3rs tagen. Die Vorderseite her Mappe schmückt das alte Felsennest Greifenstein zwischm Westerwald und Dilltal und läßt durch dessen kraftvolle künstlerische Ausführung schon erkennen. was von dem Inhalte nach dieser Richtung zu erwarten ist. Hans Meyer ist ja auch ein Künstler, welcher unter den Münchener Vertretern der Schwarzweiß ­ kunst in erster Reihe steht und auch bereits in seiner Heimatstadt Kassel durch wiederholte Ausstellungen von Werken seiner Hand aufs vorteilhafteste' bekannt wurde. Me von ihm für den Kalender gewählten Motive find durchweg von hohem malerischen Rerz, poefievoll erfaßt, in Licht und Schatten prächtig abgetönt, perspektivisch meister ­ haft konstruiert und in der technischen Ausführung von unfehlbarer Sicherheit. Da sehen wir Spangenberg mit seiner hoch aufragenden Feste; das alte gotische Schloß zu Marburg, als dunkle Silhouette vom hellen Horizont sich abhebend; das bergumkränzte Karlshafen aus der Vogel ­ schau mit dem schimmernden Silberband der Weser. Sodann haS liebliche Diemeltal nebst Trendelburg, unser abwechs ­ lungsreiches Fuldatal nebst Guxhagen und Breitenau, sowie das weit zu unsern Füßen sich dehnende Lahntal mit seinen pittoreske» Burgruinen. Ferner unsern alten ^ Großen Christoph" auf dem Kamme d«S Habichtswalde«, den Haustein und Ludwigstein im Werratal. sowie den tzeiligenberg und Felsberg in reizend sonniger Stimmung, worauf wir dann noch überaus lohnende Ausflüge machen auf die Höhe des Auerbacher Schlosses mit der wunder ­ baren Fernsicht über den Odenwald. Dann weiter zu de« romantischen Taunusdörfchen Eppstein mit reizvollem verfallenen Kastell und schließlich in die betreffs der Stimmung trefflich gelungene winterliche Rhön. Und sämtliche genannten hervorragenden Schönheiten unserer näheren und ferneren Heimat können wir erstehen um den so -sehr billigen Preis von zwei Mark. Also alles in allem: eine künstlerisch wertvolle, originelle und außer- ordentlich preiswürdige Festgabe, deren Erwerbung mit gutem Gewissen angelegentlichst empfohlen werden kann. —a— Reskexlichter!! Ein Bilderbuch für alte Kinder. Humoristische Dichtungen von Conrad Lamp- mann. Illustriert von Adolf Wagner. Berlin (Rich. Eckstein Nachs., H. Krüger). Sle- gant broschiert M. 2.—.vornehm gebundenM.3.— Das vorliegende „Bilderbuch für alte Kinder" rührt von zwei hessischen Landsleuten her, von denen der ÄMe des Illustrators als eine« geschätzten Kunstmalers dem , Publikum nicht fremd ist. Conrad Lampmann aber tritt hier zum ersten Male mit einem Buche hervor. Der Hxrr Herfaffer hat sich die Aufgabe gestellt die Menschen mit ihren Leidenschaften und Fehlern in der Tierwelt und in sachlichen Gegenständen, widerzuspiegeln, ohne dabei die seit ­ her übliche Form der Fabel anzuwenden. Fehlte das Porträt des „pessimistischen Straßenköters", könnte man bei dem Gedicht „der Paria" beispielsweise in Zweifel geraten, ob ein-Mensch oder ein Hund der Redende sei. Em kerniger Humor tritt fast in allen Gedichten zu Tage, von denen „Die verfall'ne Starenburg' den Lesern des „Heffenland" «US Pr. 10 des lfd. JahrgS. bereits bekannt ist. Um Ge ­ dichte dieser Art schreiben zu können, muß der Blick für die Eigentümlichkeiten der Tiere besonders scharf sein, eine Fähigkeit, die der Herr Verfaffer jedenfalls besitzt , aber auch: heblose- Gegenstände nehmen unter seiner Behandlung eigenartiges Leben an, wie dies u. a. „Der verdrehte Haus ­ schlüssel" beweist. .Aus den rein menschlichen Begebniffen ist -Das Kamel" hervorzuheben. Hin und wieder könnte die Ausdrucksweise eine abgerundetere sein und eine Be ­ schränkung der Anführungsstriche eintreten, welche letzteren beji den meisten Worten, falls sie nicht wie bei „Stratuari", ich .»Die verirrte Geige" (Seite 77) eine abweichende Form betnerklich machen sollen, überflüssig find. 36 Zeichnungen Achvlf Wagners geben dem Humor Lampmanns auch äußere Gestaltung und veranschaulichen das Leben auf dem Hühnerhof. vor der Hundehütte u. s. w. mit ebenso treffenden Zügen wie die Episoden aus dem menschlichen Dasein. 