2 Die Liebe zu unserem großen deutschen Vaterlande ist undenkbar ohne die Liebe zur engeren Heimat, und diese wurzelt letzten Endes wieder in der Kenntnis der heimatlichen Bodenbeschaffenheit, Geschichte und Kultur. Denn nur was man kennt, kann man lieben. Und so greifen wir denn die alten Fäden wieder aus in der festen Zuversicht, von unseren hessischen Landsleuten daheim und draußen nicht im Stiche gelassen zu werden. Schriftleitung und Verlag des „Hessenland" Paul Heidelbach, Kassel,- Zohs. Braun, Eschwege. Die nachfolgenden Vereinigungen erklären sich bereit, das „Hessenland" zur Veröffent ­ lichung ihrer Mitteilungen an die Mitglieder 311 benutzen, und empfehlen diesen angelegentlichst den Bezug der Zeitschrift. Verein für hessische Geschichte und Landeskunde. Hessischer Gebirgsverein. Knüllgebirgsverein. Allgem. Deutscher Sprachverein, Zweigverein Kassel. Verein für Naturkunde, Kassel. Biologische Vereinigung für Hessen, Marburg. Geologischer Verein, Marburg. Hessens Heimkehr ins Hessenland und Hessenlands Wiederkehr. Von Dr. Hans Brau» (Heffenwinkel), Hamburg. Heut ist's noch nicht der raumverschlingende und zeitsparende Zeppelin, der euch heimträgt in die hessische Heimat. Es ist immer noch der alte wogentrotzende Ozeanriese mit den wuchtigen Dampfturbinen, der das maschinen ­ gewaltige Amerika, die sonnenbrennenden Steppen Afrikas und den fernen drachen- drohenden Osten mit der hessischen Heimat verbindet. Hast du sie schon einmal ankommet: sehen nach eines Menschenalters Fernsein, diese Aus ­ ländsdeutschen? Wie sie am Bug des Dampfers stehen, wie sie die Heimat in sich aufnehmen, wie sie Heimatluft atmen, — wie ihnen die Knie zittern, wenn sie an den Landungsbrücken den heiligen, heimatlichen deutschen Boden wieder unter ihren Füßen fühlen nach so langer — langer — langer Zeit —— — Dann darf man ihnen kein Wort sagen > — nur ganz still die Hand drücken und ihnen tief in das Auge sehen — — so tief, wie deine Augen nur sehe:: köi:neir. ^ Ein heiliger Augenblick ist es — ein Gottes ­ dienst, wenn das Kind der Mutter wieder ­ gegeben wird. - Und ist die Träne endlich geflossen, die männliches Herz so lauge meisterte und nieder ­ hielt — — — dann, erst dann sprich dich aus. Aber sprich nicht von Enttäuschungen, die des Freundes harren — — harren müssen in dieser Zeit der schweren Not — in dieser Not der schweren Zeit, sprich nicht von dem, was dein einst war, und von dem, was einst sein war. Laß ihn selbst fühlen und finden und ahnen und merken und fragen und bitten. Es tut so wehe, einem wehwunden Herzen wehe zu tun. Es tut so wehe, Altes einstürzen zu lassen durch ein voreilig Wort. Einen Bau einstürzen zu lassen, den Geist und Herz und Gemüt aufgebaut seit vielen Jahren nur für den Augenblick der Heimkehr. Und dann rattert nachts die Eisenbahn gen Süden. Nur Sommer wünsche ich euch bei der Heimfahrt. Dann sind die Tage lang, und die Nächte sind kurz. Und das Abendrot ver ­ goldet euch den Himmel über eurer Heimat,