tmn> 333 rE, berg. in der Rödershecke. In Goßfelder Feld ­ mark, Hecken und Sträuchern, in des Ordens freien Höfen Stedebach, Görzhausen und Mertzhäuser Feldmarken und dabei gelegener, dem Orden zuständiger Gehölze und Gestrüucher." (Diese Jagden sind noch 1656 durch den Trap ­ peneischreiber Kaspar Geltshäuser für den Orden in Anspruch genommen. — Nach einer gleich ­ lautenden Liste von 1748 habe ich den hier und da schwer lesbaren Text der älteren Listen in meiner Abschrift durchkorrigiert.) Ein weiteres Verzeichnis, etwas später als unsere Periode, bringt dann noch eine Übersicht über den eigenen Waldbesitz des Ordens (in dem er aber die hohe Jagd, wie oben gesagt, auch nicht mehr halle). Danach hatte ber Monchwald (bei Rosenthal) . 1036 Morgen Gorzhàuser Wald . . 274 Wald bei Kaldern 20 hohe Stoh, Stormer und Bernart 439 Wald bei Niedernhos . . 106 Gànsei und Rehhecke 220 Hainchen ... 18 V» » Wald bei Stedebach, das Hettersloh 202 Bràchter Strauch 32 die Haardt . 47 die lichten Eichen . 29 Va „ Alles zusammen 2694 Morgen Gelegentlich einer Grenzregulierung zwischen Hessen und dem Orden 1652 werden die Grenzen genau beschrieben. Sie bestehen meist aus Mal ­ bäumen mit Erdaus- und -Aufwürfen, sowieSteinen. Als solche Malbäume sind nur Buchen und Eichen erwähnt, auch in dem oben genannten Verzeichnis der eignen Wälder des Ordens nur an einer Stelle „wenige Tannen", sonst kommen nur zweimal kleine Tannen, die sich in Forstgärten befinden, vor. Rechnet man die viel häufigeren Hecken und das massenhafte Vorkommen der Birke hinzu, so muß unsere, heutzutage leider immer stärker mit Nadelholz bepflanzte Gegend damals einen ganz anderen Anblick geboten haben als heute. III. Von welchen Wild arten sind nun damals diese Wälder und Felder bevölkert? Da verdient zunächst erwähnt zu werden das jetzt, wenigstens in nächster Umgebung der Stadt völlig geschwun ­ dene Rot-, Dam- und Schwarzwild. Der Lahn ­ berg, die Kirchspitze, kurz alle Wälder in der Nähe Marburgs hegten damals noch diese Zierde deut ­ scher Wälder, zeitweise in enorm hoher Zahl. Noch 1629 zählt, nach Landau, die Oberförsterei Mar ­ burg in ihrem Bezirk 131 Hirsche und 446 Tiere und Kälber; die beste Hirschjagd in Oberheflen, die Oberförsterei Battenberg, hatte damals 628 Hirsche und 2460 Tiere. Je schlimmer die Not des Krieges dann wurde, desto mehr ging das Rotwild zurück, teils durch die Zunahme des Naub- wildeS, besonders der Wölse, teils durch die Wild ­ diebereien der ausgehungerten Heere, durch die sich schon im Anfang des Krieges die Tillyschen Truppen ausgezeichnet hatten, teils auch durch die oft dem Hungertod nahe angesessene Bevölkerung. Not kennt kein Gebot und die Kriegsnot kennt keine Schonzeit, da kam auch der Begriff der Schonzeit bei den Menschen ab. Auch die Förster selbst machte die Not gelegentlich zu Wilddieben. So schreibt der hessen-darmstädtische Jägermeister von Minnigerode 1639 an seinen Fürsten, er habe zwar etliche Forstknechte bestellt, aber es sei ihnen nicht zu trauen, sie hätten das liebe Brot nicht, und deswegen gäbe es allerhand Dieberei. Wenn man sie aber strafe, ständen sie heulend und wei ­ nend und man sähe ihnen den Hunger aus den Augen heraus, so daß man darüber bestürzt werde und nicht wisse, was man tun solle. Dennoch tue er das Seine und sei hart mit ihnen, wiewohl es ihm nicht so ums Herz sei. Lange ballerte es, bis das Rotwild wieder auf den früheren Stand kam, und am Ende des Jahrhunderts hören wir wieder Klagen über zu starke Rotwildhege im Lahn ­ berg und entsprechenden Wildschaden. Das nächste Jahrhundert brachte dann in seiner ersten Hälfte eine so starke Vermehrung desselben, daß z. B. 1706 und 1710 in Hessen-Kassel je über 2000 Stück Rotwild abgeschosseil wurden. Damwild, das nach Landau aus Dänemark zuerst 1570 eingeführt war, hatte sich vor dem Krieg auch in freier Wildbahn stark ausgebreitet, ging aber im Lauf des Krieges ganz zugrunde. 1621 wird nach unsern Quellen eill weißer „Thamhirsch" von den Hunden im Lahnberg zu Tode gehetzt und gefressen. Auch Schwarzwild war noch kolossal zahlreich, so erlegte Landgraf Moritz 1608 auf einer einzigen Jagd im benachbarten Burgwald 121 Schweine, die Gesamtbeute hatte 1606 824 Stück betragen, Land ­ graf Ludwig konnte noch 1624 über 1600 Stück abschießen lasten. Neben dem Rotwild siild Hasen und Rehe, den Fang- und Schußresultaten nach ru urteilen, weit seltener gewesen als heutzutage. Uber das Verhältnis des Rehwildes zum Rotwild berichtet z. B. auch Laydau, daß in die fürstlich ­ hessische Hofküche zu Kastei 1611 neben 674 Hirschen nur 53 Rehe eingeliefert wurden; 1638, nach dem für Hesten schlimmsten Kriegsjahr, nur 98 Hirsche und 18 Rehe, aber 1665 wieder 637 Hirsche und 59 Rehe. Erst nach Abnahme der Wölfe sowie des Schwarz- und Rotwildes steigt die Zahl der Rehe. (Fortsetzung folgt.)