9W& 252 &WL schon wieder an der Schlacht bei Breitenfeld teil und eroberte 1643 eine Anzahl fester Plätze in Mähren. Am 12. Februar 1645 wurde er, mit wichtigen Schriftstücken auf einer Reise nach Leipzig begriffen, von den Kaiserlichen bei Borna gefangen genommen. Bald ausgewechselt, führte er in der Schlacht bei Jankau das schwedische Zentrum und belagerte dann wieder verschiedene Plätze in Mähren. 1646 übernahm er mit Genehmigung der Königin Christine von Schweden den Oberbefehl des hessischen Fußvolkes und trat, nachdem er im Winter 1646/7 mit anderen Kommissaren in Ulm wegen des mit Bayern abzuschließenden Waffenstillstandes ver ­ handelt hatte, anfangs 1647 als Generalleutnant völlig in hessische Dienste. Mit Übergehung zweier älterer Generalwachtmeister erhielt er den Ober ­ befehl des hessischen Heeres. Als am 1. April 1647 der mit Hessen-Darmstadt abgeschlossene Waffenstillstand abgelaufen war, nahm er in dem nun wieder ausbrechenden „Hessenkriege" den Darm ­ städtern und ihren Verbündeten Friedberg, Reifen ­ berg, Merlau, Königsberg, Blankenstein, Burg ­ solms, St. Goarshausen, die Katz, Hohenstein, Kaub, Gutenfels, Reichenberg und die Pfalz im Rhein ab. Als er dann den vom Obersten von Koppenstein tapfer verteidigten Rheinfels angriff, zerschmetterte ihm am 10. Juli 1647 eine Kanonen ­ kugel das linke Bein. Infolge der sehr ungeschickt vorgenommenen Amputation starb er am 18. Juli aus dem Rheinfels, dessen am 14. erfolgte Übergabe er also noch erlebte. Er liegt in der Großen Kirche zu Kassel begraben. Er war verheiratet mit Anna von Longchamp. Aus der Zeit des 30jährigen Krieges ist noch der Oberstleutnant Ludwig von Siegen zu Sechten zu er ­ wähnen, der freilich niemals zum militärischen Dienste verwendet worden ist. 1609 in Utrecht geboren, studierte er bis 1623 in Kassel, wurde nach einigen Reisen Kammerjunker und Oberst ­ leutnant am hessischen Hofe, ging 1641 nach Amsterdam, dann nach Wolfenbüttel, wo er Oberst ­ wachtmeister wurde. Nach einem Aufenthalt in Mainz soll er 1680 in Woisenbüttel gestorben sein. Er war ein tüchtiger Kupferstecher und erfand die sog. Schwarzkunst (Schabkunst)?) Unter Landgraf Karl dienten 6 Holländer. Ein Hauptmann Kuylenberg stand im April 1689 mit seiner Kompagnie in Amöneburg, besetzte aber am 8. desselben Monats die Stadt Fritzlar wegen verweigerter Zahlung der Kriegskosten für den oberrheinischen Kreis. Gerhard Burghard Rechter», Baron von Almelo wurde 1703 als Oberst Chef des Regiments v. Tilemann gt. *) Vgl. den Aufsah von F r a n z G u n d l a ch in „Hessen ­ land" 1891. S. 66. Schenk, 26. Juni 1706 Brigadier der Kavallerie und nahm in demselben Jahre seinen Abschied. S a m u e l v o n B o e r d h wurde 1708 Rittmeister in der Leibgarde zu Pferd, van Nyfeld 4. April 1708 Fähnrich im Regiment zu Fuß v. Wilcke, van Steendorn 16. März 1708 Kornett im Leibregiment zu Pferd. Otto Christoph von Berschuer war 1703 holländischer Oberst und zeichnete sich bei der Belagerung von Bonn aus; am 17. Juli 1704 trat er als Generalmajor in hessische Dienste, wurde 1706 Chef der Artillerie. 6. Oktober 1709 Generalleutnant. Er starb 1712 auf dem Rheinfels, dessen Gouverneur erseit 1706war. Zur Zeit Landgraf Friedrichs II. standen an Holländern im hessischen Heere Erasmus Gou- dover, der 1766 Fähnrich im Regiment v. Donop, und Johann Peter van der Lahr de Smeth, der 1784 Kornett im Regiment Gens- darmes war. Besondere Vorliebe für die Holländer scheint Kurfürst Wilhelm I. gehabt zu haben. Unter seiner Regierung finden wir auffallend viele Offiziere holländischer Abstammung, namentlich von 1804 bis zur Auflösung des Heeres 1806. Es waren wohl meist reiche Leute, die der Kurfürst gern in seiner Residenz sah und an seinen Hof zog. B ) Otto Georg Jaensen, 1797 Kornett im Husarenregiment geworden, nahm 1800 den Ab ­ schied. Christian Karl Maximilian von Bergh war 1800 Stabskapitän im Regiment Erbprinz. 1804 bis 1821 Major ä la suite der Armee. Abraham Calkoen van Cortenhoef, Christian van Singendonck, Theodor vanderLahrdeSmeth waren 1804 bis 1806 Sekondleutnants, Baaker van Leuwen war 1804 Premierleutnant, I. W. W. Graf von Wassenaer-Obdam 1805 bis 1806 Kapitän, sämtlich ä 1a suite der Armee. JakobBaaker von Leuwen wurde 1800 Fähnrich im Regiment Erbprinz, 1803 Sekondleutnant im Husarenregi ­ ment, 7. April 1805 Premierleutnant darin, trat nach der Auflösung des hessischen Heeres 1807 in preußische Dienste als Rittmeister, dann in wal- deckische Dienste. Am 13. Februar 1812 wurde er Kapitän im königl. westfälischen Generalstab und wurde bei Borodino als Adjutant des Generals v. Ochs verwundet. Am 22. Juli 1813 erhielt er den Orden der westfälischen Krone. 1814 war er Major in holländischen Diensten, in denen er 5 ) Nach einer Mitteilung des Herrn Bibliothekars vr. phil. Losch in Steglitz wandten sich diese holländischen Offiziere durch Vermittelung des Landgrafen Friedrich von Hessen, des Stifters der Linie Rumpenheim, nach Hesien, der 1784—1795 Gouverneur von Mastricht war und da ­ mals vor den vordringenden Franzosen kapitulieren mußte.