130 Malerisch ist das Bild der Stadt, die, die Front gen Süden gewandt, auf der Höhe des linken Edderufers aufsteigt, umkränzt von den Warten, die das Weichbild der Stadt deckten, beherrscht von dem St. Petersdom mit seinem Doppelhaupte, die Masse der Bürgerhäuser Gotische Monstranz im Frihlarer Domschatz. Photograph Eberth-Kaffel. umkränzt von den Wehrtürmen des Stadt- beringes, die noch meist gut erhalten sind. Nach West umrahmen die Berge, die zwischen Niederhessen und Waldeck die Grenzscheide aus ­ machen, das Bild der Stadt,— südwärts breitet sich die wabersche Ebene aus, nach Ost und Nord aber grüßen die Häupter der Basalt ­ Romanische Leuchter im Fritzlarer Domschatz. Photograph Eberth-Kaffel. kuppen, die dem Herzen des Hessenlandes ihr charakteristisches Gepräge geben. Das Herz des H e s s e n l a n d e s, das ist es, wo Fritzlar liegt. Und hier, wo nun Sankt Peters Dom aufragt, fällte der hl. Bonifatius die Donareiche, und wenn auch andere Stätten sich mit Fritzlar um die Ehre streiten, so spricht doch nicht nur die ganze Geschichte, sondern auch vornehmlich die innere Wahrscheinlichkeit für diesen Platz. Denn nirgends konnte der Apostel des Hessenlandes sein Werk besser krö ­ nen, als in dieser Gegend, nirgends anders konnte das Hauptheiligtum Donars im Hessen ­ lande liegen, als in dieser Gegend: etwa zwei Stunden nordwärts, an der Straße nach Kassel, liegt Gudensberg, die Kultstätte Wodans, und etwa zweieinhalb Stunden nach Nordwest Metze, das alte M a t t i u m, der Hauptort des Chatten- landes, über dem sich die durch dreifache Ring ­ wälle gesicherte Altcnburg, eine Volksburg, er ­ hob, deren Wichtigkeit für die Frühgeschichte des Landes die zu Beginn dieses Jahrhunderts durchgeführten Ausgrabungen erwiesen haben; und der Ort Geismar mit seiner heilkräftigen Quelle liegt nur eine knappe Wegstunde west ­ wärts von Fritzlar. Dazu kommt, daß auf dem