigen Schön ­ heit der Einsamkeit durch Errichtung einer Ju ­ gendherberge an seinen Usern. Zm vorigen Zahre wurde in seiner unmittelbaren 8Uähe ein Schulungslager eingerichtet, durch welches der Aufenthalt am westlichen Ufer des Teiches sehr erschwert worden ist. Die Landstraße, welche am westlichen Teil des Teiches vorbeiführt, ist natürlich frei geblieben. Von dieser Landstraße gehen wir in gerader Richtung ans das Knüll- löpfchen los und erblicken bald nach Ueberschrei- ten der Straße ZiegenhaimSchwarzenborn ans einer dem Knüllköpfchen vorgelagerten Höhe ein niedriges, breit hingelagertes Hans. Hier wohnt der Maler Friedrich Wilhelm Bögler geb. r8. 10.1902 in Hofgeismar) den wir nun besuchen wollen. Mit seinen auf dem Bauhaus in Wei ­ mar erworbenen Kenntnissen hat er sich im Zahre 1929 dieses ebenso schöne wie zweckmäßige Haus mit großem Arbeitsraum errichtet. Er erzählt: „Die Liebe zu ver hessischen Heimat, besonders für die vulkanische Formation des hessischen Berg- landes war auch der Grunv für meine Anst'ed- lung hier, mitten im Felsen der Basaltkuppen. Znfolgedessen ist diese hessische Landschaft das ­ jenige, was ich von jeher am liebsten gemalt habe. Durch meine verwandtschaftlichen Beziehungen Karl Lenz Vauernkopf