unserem Vaterlande erwarben, traten durch den Vortrag in helle Beleuchtung. — Pros. Dr. Leim ­ bach, der dem Redner den Dank der Versammlung aussprach, konnte mit Recht behaupten, daß Professor Dr. Richter bei der Erläuterung des Bauplanes, strenge Wissenschaftlichkeit mit intuitivem Verstehen jener Zeiten vereinigend, ein farbenreiches Bild frühmittelalterlichen Klosterlebens entworfen habe. Marburger Hochschul Nachrichten. Dem Profeflor der Kunstgeschichte an der Universität Bonn Geh.Reg.-Rat Dr.Karl Justi, einem Sohn des Pfarrers W. Justi und Enkel des Theologie ­ professors Justi in Marburg, wurde auläßlich seines goldenen Doktorjubiläums am 22. Dezember das Diplom erneuert. — Der bekannte Kunstmaler Professor Ludwig Knaus in Berlin, der am 5. Oktober seinen 80. Geburtstag feierte, wurde in Würdigung seiner Verdienste um die Malerei des Bauerntums zum Ehrendoktor ernannt. Knaus, ein geborener Wiesbadener, ist der eigentliche Be ­ gründer der Hefsenkunst, speziell der Bilder aus dem Bauernleben der Schwälmer Gegend, und gilt auch als Begründer der Malerkolonie Willings» hausen in der Schwalm. Seine ersten Hessen ­ bilder, z. B. sein „Bauerntanz unter der Linde" (1850) erregten damals großes Aussehen. Ein wertvolles Triptychon aus dem 8. Jahrhundert wurde, wie Akademielehrer Zimmer ­ mann im „Hanauer Anzeiger" mitteilt, für angeb ­ lich 400 000 M. nach Amerika verkauft, nachdem es sich 114 Jahre lang im Besitz der Hanauer Familie Waltz befunden hatte. Persönliches. Unser Mitarbeiter Geh. Baurat Hosfmann in Fulda beging am 20.Dezbr. in körper ­ licher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag. Ihr 25jähriges Bestehen beging am 1. Ja ­ nuar die „Casseler Allgemeine Zeitung", die 1884 von Wilhelm Weber und Eduard Weidemeyer begründet wurde. Am selben Tage blickte auch ihr jetziger Chefredakteur Max Müller aus eine 25jährige Tätigkeit an dieser Zeitung zurück, die er zunächst gemeinsam mit Franz Treller ausübte, bis er 1889 die Chesredaktion übernahm, während Richard Weber, ein Sohn des Mit ­ begründers, den lokalen und allgemeinen Teil redigiert. Todesfälle. Am 20. Dezember verschied im Alter von 70 Jahren der zu Johannesberg bei Fulda geborene Geh. Reg.- und Landesökonomierat Georg Klostermann, der über 44 Jahre hin ­ durch den Auseinandersetzungsbehörden und zuletzt 13 Jahre dem Kollegium der Kgl. Generalkommission in Kaffe! angehörte. Am 23. Dezember verstarb in Betzigerode im Kreise Fritzlar der General der Kavallerie Louis v. Hesberg im 85. Lebensjahre. Mit ihm ist einer der ältesten noch lebenden ehemaligen kur ­ hessischen Offiziere aus dem Leben geschieden. Louis v. Hesberg ist am 7 September 1824 in Kassel geboren. Er gehörte 23 Jahre hindurch kurhessischen Kavallerieregimentern an, trat dann aber 1866 in den preußischen Heeresverband über. Aus dem Kasseler kurhessischen Kadettenkorps am 27 Juni 1843 als Fähnrich in das 1. kurhessische Dragoner ­ regiment eingestellt, wurde er zwei Monate später zum Leutnant befördert, war vom Mai 1849 ab anderthalb Jahre Adjutant des Regiments und nahm dann den Abschied. Schon im Januar 1851 wurde er als Leutnant im Leibhusarenregiment wieder angestellt, rückte im August 1851 zum Ober ­ leutnant aus und war dann bis Ende 1855 als Brigadeadjutant kommandiert, woraus er unter Be ­ förderung zum Rittmeister als Eskadronchef in das 2. Husarenregiment und aus diesem 1864 in das Regiment Gardedukorps versetzt wurde. Nach der Auslösung der kurhessischen Truppen trat v. Hesberg am 30. Oktober 1866 in preußische Dienste und kam in das 6. Kürassierregiment in Brandenburg, wo er 1867 Major beim Stabe des Regiments wurde. 1870/71 erwarb er sich das Eiserne Kreuz 1. Klasse und erhielt dann die Führung des 15. Dragoner ­ regiments, das er etwa 4 Jahre befehligte. Während ­ dessen 1872 zum Oberstleutnant und 1874 zum Obersten befördert, trat er im Juni 1875 an die Spitze des 2. Garde-Ulanenregiments. Im Februar 1880 wurde er Kommandeur der 16., und drei Monate später als Generalmajor Kommandeur der 20. Kavallerie-Brigade in Hannover. Vom 1 April 1885 ab befehligte er die neugebildete Kavallerie- Division des 1. Armeekorps in Königsberg, rückte am 1. Juni desselben Jahres zum Generalleutnant aus und wurde im Oktober 1888 aus sein Gesuch zur Verfügung gestellt. Der Charakter als General der Kavallerie wurde ihm im September 1891 während der Kaisermanöver bei Mühlhausen i. Th. verliehen. (Hess. Post.) Am 28. Dezember starb zu Kassel der Königliche Musikdirektor Lorenz Spengler, der sich vor etwa 40 Jahren in Kassel als Musiklehrer nieder ­ ließ und seit dieser Zeit als Komponist, Lehrer und nicht zuletzt auch als Dirigent außerordentlich rührig und segensreich tätig war. Lange Jahre war er Dirigent der Kasseler Liedertafel, der Kasseler Konzertvereinigung und bis zuletzt Leiter des Luthe ­ rischen Kirchenchors und der „Nusioa sacra“, mit der ihn der deutsche Kaiser alljährlich zum Vortrag von Kirchenkompositionen in die Wilhelmshöher Schloßkirche zu laden pflegte.