8 Emil Beithan Bauer mit Kuh ein eigenes Häuschen mit Malerwerkstatt baute. Auch Mons schildert das Leben der Schwälmer Bauern in all seinen Begebenheiten in Gemäl ­ den von sorgsamster Malerei und feiner Zeich ­ nung. Aus Mons' sehr umfangreichem Werk von dem Leben der Bauern und Bauernbildnifsen befindet stch ein Bild im Marburger Universi ­ täts-Museum, ein anderes in der städtischen Ga ­ lerie in Kastei. Außer Mons hat noch der Maler Drescher seinen dauernden Wohnsitz in Röllshausen, er ist zugleich N. S.-Kulturwart des Kreises Ziegenhain. Im Frühjahr 1934 verlegte auch der Maler Karl Lenz, dem wir bei dem Bericht über das heimatliche Kunstschaffen in und um Marburg schon begegneten, nebst seiner Frau, der Malerin Bertha Lenz, seine Arbeitsstätte von Erdhausen nach Röllshausen und blieb dort bis zum Herbst. Anz erfaßte mit der ihm eigenen Frische die Schwälmer Bauern in ihrer Eigenart in ebenso vortrefflicher Weise wie ihm dies bei seinen Erd ­ häuser Landsleuten gelang. Er malte eine Anzahl sehr charakteristischer Bauernbildniste, das große Bild einer Dorfstraße mit zur Kirche gehenden Bauern, einige Landschaften, und hatte auch den Mut, eine große dicke Schwälmerin in heller Arbeitskleidung, in voller Sonne, auf dem Felde stehend, zu malen, und hat damit auch diesen Typus von bisher noch nicht gemalten Schwäl- merinnen im Bilde festgehalten. Bon Frau Lenz entstanden in Röllshausen mehrere Landschaften von sehr feinem Ton. Wir verlassen nun Röllshausen, wandern an der Schwalm hinunter, über Salmshausen und kom ­ men nach Zella, wo wir den jungen Maler Heinrich Knauf, geb. 1901 in Zella, finden, der ein Sproß aus der von der Schwalm stammenden, in Deutsch ­ land weit verzweigten Familie Knauf, ist. Knauf, der sich schon als echter Schwälmer Bauernbursche viel mit Zeichnen beschäftigt hatte, gab etwa mit dem 20. Lebensjahr den bäuerlichen Beruf auf, um Maler zu weroen. Utach dem Besuch der Berliner Kunstakademie führten ihn Studienrei ­ sen nach Nbrd-Ftalien, Süd-Frankreich und mehrfach nach Paris. Eine innere Nbtwendig- keit, sich der Darstellung seiner Heimat und ihrer Menschen zu widmen, scheint bei Heinrich Knauf nicht vorzuliegen, obwohl er vorzügliche Bildnisse seiner Eltern und einiger Zellaer Dorfgenofsen, und mehrere Landschaften aus der Umgebung von Zella geschaffen hat. Bor einem Fahr mußte er das väterliche Gut übernehmen und in Folge dessen seine Zeit teilen in landwirtschaftliche und künstlerische Tätigkeit. Es ist zu hoffen, daß Knaufs große Begabung noch das Betätigungs ­ feld finden wird, das feinem künstlerischen Emp- Karl Mons Männer in der Kirche