335 um mich tot. Ich konnte nichts thun und denken. Nur dos eine: ich war bei dem Luischen. Ich stand am Fenster nnd sah, wie's dunkelte. Ich sab empor zu den wenigen Sternen, die zwischen den hohen Häusern hindurchblickten. Wie eine Andacht mar es in mir. Und der letzte Abend stand vor mir. Ihr Kuß aber brannte auf meiner Stirn, als ob's eine Flamme wäre. Einige Augenblicke — dann war's vorbei." — Hier läßt sich der Lyriker Holzamer nicht verleugnen und dieser poetische Ton durchzieht das ganze Buch Der innige Ton der Sprache H.'s packt uns auch hier wieder von neuem Nicht große Lebensschicksale sind's. die uns da entgegentreten. In kleinen Verhält ­ nissen spielt sich alles ab. Aber — wie es gesagt. wie es. gleichsam im Bilde, vor uns entsteht, darin ist Holz ­ amer Meister Und deshalb kann ich auch dieses Buch mit bestem Gewissen empfehlen, freilich nur den Lesern, die in die Tiefe einzudringen verstehen. Akerander Durger. Fe st ge schenke aus dem Verlage der N. G. Elwertschen Verlagsbuchhandlung. Marburg. „Neues und Altes" ans ihrem Verlage hat die rührige Marburger Firma in einem geschmackvoll aus ­ gestatteten Wcihnachtskatalog zusammengestellt, der kürzlich versendet worden ist. Es finden sich darin n. a. der den Kreis Gelnhausen behandelnde I. Band (mit 350 Lichtdruck ­ tafeln) der „Bau- und Kuustdenkmäler des Regierungsbezirks Kassel" von L. Bickell und dessen „Hessische Holz ­ bauten". Ferdinand I u st i s „Hessisches Trachtenbuch", die Jubiläumsausgabe von Vilmars „Geschichte der deutschen Nationallitteratur". sowie sein „Handbüchlein für Freunde des deutschen Volksliedes" und seine „Lebens ­ bilder deutscher Dichter und Germanisten". Wilhelm Schoofs „Hessisches Dichterbuch" und dessen „Diecheutsche Dichtung in Hessen". Könneckes „Bilderatlas zur Ge ­ schichte der deutschen Natiönallitteratur". Ferner sind Werke des feinsinnigen Marburger Professors Theodor Birt und neben einer großen Zahl weiterer bekannter hervorragender Veröffentlichungen des um die hessische Litteratur so verdienten Verlags, die wir nicht alle auf ­ führen können. auch mannigfache belletristische Schriften zu erwähnen, von denen wir besonders die in diesem Jahre neu erschienenen, in diesen Blättern schon ausführlich besprochenen Bücher von Valentin T r a u d t (Leute vom Burgwald) und B. S. Coester (Leutnants-Erinnerungen) empfehlend hervorheben wollen. Hessische Zeitschriftenschau Der Burgwart, III.—IV. Jahrg. Nr. 12 u. Nr. 1—2. Dr. I ustu8 Schneider (Fulda): Die ans ­ gegrabene Burg am Lindenküppel an der Milseburg im Rhöngebirge (Schluß). W. Stock: Die mittelalterliche Befestigung der Stadt Fritzlar. Deutsche Heimat, V. Jahrg. Nr. 50. Hans Benzmann: Wilhelm Holzamer. Deutsche Rundschau. 1902. Nr. 23. Alte Hessen. Zwei Kapitel aus vergangener Zeit. Fuldaer Geschichtsblätter, l. Jahrg. 1902, Nr. 8—11. I. Ruhl: Stausenbacher Chronik des Kaspar Preis 1637—1667. — —, Einrichtung des evangelischen Gottesdienstes in der Pfarrkirche zu Fulda während der hessischen Okkupation 1632-1634 I. Kartels n. C. Scherer: Verzeichnis der Fuldaischen Gesamtlitteratur (II. Fuldcnsien aus „Hessenland". III. aus Zwengers „Buchvnia"). Hessische Blätter für Volkskunde, Band l. Heft 3. Albrecht Dieterich: Über Wesen und Ziele der Volkskunde. Hermann Ilsen er: Über vergleichende Sitten- »nd Rechtsgeschichte. Adolf Strack: Zeitschriftcnschau 1902. Karl Helm: Register zu Band I. Kölnische Volkszritung, Litter. Beilage 1902. Nr. 44. „König Lusticks galante Abenteuer." (Das so be ­ titelte. vor kurzem erschienene Werk von Burg h a r d Aßmus (Leipz. Verlag v. Friedrich Zocher) ist. wie hier nachgewiesen wird, eine „durchaus dreiste Plünde ­ rung der 1863 im Verlag von Reinhold Schlingmnun in Berlin erschienenen Memoiren Jorome Bonapartes"). Wandsbeck, Dezember 1902. Magazin für Litteratur, 1902. Nr. 38. Stefan Zweig: Wilhelm Holzamer. Wonaisblätter für deutsche Litteratur, VI. Jahrg. Nr. 12. G. Schüler u. E. L. Wulff: Aus allen Augen ­ blicken meines Lebens (behandelt K. E. Knodts gleich ­ namiges neues Gedichtbuch). Guartalsbtätter des hist. Vereins für das Gruß- herzogtum Hessen. Neue Folge, Jahrg. 1902, III. Band, Nr. 5 u. 6. G. Frhr. Schenk zu Schweinsberg: Bei ­ trüge zur alten Geschichte von Burg und Stadt Roten ­ burg an der Fulda. Dr. August Rveschen: Der Gaden, die Burg- stätte von Langwasser bei Ulrichstein. Dr. August Roeschen u. Otto Berth: Das Bergschloß Ülrichstein nach den neuesten Ausgrabungen. Ferner: Vereinsnachrichten. Fundberichte, kleinere Mitteilungen, hessische Chronik. Touristische Mitteilungen aus beiden Hessen, Nassau rc. XI. Jahrg. Nr. 2—4. Emil Becker: Durchs Schaumburger Land. (Forts, u. Schluß) F. H uns! n g e r (Gießen): Die letzten Schlotten ­ häger in Hungen 1852. Anii« Bölke, geb. Gissvt: Erinnerung an das Brunnenfest zu Spangenberg. Ferner: Kleinere Mitteilungen rc. Peilschrift für hochdeutsche Mundarten (herausgeg. v. Otto Heilig und Philipp Lenz), III. Jahrg. (1902), Heft 4 ii. 5. Dr. G u st a v S ch ö n e r: Spezialidiotikvn des Sprachschatzes von Eschenrod (Oberhessen). W. S.