385 Bücherschau. Knetsch, Carl. Elisabeth Charlotte v o n der Pfalz und ihre Beziehungen zu H esse n. Marburg (Elwert) 1925. 161 S., viele Porträts, 2 genealog. Tafeln. 8°. Preis geb. 5 M. Die „Liselotte" war die Tochter einer hessischen Prin ­ zessin, eine Enkelin Landgraf Wilhelms V. Ihre Mutter, die Kurfürstin Charlotte, kehrte infolge der Eheirrung mit ihrem bigamischen Gatten in ihre hessische Heimat zurück, >vo sie bei ihrem Neffen, dem Landgrafen Karl 1680 starb..'Als Kind war Liselotte zweimal in Kassel bei der Familie ihrer Mutter, und die wenigen glücklichen Tage im alten Landgrafenschlosse sind ihr unvergeßlich ge ­ blieben. Mit großer Anhänglichkeit hing sie Zeit ihres Lebens an den Kasseler Verwandten, besonders an ihrem Vereinsnachrichten. Hessischer G e s ch i ch t s v e r e i n. Der M ar - b u r g e r Verein unternahm am 17. Oktober »turn Sarnau aus eine Wanderung über Unterrosphe mit seiner aus dem 13. Jahrhundert stammenden befestigten Kirche nach Oberrosphe, wo Pfarrer Israel eingehend über die Ge ­ schichte des Dorfes und der Kirche berichtete. Starker Regen verhinderte den sodann geplanten Besuch der Mell ­ nau, so daß man von Wetter aus die Heimfahrt antrat. Am ersten Vortragsabend des K a s s e l e r Vereins am 19. Oktober sprach der Ehrenvorsitzende General Dr. Eisentraut über „Hessen zur Zeit des Regierungs ­ antrittes des Landgrafen Friedrich II.". Ausgehend von der durch Friedrichs Religiouswechsel veranlaßten Assekurationsakte schilderte er die Bemühungen Öster ­ reichs und Frankreichs, den Erbprinzen auf ihre Seite zu bringen. Dieser aber trat beim Kriegsausbruch in die preußische Armee ein. Eingehend wies Redner nach, wie es in erster Linie den verdienstvollen Bemühungen eines Hardenberg, Donop und Schliessen zu danken war, daß der so wankelmütige Fürst am preußischen Bündnis festhielt und so Hessen den Sieg der preußisch-deutschen Sache entscheiden half. Personalien. Ernannt: Hauptlehrer Buisman in Marburg zum Rektor; Leiter der Abteilung I des Polizeipräsidiums Berlin Regierungsdirektor Dr. Lehmann zum Vize ­ präsidenten der Regierung zu Kassel; Hilfsbibliothekar Dr. Struck an der Landesbibliothek zu Kassel zum Bibliotheksrat; Referendar Dr. H. Happel aus Recke ­ rode zum Gcrichtsassessor; Reichsbahndirektor Martin zu Berlin zum Direktionspräsidenten in Kassel; Tierarzt Dr. H e i n i ck aus Allendorf a. W. zum Veterinärrat in Saarburg (Bez. Trier); Tierarzt Dr. Gaul aus Hof ­ bieber zum Veterinärrat in Hersfeld; Studienassessor Dr. Müller in Hanau zum Studienrat; die Pfarrer Walther zu Solz zum Pfarrer in Niederhone, Hu ­ bach zu Hümme zum Pfarrer in Hofgeismar, F r a n ck s zu Bottendorf zum Pfarrer in Hohenrode; Pfarrer extr. Ziegler zu Walburg zum Pfarrer daselbst; die Hilfs ­ pfarrer A ß m a u n zu Olberode zum Pfarrer in Ober ­ grenzebach, S ch e f f e r zu Niederaula zum Pfarrer in Sielen; Regierungsrat K i r s ch bäum in Hersfeld zum Landrat; Regierungsobersekretär Bätzing zum Rech ­ nungsrevisor; die Lehrer II m b a ch und Winter in Fechenheim, Fett und S i p P e l in Niederzwehren zu „Hertz vielgeliebten" Vetter, dem Landgrafen Karl, und übertrug diese Liebe auch aus dessen Söhne, von denen einige sie später in Paris besuchten und freundlichste Aufnahme bei der alten Base fanden. So ergeben sich mannigfache rege Beziehungen zwischen dem Hause Hessen und der nach Paris verschlagenen Pfälzerin, die in deren umfangreichem Briefwechsel zum Ausdruck kommen. Nicht nur aus der bereits gedruckten, sondern auch aus der noch unveröffentlichten Korrespondenz hat Knetsch alles Wesent ­ liche gesammelt und daraus ein reizendes kleines, hübsch illustriertes Büchlein zusammengestellt, das nicht nur eine schätzenswerte Bereicherung der für diese Periode ziemlich armen hessischen Literatur darstellt, sondern auch als Weihnachtsgeschenk für weitere Kreise wärmste Emp ­ fehlung verdient. Ph. L. Am Unterhaltungsabend des Kasseler Vereins am 2. November gedachte Zolldirektor W o r i n g e r der ver ­ storbenen Mitglieder Generalleutnant Beß, Generalleut ­ nant Wild von Hohenborn und Superintendent D. Wisse ­ mann. Bibliotheksrat Dr. Israel berichtete über die Neuerscheinungen auf dem Gebiet der hessischen Geschichte. Studienrat Dr. Weihemann gab sodann (in zu ­ fälliger Ergänzung unseres Aussatzes) eine überaus leben ­ dige Charakteristik Konrad Widerholts, des Komman ­ danten vom Hohentwiel, den er in seiner Rücksichtslosig- losigkeit, Kühnheit, Beharrlichkeit und Verschwiegenheit als typische Verkörperung des barocken Menschen dar ­ stellte. Dr. Hallo behandelte auf Grund bisher un ­ benutzter Museumsakten verschiedene Kasseler Statuen ­ gruppen, darunter besonders sechs 1756, von Carrara nach Kassel gesandte Bronzeabgüsse. Wichtig war auch die Mitteilung, daß die bisher Andreas Schlüter zugeschrie ­ bene Bronzebüste des Landgrafen Karl im Landes ­ museum ein Werk Grupellos sei, des bekannten Schöpfers des Jan Wellem-Denkmals aus dem Marktplatz zu Düsseldorf. Konrektoren; Lehrer Szovinski in Glashütte zum Hauptlehrer in Allendorf (Kr. Kirchh.). Gewählt: Kreisdezernent Franz Z e u g e r l i n in Mörs am Rhein, Sohn des verstorbenen Fuldaer Gym ­ nasialprofessors, zum besoldeten Stadtrat, Oberbürger ­ meister Keller in Gießen zum Oberbürgermeister auf Lebensdauer; Magistratsrat Dr. Wil ke-Hameln zum Bürgermeister von Gelnhausen. Berufen: Dr. Florian in Fritzlar als Syndikus nach Hagen. Übertragen: den Förstern Kahl zu Buchwald die Försterstelle Istergiesel uno S a d e w a s s c r zu Hasel ­ stein die Försterstelle Wellingerode; dem Forstsekretär Sargmagazin von Schreinerinnungsmeistern Telephon 2453 2U KäSSßl Fünffensterstr. 18 e. G. m. b. H. Größtes Spezial-Sarggeschäft am Platz. Ständige Ausstellung von 75 Stück Mustersärgen. Wir bitten genau ans unsere Firma zu achten.