7 durch den genannten Goldschmied ausgebessert —, zwei große silberne Leuchter, eine große und vier andere silberne Messekannen, ferner ein silbernes Gefäßchen zum Sakrament, sechs Näpfchen von Krystall, zwei Büchsen, auf deren jeder ein Bild stand, ein silberner Apfel (um die Hände des Prie ­ sters beim Gottesdienste zu wärmen), ein Handfaß (zum Waschen der Hände) u. dgl. m. Besondere Hervorhebung verdienen sodann die verschiedenen Krucifixe aus Edelmetall, so — nach dem Inventar von 1526 — ein großes, silbernes und vergoldetes mit Edelsteinen (drei Saphiren) besetztes, ferner „ein groß kreuz auf holz genagelt, ist silbern und übergoldet", ein Kreuz mit „catze- donien" (Ehalcedonen), ebenfalls silbern und zum Teil vergoldet mit 3 vergoldeten Evangelisten, und schließlich ein vergoldetes Krucifix mit acht Tyr- kisen, „die gut sind". Das Verzeichnis von 1548 erwähnt ein kleines Doppelkrucifix mit einem silber ­ nen vergoldeten Fuß und edlen Steinen, ferner ein „ziemlich großes" Kreuz von Krystall, in Silber gefaßt und übergoldet, „allenthalben mit Heiligtum und edeln steinen" versehen, ferner ein schwarzes Kreuz mit den vier Evangelisten „und ist Heiligtum darin". Diese Reliquienkreuze stnd wohl mit dem einen oder andern der vorgenannten identisch. Groß ist die Zahl der übrigen Behältnisse für Reliquien. I. I. 1490 waren 27 Kistchen, davon zwei silberne, vorhanden, außerdem eine lange rote Büchse und fünf Laden auf dem Lettner („uff der sessien in den franken") vorhanden und neun Bil ­ der (Statuetten) mit Heiltum. Besonders er ­ wähnt das Inventar von 1548 zwei elfenbeinerne Lädlein und vier krystallene Gefäße, in Silber ge ­ faßt und übergoldet, überdies zwei kleine marmel- steinene Bilder, die vermutlich identisch sind mit den „zwei kinderchin de innocentibus mit heiltum", die in den älteren Registern vorkommen. Auch unter den dort aufgezählten „Tafeln" dienen einige zur Aufnahme von Heiltum, andere enthalten Gemälde, andere sonstige Kunstwerke. So wird 1548 eine mit Silber beschlagene und übergoldete Tafel erwähnt, auf der sich ein Ma- rienbild mit dem Kinde und viel edlem Gestein be ­ findet, ferner eine vergoldete Tafel mit einem koral ­ lenen Krucifix „mit seinen bilden" (wohl Maria und Johannes), und noch eine Tafel mit vielem edlem Gestein und vielen heiligen Reliquien. Die Beschreibung dieser letztgenannten Tafel paßt zu den kreisrunden, außen mit Knöpfen be ­ setzten hölzernen Reliquienscheiben, die, wenn auch in sehr beschädigtem Zustande, noch heute im Mu- Reliquienscheibe im Universitätsmujeum seum zu sehen sind 3 Z. Sie sind auf beiden Seiten versilbert und zeigen auf der Vorderseite Spuren von Vergoldung. Zahlreiche viereckige kleine Zellen zur Aufnahme von Reliquien sind concentrisch an ­ geordnet, ehemals anscheinend mit GlaSplättchen geschlossen. Ein größeres rundes Loch in der Mitte war gleichfalls, und zwar beiverseitig, geschlossen und wird wohl ebenfalls Heiltum enthalten haben. Am Rande der Scheiben und um die Mitte waren zahlreiche große und kleine Steine eingelassen, die aber bis auf zwei Perlmutterstückchen verschwun ­ den sind. Die Scheiben enthalten hinten eine Äse zum Aufhängen, stehen aber jetzt auf hölzernen Fußgestellen 31 32 33 ). Auffälligerweise ist der kunstgeschichtlich so wert ­ volle Reliquienschlüssel von Bronze 33 ) ebensowenig in unseren Inventaren erwähnt, wie die muster- giltig restaurierte Ledertruhe, beides jetzt besondere Zierstücke des Museums. Der Bücherschatz befand sich teils in der Küsterei, teils im Ehore, wo namentlich auch die Gesang ­ bücher in den Sängerpulten aufbewahrt wurden, 24 an der Zahl. Besonders hervorzuheben stnd die 31) Vgl. L. Bkckell, Zur Erinnerung an die Eli- sabethkkrche zu M., Marb. 188z, S. 31; W. B ü k - k 1' n g, Das Innere der Kirche der h. Elisabeth vor ihrer Restauration, Marb. 1884, S. 31. 32) Abbildung bei Le comtedeMontalembert,Seinte Elisabeth de Hongrie Tours 1878, S. 298. 33) Besprochen von Kohlhausen im Iahrb. Hessenkunst 1927, S. 39 ff.