1431 nach dem Kohlmarkte zu, in westlicher Rich ­ tung ein hölzernes Gebäude errichtet, das die Stadtwage und die Weckebuden im Untergeschoß enthielt. Von diesem Gebäude ist nur bekannt, daß es eng und niedrig war. Im großen Stadt ­ brande im Jahre 1637 brannte das Gebäude voll ­ ständig ab, und an seiner Stelle wurde im Jahre 1660 ein Neubau aufgeführt, der noch heute stehende Fachwerkbau des alten Rathauses. Auch dieser Bau enthielt im Untergeschoß die Stadtwage und Wecke ­ buden, während die oberen Stockwerke dem Rate dienten. Wenn auch das Rathaus durch kleinere Umbauten verändert ist, kann man doch noch die ursprüngliche Anlage erkennen. Vom Markt aus betritt man durch eine breite Rundbogentür mit flankierenden Pilastern und Bev- dachung den Rauln, in dem eine große Balkenwage mit zwei mächtigen Holzschalen von der Decke herabhing. Links lag, wie auch noch setzt, die Stube des Wiegemeisters, der von hier aus in seine kleine dahinter liegende'Wohnung gelangte. Rechts zogen sich Verkaufsläden mit vier langen, noch jetzt im Inneren erkennbaren Reihen Fenster, in denen die Bäcker ihre Ware, namentlich die noch heute sehr beliebten Weckelaibchen, feil hielten. Vorüber ­ gehend wurde im Untergeschoß nach der Kämmerei ­ rechnung von 1799 auch eine Apotheke betrieben. Ein Inventar des Rathauses vom Jahre 1834 führt als zur Stadtwage gehörig 2 Wagebretter mit Ketten und Gewichte von 1 Zentner, 56, 54 , 42, 27, 21 , 11, 2 1/2 und 1 / 4 . Pfund an. Jetzt ent ­ hält das Untergeschoß die Brückerttvage, das Zim ­ mer des Wiegemeisters, Räume für das Eichamt und eine Feuerspritze. Die beiden oberen Stock ­ werke sind in gleicher Weise in einen großen Vor ­ platz, einen Saal und eine Stube geteilt. Das erste Stockwerk enthielt die Repositur und die Stube des Stadtschreibers, das zweite die große Ratsstube mit 2 Vorgemachen, in denen sich die Stadtkämmerei befand. Im Bodenraum lag ein leichteres Gefängnis, das sogen. Jrkskämmerchen, mit dem Mütter ihren unattigen Kindern zu drohen pflegten. Zu dem Bau hatten nach einem Ratsbeschluß von 1650 die Brauer je 1 Taler und andere Bürger, die keine Brauereiberechtigung besaßen, 1/4 Taler, wieder andere je nach ihrem Vermögen 7, 6 oder weniger Albus zu zahlen. Die Tür des Rathauses ist, wie ihre Abbildung zeigt, von hervorragend schöner Form. An ihr ist das Stadtwappen mit der Inschrift ESCHWEGIA 1660 geschnitzt zu sehen. Über dem Eingang zur Treppe befand sich die Jnschriftr Desolationis Reparationis ÄNNN8 FraXIneae faX saeVa Ylae ConsVMserat aedes Aedes reparat paX bona Laeta CoMes Brand Bau DVrch RaYCh und RaCh In AsChweg EsChweg Ist gebracht In Lieber FrleDenszelt Ist , RathhaYs steht geMacht Nahe bei dem alten Rathaus an Stelle des jetzt als Rathaus dienenden großen Stadtbaues mit seinem Uhrtürmchen stand das Kaufhaus. Dieses war einige Jahre nach der Errichtung der Wage als notwendige Erweiterung des ältesten Rathauses im Jahre 1452 erbaut worden. Die hierauf be ­ zügliche Jnschrifttafel ist im Stadtbau eingemauert. Sie zeigt in gotischen Minuskeln die Inschrift: ano + dni +m° + cccc 4* Lii ist 4* dit werk 4* av.gericht Zur Ausführung kam zunächst nur der Unter ­ stock, der nach Osten zu, von der Wage und den Weckbuden durch ein schmales Gäßchen, das Rats- gäßchen, getrennt, den Stadtweinkeller in 2 Ge ­ wölben übereinander und im Westen die städtische Garküche enthielt. Der Oberbau, das Kaufhaus, kam erst im Jahre 1588 zur Ausführung. Zuerst diente das Gebäude allgemein als Verkaufslokal, später jedoch fast nur den Gewandschneidern, wes ­ halb das Haus zuletzt nur noch unter dem Namen Tuchboden bekannt war. Dieses Kaufhaus, ein vollständiger Massivbau, hatte eiue hervorragend schöne Westfassade, wie sie fast nur noch in Esch-