$«M«b 313 SML, Jntereffe an der Vergangenheit unseres Landes wecken und den so notwendigen Gedanken von Heimatschutz und Denkmal ­ pflege in immer weitert Kreise tragen. Dieses erste Heft bringt «inen vielversprechenden Anfang. Den dem pracht ­ vollen Bildermaterial vorausgehenden Text bildet der weiter ausgebaute Vortrag, den Holtmeher den heffifchen Bürger- meistern 1911 aus dem Städtetag zu Eschwege über die Erhaltung und Entstellung hessischer Rathäuser hielt. An der Hand von überzeugenden Beispielen wird gezeigt, daß Denkmäler von kunstgeschichtlichem Wert am besten ganz unberührt bleiben und man, wenn Wiederherstellungen un ­ vermeidbar sein sollten, nicht zu Formen greifen soll, die um Jahrhunderte zurückliegen. Die Kritik zahlreicher hessischen Rathäuser, und ihrer nächsten Umgebung, des Marktplatzes, mußte leider manche moderne Sünde auf ­ decken. Wie dieser verdienstvolle und vornehm ausgestattete Band der Holtmeherschen Sammlung zunächst dem Laien die Freude an der hessischen Heimat und deren über ­ kommenen Denkmälern wecken und fördern will, so ist er nicht zuletzt auch für diejenigen bestimmt, denen die Aus ­ gestaltung des Städtebildes in die Hand gegeben ist, und es steht zu hosten, daß er auch an seinem Teile mit'dazu beiträgt, daß die neuzeitliche Kommunalarchitektur, die weit mehr und weit größere Aufgaben zu leisten hat. als irgend eines der verfloffenen Jahrhunderte, wieder anfängt, Werke zu schaffen, die, ganz der alten Umgebung angepaßt und doch im besten Sinne modern, hinter den Leistungen der guten alten Zeit nicht zurückzustehen brauchen. Hbach. Hütteroth, Oskar. Die Reinhardswalddörfer Holzhausen, Knickhagen, Wilhelmshausen in der Vergangenheit und Gegenwart. 305 Seiten. Kastei (E. Pillardy) 1911. Das Ergebnis einer ungemein mühsamen und fleißigen Arbeit legt uns der derzeitige Pfarrer zu Holzhausen in diesem umfangreichen Werk vor. von dem zu wünschen wäre, daß es für viele Amtsgenossen des Verfassers vorbildlich sein möchte. Nicht allein im Jntereffe der geschichtlichen Forschung. Bekennt er eS doch selbst in seinem Vorwort: „Zur Ausübung deS geistlichen Berufes gehört unbedingt die Kenntnis der vergangenen und gegenwärtigen Ver- hältniffe der Gemeinden, in denen wir tätig sein sollen/ Wir aber find ihm dankbar, daß er ttnS mit fo eingehender verständnisvoller Liebe und mit so gründlicher Forschung die Geschichte dieser drei an der Grenze der ehemals selb ­ ständigen Staaten Hannover und Heffen gelegenen Ge ­ meinden, ihres Verhältnisses zu den hessischen Fürsten, ihres Bergbaus, ihres Handels und Wandels übermittelt hat. Allein 198 Seiten widmet er dem Pfarrdorf Holz- hausen nebst Knickhagen, um im zweiten Teil das Filial- dorf Wilhelmshaufen und das aufgehobene Kloster Wals- hausen mit seiner wunderbaren Klosterkirche Sankt Marien zu behandeln. Der dritte Teil bringt außer einer Über ­ sichtskarte eine ganze Anzahl von Zeichnungen und Photo ­ graphiern. Also nochmals: Möge der Verfaster auch in anderen Gemeinden manchen Nachfolger finden, der mit gleicher Gründlichkeit und in gleich populärer Form sein Pfarrdorf zum Gegenstand geschichtlicher Untersuchungen macht. Hbach. Happel, Ernst, und Fuchs, Max. Die Osterburg in der Rhön. 38 Seiten. Verlag Julius Kreß, Kastei. Preis 60 Pfa. Forstmeister Fuchs, der seit 15 Jahren an der Auf ­ deckung der völlig verschwundenen Osterburg gearbeitet und dabei überraschende Resultate erzielt hat, gibt