344 imib Todesfälle. Am 4. Oktober starb in Erfurt der 1837 zu Kassel als Sohn des nachmaligen Obersten geborene Oberstleutnant z. D. LouisvonSturm- f e d e r. Aus dem kurhessischen Kadettenkorps trat er 1856 in das Schützenbataillon und war von 1859—66 Bataillonsadjutant. 1866 wurde er Premier- leutnant im Jägerbataillon Nr. 11, wurde 1868 zum Infanterieregiment Nr. 42 versetzt und 1869 Hauptmann. Im deutsch-französischen Krieg erwarb er sich'das Eiserne Kreuz 2. Klasse. 1884 wurde er als Oberstleutnant zpr Disposition gestellt und erhielt 1889 den erbetenen Abschied. Am 17. Oktober verschied der Ehrenbürger der Stadt Kassel Geheimer Kommerzienrat Bankier Karl Pfeiffer, der seit 1885 seine Kräfte in den Dienst seiner Vaterstadt gestellt hatte. 1844 geboren, wurde er 1885 Mitglied des ständigen Bürgerausschusses, 1889 dessen stellvertretender und 1895 Vorsteher und 1898 Stadtverordnetenvorsteher. Er war Vor ­ sitzender des deutschen Bankiertages und seit 1892 erster Vorsitzender der Handelskammer für den Bezirk Kassel, der er seit ihrer Begründung im Jahre 1872 angehörte. Die Leiche des Verstorbenen war in der Vorhalle des Rathauses aufgebahrt worden, von wo aus die Überführung nach dem Kasseler Friedhof erfolgte. Mit großer Energie wußte Pfeiffer seine Firma aus kleinen Anfängen auf ihre heutige Höhe zu bringen, und im Stadtparlament war er ein geschickter und versöhnlicher Leiter. Am 18. Oktober verschied zu Bremen der Architekt Professor HeinrichMänz. 1861 zu Kassel geboren, wurde er Schüler Rebentischs und später des hervor ­ ragenden Architekten Geh. Oberbaurats Ende, war mehrere Jahre in Japan tätig, weilte längere Zeit in Italien und siedelte dann nach Berlin über. Eine ganze Reihe seiner Konkurrenzentwürse wurde preis ­ gekrönt. 1895 wurde er Lehrer am Technikum in Bremen, wo er viele künstlerisch ausgestattete Bauten errichtete. Er errang seinerzeit auch den 1. Preis für das Kurhaus in Wiesbaden und den 3. Preis für die hiesige Murhardbibliothek. Preisausschreiben. Beim Plakatwettbewerb für die Kunstausstellung der Jahrtausendfeier der Stadt Kassel wurde der Entwurf von Minnie Schulz- Kassel, det auf schwarzem Grunde einen stilisierten gMdenen Adler darstellt, mit dem ersten Preis be ­ dacht. Die beiden nächsten Preise errang Hugo Händel-Kaffel. Weiter wurde Otto Ubbelohde- Goßfelden und Eduard Schick-Kassel je ein Preis zuerkannt, letzterem soll außerdem' nach einem Vor ­ schlag der Jury die Ausführung des mit dem ersten Preis bedachten Entwurfes übertragen werden. Während hier im ganzen 20 Entwürfe eingereicht waren, waren es deren für das Plakat der Tausend ­ jahrfeier nicht weniger als 74. Da nach Ansicht der Preisrichter ein ohne weiteres zur Ausführung ge ­ eigneter Entwurf nicht vorlag, konnte ein erster Preis nicht vergeben werden. Zwei Preise zu je 75 M. erhielten Ferdinand Gilb-Kassel und Karl Mons-Düsseldorf, zwei weitere zu je 50 M. Hugo Händel-Kassel und Rudolf Jacob-Holzminden. Schließlich wurden die Entwürfe von Bildhauer Sautter und von Walter Kramer zum Ankauf empfohlen. AusMarburg. Nachdem man sich schon seit einim Jahr über einen Platz für das Kreiskrieger ­ denkmal streitet, hat man jetzt diese Angelegenheit dem bekannten Maler und Bildhauer Adolf v. Hilde ­ brand in München zur Begutachtung übertragen. Der Künstler, der vor einigen Tagen hier weilte, hat nun die Höhe des Schloßberges, den Platz links neben der Elisabethenkirche, oder die Sockelwand an der Universität als geeignete Plätze für das Denkmal bezeichnet. Der Entwurf müßte aber für jeden Platz verschieden sein. Die Stadt hat für das Denkmal einen Betrag von 1600 Mark be ­ willigt. Den gleichen Betrag hat auch der Kreis gestellt. Die übrigen Kosten hat der Kreiskrieger, verband zu tragen. — Bei Haffenhausen wurde in Gegenwart des Museumsdirektors vr. Boehlau einer der 24 Grabhügel geöffnet, in dem man zwei Urnen mit Asche und einen Bronzering fand. Wie ver ­ lautet, soll im nächsten Jahre das Gräberfeld auf ­ geschlossen werden. AusHomberg. Hier fand in diesen Tagen die Feier des 75jährigen Bestehens der Taubstummen ­ anstalt statt. Hessische Bücherschau. Dreihundert berühmte Deutsche. Bildniffein Holz ­ schnitt von M. Kliflkicht. Lebensbeschreibungen von vr. K. Siebert. 1. bis 10. Tausend. 310 Blätter. Stuttgart (Verlag von Greiner ^Pfeiffer). Leinwändband 5.50 M. Künstler und Historiker haben sich in vorliegendem Buche vereinigt, um ein vorzügliche» Werk zu schaffen. Nach gleich ­ zeitigen Originalbildern hat uns Klinkicht in ausgezeichneten Holzschnitten 300 unserer berühmtesten Deutschen vor Augen geführt, während vr. phil. et med. Siebert in Freiburg, unser durch seine Tätigkeit auf kunstgeschichtlichem Gebiete bestens bekannter hessischer Landsmann. deren Bilder mit Darstellungen ihres LebenSgangeS und ihrer Lebenswerke versehen hat. Bei der Auswahl der Personen ist wohl