122 Louis Spohr als Geiger (etwa 1834). Aus „A?ilh. Speyer, Der Licderkomponist". Drei-Masken-Verlag, München. geregt, mit Forschungen über den 30jährigen Krieg be ­ schäftigte. Zwei Teile seiner „Politik und Kriegführung Hessens im 30jährigen Krieg" sind in der „Zeitschrift des Hessischen Geschichtsvereius" (Band 53 und 54) er ­ schienen, ein dritter Teil wird voraussichtlich im nächsten Jahre erscheinen. Diese, vielfach ganz neue Ergebnisse bringenden Forschungen gewinnen dadurch besonderen Reiz, daß hier einmal nicht der Fachhistoriker, sondern der alte Offizier auf Grund genauen Aktenstudiums an die Geschichte jener Zeit herangeht und die Erfahrungen der letzten Kriegs- und Nachkriegsjahre seinen Blick für so viele Ähnlichkeiten beider furchtbaren Kriege, beson ­ ders für die Reibungen zwischen Verbündeten, das Äus- einandergehen politischer und militärischer Leitung, die Finanz- und Balutanöte, geschärft haben. Besonders hervorzuheben ist das feine Verständnis für die Psychologie der damaligen Soldateska und ihrer Offiziere sowie der damaligen Diplomaten und Landesfürsten. Von den Landgrafen Moritz und Wilhelm V. von Hessen hatte er eine von der bisherigen Betrachtung stark abweichende, aber unbedingt richtigere Auffassung. Außer diesen Ver ­ öffentlichungen hat der Verstorbene mehrfach sehr inter ­ essante Vorträge im Marburger Zweigverein des Hes ­ sischen Geschichtsvereins gehalten, zu dessen treuesten Mit ­ gliedern er gehörte. Auch in der Oberhessischen Zeitung und anderen hessischen Blättern sind mehrfach kleinere Arbeiten aus seinen Forschungen erschienen. Er war ein treuer Sohn seines Hessenstammes, ein aufrichtiger Christ und Freund seiner Kirche, ein selten gütiger Mensch. Walter Kürschner. Am 28. Februar verstarb in Kassel hochbetagt der letzte ehemalige kurfürstlich hessische Leibjäger Arnold C o r- n e l i u s. Er gehörte einer alten hessischen Forstmanns ­ familie an, die dem hessischen Staat viele tüchtige Be ­ amte geschenkt hat. Er wurde geboren am 31. August 1840 in Wippershain, Kreis Hersfeld, als Sohn des kur ­ hessischen Revier- und Brigadierförsters Georg Wilhelm Cornelius, trat am 20. März 1858 als Jäger in das kuxhessische Jägerbataillon, ward 1862 als gelernter Jäger in den überplanmäßigen Stand gesetzt und war oft beim Vater in Rothensee bei Hersfeld zur Aushilfe. Am 1. März 1865 wurde er von Kurfürst Friedrich Wil ­ helm von Hessen zum Leibjäger ausgewählt und verblieb in dieser Stellung noch bis zum 9. Juli 1867. Damit war auch seine Laufbahn und Anwartschaft im Staats ­ dienst beendigt, denn eine ihm auch später noch angebotene Stelle im niederen preußischen Forstdienst lehnte er ab. Arnold Cornelius war nun auf sich allein angewiesen. Er arbeitete zunächst ein Jahr bei einem Geometer in Hersfeld, erlernte dann bei einem Oheim Georg Carl Cornelius in Gilsa die Landwirtschaft, danach war er Gutsverwalter aus dem Leehos bei Zimmersrode. An ­ fangs 1870 pachtete er das Gut Heißenstein, Kreis Hün- seld, 1872 war er Administrator auf der Engelsburg bei Neuhos (Kreis Fulda), heiratete am 2. 6 . 1872 Wil ­ helmine Eggers (geb. 5. Januar 1849, gest. 21. Ok ­ tober 1920). Von 1874—1884 hatte er eine Mühle und Hof in Waltersbrück bei Zimmersrode gepachtet, zog dann, um feinen Kindern die höheren Schulen in Kassel zugänglich zu machen, als Bersicherungsbeamter nach der beste deutsche Gebrauchswagen 6|20 PS. Generalvertretung: Motorwagen-Handelsgesellschaft m. b. H. Kassel, Opernstraße 5—7