150 13. Jahrhundert ausgegangene Dorf Berg- heim aufrecht erhalt. Hier besaßen die Nonnen des Klosters Weißenstein bei Kassel aus ­ gedehnten Besitz, den sie in den Jahren 1286 und 1292 dem deutschen Orden in Marburg verkauften. Links von diesem Wege nach der Höhe zu bemerkt man eigenartige künstliche Aufwürfe und Grabungen, die sog. „Eisenlöcher", eine Feldlage des Dorfes Gombeth. Hier befand ein etwa seit dem 14. Jahrhundert in Betrieb befindliches Eifenbergwerk. Es lieferte verhält ­ nismäßig große Mengen von Eisenerz, die in der Schwalm gewaschen wurden; so wurden z. B. im März 1584 zweihundert Fuder Eisen ­ erz auf der Schwalm verfrachtet, die teils auf die Eisenhütten nach Veckerhagen und teils nach Holzhaufen bei Homberg (von Wabern aus durch Wagen) geschafft wurden.* Das Eisenbergwerk stand in Verbindung mit den Eisengruben und Eisenhütten im Keller ­ wald (Fischbach, Armsfeld) und an der Schwalm aufwärts 2 und war dem Bergfchreiber oder Hütteninfpektor in Rommershausen unter ­ stellt. Im Jahre 1718 bittet der damalige Eigen ­ tümer des „Linfinger" Hofes in Großeneng ­ lis, Dr. Reinhart Boedicker, dem das „Lin- singer" Fischwasser auf der Schwalm gehörte, den Landgrafen Karl um Ersatz des durch das Eisenwaschen in der Schwalm entstandenen Schadens an diesem Fischwasser: „Es hat das hochfürstliche Berg Ampt al- „hier vor einigen Jahren zwey eyßenwäfchen „uff der Schwalm uff meinem Waßer ohn-, „weit der Gombether Mühlen, wo der im' „Gombether Feld gegrabene eyßenstein ge- „waschen wird, ganz neuerlich ahngelegt, und „läßet daran täglich arbeiten. Nachdem nuhn „von sothanen abfließenden schlam und mit „sich führender schwefelichen materia die „fische uff diesen: Waßer sich gantz verlohren „und weggetzogen, daß wo ich vormahlen „einen reichen fischzug gehabt und jährlich „zum wenigsten 2 Rthlr 12 alb fischwaßer „Zins; genießen können, mein Pachter sich „jetzo weigert den ordinairen Zins davon „zu geben und mit 1 rthlr vorlieb nehmen „muß. Wann unserm durchlauchtigsten fürst „und Herrn ich von meinen Gütlern und 1 2 1 Amtsrechnung 1584 Borken (Staatsarchiv Marburg). 2 Nach dem Borkener Saalbuch 1543 war der ,-,Eisen- bergk bober Gnmpethe am Honnigkbirnbaum den Waith ­ schmiden zu Armesfelth um 3 fl. 15 alb. verthan". „demjenigen so Gott mir zugelvorsfen Steur „und eonteibntion zu geben schuldig und „darin mich niehmals säumig finden laßen, „daneben von demjenigen leben und sieben „Kinder davon drey erwachsene Söhne in „der frembte nehren und erhalten muß und „hir für Hochs. Durchlaucht ahngebohrene „aequanirnität und Clemenz weltkundig und „dieselben zweifelsohne nicht verlangen wer- „den, daß mir durch solche ahngelegte eyßen. „wasche einiger schade zuwachsen solle in- „betracht ich närlich und spärlich mit dem „lneinigen umbgehen muß ehrlich damit auß- „zukommen. Als; gelanget ahn Euer hoch- „fürstl. Durchlaucht meine unterthänigste „Bitte mir die mildt fürstl. hohe Gnade zu „erweißen und dießes Schadens lvegen, so- „lange die eyßen wasche daselbst währet, „jährlich ein aequivalent und gewißes quan- „tum ahn rohem eyßen, davor gnädigst zu „verwilligen und ahn das Berg Ampt von „den Jahren da es gestanden und künfftig „noch währen möchte gnädigsten Befehl zu „ertheilen, daß mir solches jährlich verab ­ folget werde. Gott wirdt dieses Berkwerck „desto reichlicher segenen und ich werde vor „das auff nehmen deßselben zu bitten desto „mehr uhrfach haben, als ich gnädigster er- „hörung mich getröstent verharre „Euer Hochfürstl. Durchlaucht „unterthänigster Knecht „Johann Reinhart Boedicker Dr." Hierauf ergeht unter dem 27. Juli 1719 an den Hütteninspektor Ellenberger in Rommers ­ hausen folgender Bescheid: „Unßern gnädigsten Gruß zuvor. „Es haben Sermi hochfürstl. Durchlaucht „uff des Dr. Boedicker untertänigstes sup- „plicatum, daß durch die Gombether Eyßen- „steinswäschen sein Fischwasser verderbet „würde, gnädigst befohlen, Ihm deßhalber „jährlich einen Centner Eyßen geben zu „laßen. „Solchem nach befehlen wir Euch hiermit „dem Supplicanten von der Zeit ahn, da „dieße Waschen in würcklichem Umgänge ge- „weßen und Ihme dadurch Schade ahn dem „Fischwasser causiret worden, von jedem „Jahre einen Centner Eyßen verabfolgen .„zu laßen, davon aber dasjenige was; er „vorher deßhalber einsmahls schon empfan- „gen zu decourtiren, inskünfftige auch und