333 auf die Funde zu sprechen, die in dem Brunnen des alten untergegangenen Torfes Mattenberg ge ­ macht waren, und gab zu denselben sehr dankens ­ werte Erläuterungen. Gefchichtsverein in Schmalkalden. In Schmalkalden hielt am 8. Dezember der hessische und hennebergische Gefchichtsverein eine Sitzung ab, in welcher Herr Metropolitan Vilmar, der als Vorsitzender wiedergewählt wurde, einen Vortrag über den Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen, den Erbauer des Schlosses Wilhelmsburg, hielt. Derselbe wurde mit vielem Beisall - aus ­ genommen. Luise Braun-Stiftung. Im Architekten ­ haus zu Berlin fand am 4. Dezember eine Gedenk ­ feier des deutschen Schriststellerinnenbundes für die dahingeschiedene Frau Luise Braun statt, bei welcher in Erinnerung an die vielen Verdienste, die sie sich um den Bund erworben, beschlossen wurde, die Unterstützungskasse desselben „Luise Braun- Stistung" zu nennen. Kur fürsten bild. Der Kasseler Kunstmaler Theodor Matthei hat ein Bildnis des letzten Kurfürsten vollendet, welches er im Auftrag Sr. Königlichen Hoheit des Landgrafen Alexander- Friedrich von Hessen gemalt hat. Das Bild ist ein Geschenk des Landgrafen an das Osfizierkorps des Füsilier-Regiments von Gersdorss (Kurhessischen) Nr. 80, früheren hessischen Garderegiments, und für das Ossizierskasino in Wiesbaden bestimmt. Der Kurfürst ist in Lebensgröße, angethan mit der Gardeuuiform, dargestellt (Kniestück). Von Per ­ sonen, die dem Kurfürsten nahe gestanden haben, wird das Bild als ein sehr gutes bezeichnet. Todesfall. Im November starb in Hoboken bei Newyork der Schiffskapitän und Leiter der Piers der Hamburg-Amerika-Linie Edmund Baden - hausen, geboren am 20. November 1840 in Melsungen als Sohn des damaligen Amtsaktuars Ludwig Wilh. Philipp Badenhausen. Edmund Badenhausen ist 1878 als Kapitän der später untergegangenen „Cimbria", des schnellsten deutschen Dampfers jener Zeit, bekannt geworden. Hessische Bücherschau Marburg, die Perle des Hessen land es. Ein litterarisches Gedenkbuch. Herausgegeben von Wilhelm Schoos. Zweite, stark ver ­ mehrte und verbesserte Auflage. 171 S. Mar ­ burg (N. G. Elwert) o. I. Preis M. 2.40, geb. M. 3.20. Wer sich unser Hessenland malerisch vergegenwärtigt, denkt zunächst wohl nicht an unsere auch sonst vorkommen ­ den Basaltkuppen, unsere Wälder und bescheidenen Flüsse im allgemeinen, sondern an drei Orte im besondern, die. allein echt hessisch, allein auch dem Land seine bestimmtere Physiognomie verleihen: Kassel. Wilhelmshöhe und Mar ­ burg. Denn so malerisch z. B. Fritzlar gelegen ist. das man auch ohne Bettinens Augen schön finden muß, so anziehend und charakteristisch Fulda erscheint, so wenig können wir diese Städte, die kaum fünfzig Jahre im Besitz unserer Fürsten waren, wirklich hessische nennen. Sind wir in der Fremde und gedenken unserer Heimat als eines Landes, so steigt in unserer Phantasie der sanftgedehnte Höhenzug des Habichtswaldes mit dem Märchenschloß des Herkules auf seiner Mitte, das heiterblühende Thal von Kassel und das steilaufgeschichtete, mittelalterlich düstere, aber auch mittelalterlich malerische und poetische Marburg auf. Die Elisabethkirche ragt empor, ihre stolzen Stein ­ spitzen in der Lahn spiegelnd, und der Schloßbcrg wächst zur Höhe über Häuser hin. die eins dem andern auf dem Kopf stehen. Marburg. durchaus nicht etwa reicher an schönen Bildern wie Kassel, bietet diese Bilder aber kon ­ zentrierter dar und lenkt die Aufmerksamkeit um so leichter darauf hin. als sie eben das einzige sind, was der Besucher, wenn er nicht gerade Student ist, hier finden kann. „Die Perle des Hessenlandes", gleichsam als einziges Kleinod auf heimischem Gebiete, ist daher ein Ausdruck, der auf objektive Gültigkeit schwerlich Anspruch erheben kann. Das schöne und höchst eigenartige Buch, das diese „Perle" in den Goldrahmen bedeutender Aussprüche faßt, liegt jetzt in zweiter Auflage vor. „Vermehrt und verbessert" nennt sie sich, und wir dürfen dem vollkommen beipflichten. Daß freilich die Vermehrung des Inhalts, die dem Um ­ fang nach eine auffallende ist, keine allzugroßen Über ­ raschungen bereitet, liegt in der Natur des Unternehmens und vor allem des Unternehmers selbst. Einem so gründ ­ lichen Fleiß und Spürsinn, wie ihn der Herausgeber schor, mehrfach bewiesen hat, sind die wichtigsten in Frage kommenden Stellen natürlich schon bei der ersten Auflage nicht entgangen. Immerhin lesen wir auch jetzt noch manches neue, geistvolle und poetische Wort über Marburg, und sogar berühmte Namen sind hinzugekommen, wie Knigge, Geibcl. Savigny, Sylvester Jordan, der Pädagog Niemeyer, der Mineralog Leonhard, der englische Archäolog Mahasfy und von zeitgenössischen Dichtern namentlich Adolf Wilbrandt, ein ebenso begeisterter wie beredter Ver ­ ehrer der alten Musenstadt. Von andern, schon früher an ­ geführten Schriftstellern bereichern erfreuliche Ergänzungen die neue Auflage. Besonders haben aus dem Buch über „die Günderode" köstliche Schilderungen aus dem romantischen Winterleben Bettinens, als nunmehr glänzende Zierden des Werkes. Aufnahme gefunden. Seine eingehenden Studien auf dem Gebiet der hessischen Litterärgeschichte ermöglichten dem Herausgeber, sein Buch zugleich zu einer interessanten hessischen Anthologie zu gestalten und uns Autoren vorzuführen, die man sonst nicht leicht kennen lernt. Mit Vergnügen liest man in dieser Hinsicht die mitgeteilten Stellen von Ludwig Ewald und auch Elise Sommer. Gleich das erste Gedicht, eins der schönsten unseres so begabten Landsmannes Karl Schmitt, wird für