8. Sphinx. Poetische Originalrätsel, Charaden, Ana- . gramme, Homonyme usw. von Marie Schn- macher. Neue Folge. Kassel 1904. Der Name de« Buches gibt schon Kunde vom Alter des Rätsels, das von allen geistig entwickelten Völkern gepflegt worden ist. Wir lesen, daß die Königin auS dem Lande Arabia zu dem weifen Könige Salomo reifte, um ihn mit ihren Rätseln zu versuchen, und kennen die rätselwütige Prinzessin Turandot. Seit jenen alten Zeiten ist man nicht müde geworden, sich gegenseitig Rätsel aufzugeben und ihre Zahl ist schier unermeßlich, denn seitdem die Zeitungm und Zeitschriften entstanden find, dürfen in drnstlbrn Rätsel nicht fehlen, gar nicht zu gedenken der wieder auS der Mode gekommenen Taschenbücher, in denen „Agrionirn" ständig vertreten waren. Fräulein Schu ­ macher, deren liebenswürdiges Talent, Rätsel in ansprechen ­ den poetischen Formen zu gestalten, bereits durch eine beifällig aufgenommene Sammlung in weiteren Kreisen bekannt ist. hat soeben einen neuen starken Band, aus den verschiedensten Rätselarten bestehend, veröffentlicht, besten Inhalt sich vorwiegend durch geistvolle Erfindung, Witz und hübsche Einkleidung auszeichnet. Für den einzelnen sowohl wie für den Familienkreis find diese sich über alle Gebiete verbreitenden Fragen eine sehr anregende Unter ­ haltung. da da« Jntereste dabei stets wach gehalten wird. Die kütm Seiten de« Bandes aber tut der Leser gut. nur im äußersten Notfall aufzuschlagen. Auf ihnen befinden sich dir Lösungen, die er später nur zur Kontrolle benutzen sollte, da er sich sonst um den Hauptgenuß des Buches bringt. — Att Probe fei die nachfolgende zweisilbige Charade wiedergegeben, deren Auflösung der Name einer bekannten hessisch«! Schriftstellerin ist: Nicht alle find klug oder «ich. In niedern Hütten wie im Schloß, Nicht dick gläeklich und zufrieden; Im Märchen, wie in unsern Tagen. Da» Erste aber völlig gleich Am «ckerpflug und hoch zu Kotz Ist jedem hi« zu sein beschirden. Kannst du nach meinem Zweiten fragen. Me alle» Schöne ist eö zwar Bedeutendes daS Ganze weiß Vergänglich, ad« still im Innern In seinen Schöpfungen zu bieten, Bewahren wir mit weitzem Haar Und einen großen Leserkreis Ihm «och «in seliges Erinnern. Erwarben feines Geistes Blüten. 8. „Vor dreißig Jahren." Rückerinnerungen eines Dreiundachtzigers. Von Franz Plitt. 3. verbesserte Auslage. Kassel (Selbstverlag) 1903. Broschiert Mk. 1.60; elegant gebunden Mk. 2.25. Durch seine frische und unmittelbare ErzählungSart hat das vorliegende Büch sich einer sehr freundlichen Aufnahme zu erfreuen gehabt und in den weitesten Kreisen Verbreitung gtsuüden. Auf kaiserlichen Befehl wurde es durch düs Kri^Sministerium den Generalkommandos empfohlen und bei -den verschiedenen Truppenteilen eingeführt. Die nun erschienene dritte wesentlich verbesserte und vermehrte Auf ­ lage bringt u. a. auch das namentliche Verzeichnis sämtlicher 1870/71 Gefallenen des Regiments. sowie der mit dem Eisernen Kreuz dekorierten Offiziere und Mannschaften. Außer de« BiÜ>e des damaligen Kronprinzen und mehrerer