eine Freude zu machen, haben wir das ganz schmale Gäßchen, das zu unserm „Häuschen" führt, nach seinem Namen benannt. Haben ein feines Schild „H-'gasse" malen lassen und es heute morgen an ­ gebracht. Dann wurde der auf diese Weise hochgeehrte Hygieniker hingeführt. Eine Aufnahme seiner Figur, seiner Desinfektionskolonne mit der Kalkkarre be ­ schloß diese erhebende Feier. Zum Mittagessen war ein Kriegsgerichtsrat da. Nach Tisch Spazier ­ gang mit M. und H., erst zu den Baiern bei den ... om-Ringkanonen, die gerade schossen, alle 8 Minuten einen Schuß. Der Batterieführer zeigte uils die bisher erkundeten Stellungen der fran ­ zösischen Artillerie — ganz enorm, welche Ge ­ schütze wir uns gegenüber haben. Hörten hier, daß kürzlich eine Granate unserer schweren Feldhaubitzen in eine marschierende Kolonne eingeschlagen sei, 30 Mann getötet, 70 verwundet habe! Ganz enorm! Sie streuen allerdings auch auf 500 Meter! Gingen dann in Richtung auf M. zu in einen herrlichen Kiefernwald und in ein so idyllisches Tal, daß man ganz vergißt, in Feindesland und im Krieg zu sein. Das Herz tut einem nur immer weh, wenn man überall die Verwüstungen in den Wäldern sieht. Was da alles abgeholzt ist! Auf 30 Jahre hinaus mindestens ist der Waldbestand vernichtet! Wenn man bedenkt, wie lang sich unsere Stellung hinzieht, und daß auch bei den Franzosen drüben nicht weniger gewütet wird, so kann man sich einen Begriff machen, was das Land allein in der Hinsicht auszuhalten hat! Und was wird alles noch im Rücken der Armee ver ­ braucht! Überall werden Bäume gefällt, Bretter und Balken geschnitten und das beste Holz wird verbrannt! Den ganzen Nachmittag tobte ein schwerer Artilleriekampf in der Stellung des aktiven Korps. Von der Höhe hinter T. aus konnten wir es deutlich beobachten. Wie ich nach ­ her hörte, hatten die Franzosen vergeblich ange ­ griffen. — Was man alles für Leute trifft! So ist z. B. die Ordonnanz bei der Telephonstation hier, der mich immer ans Telephon ruft, ein — Predigtamtskandidat. Ein Pionierunteroffizier, mit grauem Kops und Brille, ist im Leben Regierungs ­ baumeister; jetzt baut er hier mit bei der Wasser ­ leitung an der Straße. — Im ganzen kamen 11 Verwundete. 3. 2. Die ganze Nacht hatte unsere schwere Artillerie gearbeitet und die feindlichen Schützen ­ gräben beschossen, um den für heute geplanten An ­ griff auf Höhe 191 nördlich M. vorzubereiten. Ich ließ alle Vorbereitungen treffen, telephonierte zur Vorsicht noch einmal an die Division und erhielt von dieser meine Annahme bestätigt, daß der Alarmbefehl nur den Regimentern galt, nicht uns. Also konnte man alles wieder auspacken. Nun warteten wir gespannt der Dinge, die da kommen sollten, und gingen, um etwas zu sehen, auf unsere Höhe 19-1. Der Angriff war in der Weise vorbereitet, daß die Stellung der Fran ­ zosen durch einen Stollen unterminiert tvar, i» den 60 Pfund Pulver gebracht waren. Dieser sollte Punkt 12 Uhr in die Luft gesprengt werden, gleichzeitig sollte die gesamte Artillerie und In ­ fanterie des ... Reservekorps, des ... Reserve- und des ... aktiven Korps ein starkes Feuer auf die französischen Stellungen eröffnen, um da ­ mit den eigentlichen Angriffspunkt zu verschleiern. Der Plan gelang vollständig und um so leichter, da die Franzosen starke Kräfte vor der Stellung des ... Korps zusammengezogen und hier selbst einen Angriff geplant hatten. So brachte unser Vorstoß auf M. dem ... Korps eine große Er ­ leichterung und gelang gut, da es bei den Fran ­ zosen an der sonst immer übermächtigen Artillerie fehlte. Punkt 12 Uhr flog die Sprengungsstelle in die Luft. Im ersten Anlanf ging es gegen den ersten feindlichen Schützengraben, hier wurde mit Handgranaten gearbeitet. Die Franzosen streckten sofort die Waffen, so daß sich die Leute hier gar nicht aufhielten, über den Schützengraben hinwegsprangen und noch gleich den zweiten dahinterliegenden Graben nahmen. Nach einem zweiten Angriff gelang es auch, den Gipfel der Höhe zu nehmen und den jenseitigen Hang hinunter bis 100 Meter vor M. vorzudringen. Am süd ­ lichen Hang grub man sich ein, und die Stellung wurde gleich befestigt. Die Franzosen mußten M. daher räumen, da dieses in unserm Infanterie- feuer lag. Unsere stürmenden Truppen hatten natürlich ernste Verluste, aber glücklicherweise meist leichter Natur. Reserveregiment ... und ..., die in V. und Le C. in Ruhe lagen, waren als Reserve herangezogen und übernahmen später die Stellung der völlig erschöpften Stürmer; diese wurden herausgezogen. Der vorzüglich angesetzte Angriff war eine glänzende Leistung. der betreffenden Truppen, wenn man bedenkt, daß diese seit dem 13. 9. 1914 hier in Stellung und noch nie abgelöst waren, während die Franzosen fortgesetzt wechseln und bei ihnen dauernd neue Truppen eingesetzt werden. Die gegenüberstehenden Franzosen be ­ standen dazu noch aus Elitetruppen, Kolonial ­ infanterie usw. Übrigens war am Tag vorher schon (2. 2.) ein Pionierdepot aus Höhe 191 durch das Feuer unserer schweren Artillerie in die Luft gesprengt. Der Korpsbefehl vom heutigen Tage lautete: „Die Reserveinfanterie-Regimenter . . . und ... haben, unterstützt durch die Pioniere und durch die treffliche Mitwirkung unserer Artillerie,