Hejsenland Hessisches Heimaisblatt Zeitschrift für hessische Geschichte, Volks- und Heimatkunde, Literatur und Kunst Nr. 17/18 27. Jahrgang. September-Doppelheft 1913. Widmung. Der Tausendjährigen. So lange schon der Fulda Welle rinnt Durch deine Mauern, du geliebte Stadt! Wo sich so manches Kindheitsmärchen spinnt Und jeder Stein ein Stückchen Sehnsucht hat. Wo jeder Wunsch, verklärt von Sonnenlicht, Was ihn bewegt, in Heimatzauber hüllt, Und jeder Mund, der deinen Namen spricht, Das Wort mit seiner ganzen Liebe füllt. Ich bin mit dir verwachsen felsendicht. Und auch das Schönste draußen tauscht' ich ein Für jeden Schritt in deinem Sonnenlicht, Für jedes glückliche Zuhausesein! — Nun schmückt dich heut' der seltne Festtagsflor Der Tausendjährigen. Doch, wie wunderbar: Je älter du, je mehr blühst du empor, Du bist erhaben über Tag und Jahr! Mein Kassel! Wohl das Schönste dank' ich dir, Du Stadt im waldgeschmückten Heimatland! Neigt sich dein liebes Bild im Traum zu mir, Dann spür' ich leise meiner Mutter Hand. München. Gustav Adolf Müller. Nun drückt ein jubelnd Jahrtausend Aufs Haupt dir den Ruhmeskranz. Du schaust verwundert zurück Und siehst nur Morgenglanz. Es war dir nur Kämpfen und Ringen Durch Nebel und Wolkennacht. Du hörst nur Lerchensingen In taufrischer Frührotpracht. Nun trittst du wie eine Göttin, Den Rosenkranz im Haar, Dein Dankesopfer zu bringen, Zum festlich geschmückten Altar. — Wir aber steh'n ferne und beten Für unsre geliebte Stadt: Mag Gott sie schützen und schirmen, Die Hessens Grakel hat. — Glück auf! Und gesegnete Zeiten! Gott war dir immer so nah. Nun laß dich jauchzend geleiten Zum Fest. Heil Chassala! Kasse,. Heinrich Dertelmann.