hier einen geschichtlichen Abriß über die Osterburg, während unser hessischer Burgenforschrr Ernst Happel architektonisch diese aufs eingehendste beschreibt und uns zugleich in eigenen sauberen Zeichnungen die mannigfachen Einzelfunde vorführt Erst an der Hand eines solchen Führers kaün dem Rhönwanderer der Besuch dieser über sechs Jahrhunderte unter dem Schutt vergraben gewesenen hochinteressanten Ruine von Gewinn sein. Hbach. Das Werratal. Kleiner Führer durch das Werratal von Münden bis Creuzburg und angrenzenden Gebiete. Plit 14 Kunstblättern, 39 Textbildern, einem Plan von Burg Haustein und einer Übersichtskarte. 94 Seiten. Preis 40 Pfg. Dieser von der Sektion Eschwege des Werratal-VereinS herausgegebene und von Prof. W. U l r i ch verfaßte kleine Führer durch jene wundervolle, aus der Schwelle zwischen Nord- und Mitteldeutschland gelegene Landschaft zeichnet sich vor zahlreichen anderen durch gediegenen Text und wirklich künstlerische Illustrationen aus und wird, zumal bei dem fabelhaft billigen Preis, jedem willkommen sein, der zu kürzerem oder längerem Aufenthalt da« Werratal aufsucht. Bei einer Neuauflage möchte ich lediglich die Beigabe einer brauchbareren Übersichtskarte vorschlagen, die dadurch bedingte Mehrausgabe wird kaum einen Touristen vom Kauf dieses prächtigen Büchleins abhalten. Hbach. Verkehrsbuch vom Vogelsberg. Beilage: Wegekarte vom Vogelsberg mit sämtlichen Markierungen. 1:100000. 71 Seiten. Verlag von Gustav Mandt, Lauterbach. Da ist wirklich ein praktisches Verkehrsbuch. Die wich ­ tigsten Orte und Berge werden uns, alphabetisch geordnet, vorgeführt und zugleich knapp, schlagwortsmäßig alles Wissenswerte über Einwohnerzahlen, Bildungsstätten, Ber- kehrsanstalten, Sehenswürdigkeiten, Wirtschaften als Er, gänzung zu der vorzüglichen bei aller Reichhaltigkeit leicht lesbaren Karte mitgeteilt. Wenn ich hinzufüge, daß ein so glänzender Stilist wie Franz Como, der berufene Schilderer des Vogel-berges, uns in einer ausführlichen Vorrede desten Schönheiten. Sagen und Kunstschätze vor ­ führt, bedarf dieses Buch keiner weiteren Empfehlung. Hbach. Höhenschichtenkarte deSKnüllgebirgeS. 1:100000. Herausgegeben im Aufträge des Knüllklubs. Verlag der Hofbuchdruckerek Eisenach, H. Kahle. Preis 1 M. ES war ein Verdienst, uns die vom Knüllköpfchen ge ­ krönte Bergkette des KnüllgebirgeS in einer so klaren und deutlichen Karte vorzuführen. DaS Flußnetz ist in blauer Farbe, die Höhenlinien sind braun, die Ortslagen rot gekmnzeichnet, die Bodenerhebung ist durch zehn farbige Schichten von 50 zu 50 Meter abgetönt. Außerdem find die das Knüllgebirge durchziehenden 33 Wanderweae durch roten Überdruck gekennzeichnet, und die Zahlen und Buch ­ staben der vom Knüllklub durchgeführten Wegebezeichnung befinden sich gleichfalls auf der Karte, ebenso find die neuen, z. T. noch im Bau befindlichen Bahnen bereits ein ­ gezeichnet. So bietet die auf starkes Papier gedruckte preis ­ werte Karte alles, was der Tourist bei einer Durchstreifung des Knüllgebieter braucht. Hbach. Eingegangen: Bertelmann, Heinrich. Schumann oder Der Soldaten ­ aufstand zu Eschwege. Ein Spiel in 4 Aufzügen nebst einem Nachspiel. 84 Seiten. Kaste! (Friedr. Scheel) 1912. Preis 1 M- Köth, Karl. S. I. Wilhelm Emanuel Freiherr von Ketteler. Mit 29 Abbildungen und einem Geleitswort von Graf Droste 'zu Bifchering. XII und 276 Seiten. Freiburg im Breisgau (Herder) 1912. Preis 3.—, in Leinwand 3,60 M.