8 mit wertvollen Einbänden versehenen Prachtstücke, so ein Messebuch, „auswendig mit einem silbernen Salvator, mit den vier Evangelisten und vielen überguldeten Sternen und silbernen Clausureien", auf der Rückseite mit fünf silbernen Rosen, ferner ein mit Silber beschlagenes Evangelienbuch mit einem silbernen und vergoldeten Salvator, mit Edelsteinen besetzt, dann Sankt Elisabeths Psalter, d. h. „ein Psalterium, daruf stehet sant Elisabeth silbern und übergolt mit vier gläsern dinglein, darin ist heiltum" ^). Unter den im Chore befindlichen Büchern werden i477 genannt 4 Antiphonare, 4 Psalter, 4 Gradualien und andere Sängerbücher, auch ein Orgelbuch, dann 3 Legenden, ein Mar- tyrologium, ein Venitebuch, ein „wörtlich brevia- rium", ein deutscher Psalter und zwei Bücher von Sankt Elisabeths Leben. Die Bibliothek wurde ständig vermehrt. So hören wir u. a., daß 1474 ein neues Hohemefsebuch auf die Feste für 32^2 Pfd. Sch. 2 Pfg. angeschafft wurde, 1501 neue gedruckte und gebundene RUessebücher für 8 Pfd. u. 2 Sch., 1516 ein „Evangelibuch genannt der Keyerberger" für 1 Pfd. 6 Sch. Bor allem sind es die Marburger Kugelherren, die für den Orden tätig find. I. I. 1505 erhalten sie 5 Gul ­ den für Schreiben und „notieren" von fünf Oua- ternen de pafstone b. virginis, 1507 21 Gulden für Schreiben eines Sängerbuches einschließlich des Einbindenö, wozu noch Pfd. 9 Sch. für den Ankauf von metallenen Buckeln in Frankfurt aus ­ gegeben werden. Ziemlich bedeutende Summen für das Schreiben von neuen Antiphonarien, 1319 63 Pfd. 6 Sch. einschließlich Einbinden und Illu ­ minieren, 1520 74 Pfd. und nochmals 70 Pfd. 8^2 Sch. Mehrfach hören wir von Ausgaben für Ketten zum Anschließen der Bücher in der Bücherei (liberie). Wenn man schließlich von dem Reichtum an Paramenten, die die Küsterei aufbewahrte, eine Vorstellung geben wollte, so müßten viele Seiten gefüllt werden. Das Inventar von 1348 enthält eine Aufzählung der einzelnen Stücke mit Angabe der Farben und der Münster, der Altäre, zu denen sie gehören, und der Festtage, an denen sie ge ­ braucht wurden. Einige von ihnen mögen hier her ­ ausgegriffen werden, wobei es allerdings der Phan ­ tasie überlassen bleiben muß, von der Farbenpracht der kostbaren, meist aus Seide und Samt bestehen ­ den und golddurchwirkten Gewänder eine Vorstel ­ lung zu gewinnen. * S. 34) Nicht zu verwechseln mit dem jetzt in Cividale befindlichen Psalter der Landgräfin Sophie, Vgl. Schmoll, die h. Elisabeth in d. bild. Kunst, 1918, S. 117. Alles Gerät, was zum Ornat und zum Schmucke der Altäre, wie überhaupt zum Ge ­ brauche beim Gottesdienste diente, wurde in den zahlreichen Schränken und Truhen in den oberen und unteren Räumen der Sakristei aufbewahrt: Hunderte von Cafeln und Chorkappen mit jedes ­ mal zwei Diakonröcken waren dort angesammelt, viele Alben, Humeralien, Stolen, Manipel und was sonst zur priesterlichen Kleidung gehört; ferner Altartücher, Corporalien mit den zugehörigen Ta ­ schen, Custodien, Kelchtücher, Kissen, Fahnen und dergleichen mehr. Am Ostertag und Christtag wird gebraucht eine rotverblümte Chorkappe von Samt mit einer blauen Perlenleiste, dazu eine Casel mit einem Perlenkreuz und rotsamtenen Diakonröcken, Pfing ­ sten und Allerheiligen eine blauseidene Casel mit einem Perlenkreuz und zwei mit goldenen Lilien besetzte Diakonröcke, wozu eine blausamtene mit einer Perlenleiste versehene Chorkappe gehört. Eine weiß-silberne mit schwarzem Samt verblümre Chorkappe mit einer goldenen perlenbestickten Leiste samt einem daran hängenden silbernen Knopf wird genannt, eine andere von violblauem Samt, die mit einer gewirkten Leiste und vielen silbernen und ver ­ goldeten Spangen verziert ist. Am Ostermontage wird eine Casel von blauem Samt mit einem ge ­ wirkten goldenen Kreuz, am OsterdienStag wieder eine andere Casel mit einem ebensolchen Kreuz, auf Kreuzeserhöhung (14. Sept.) eine solche von rotem Samt ebenfalls mit einem golddurchwirkten Kreuz getragen. Mehrere weiße Damastcaseln mit gol ­ denem Kreuz, von denen die eine an Mariä Heim ­ suchung (2. Juli) gebraucht wird, tragen das Dörnbergische Wappen. Hier können wir auch das Alter bestimmen. Sie find Geschenke des be ­ kannten Hofmeisters Hans von Dörnberg, der i. I. 1482 dem Orden „Weißes Gerät" stiftete und i. I. 1496 nochmals zwei neue Diakonröcke von schwarzem Samt schenkte. Seine beiden Frauen, die 1481 und i497 starben, sind ja in der Elisa ­ bethkirche begraben, was die beiden ihnen gewid ­ meten und im Südchor an der Westwand aufge ­ stellten Nrellograbplatten dartun. Er selbst, der gute Beziehungen zu dem Orden unterhielt, hat noch nach seinem Sturze i. I. 1500 eine dritte weiße Casel gestiftet (i. I. 1301) und ferner 20 Gulden für Lichter zu seinem eigenen Begängnis (1302). Er starb aber 1506 in der Verbannung zu Friedberg und ist wohl auch dort beerdigt. Am Sonntag Trinitatis wurde eine Casel mit goldenem Kreuz und Diakonröcke von grünem, ge ­ blümtem Samt und dazu Chorkappen von braunem Samt mit goldenen Leisten, an den beiden Io-