317 Landgrebe), Photographie des Schlosses Elmars ­ hausen (Herr Finkbohner). Ferner teilte der Herr Vorsitzende noch mit, daß nach Abänderung der Statuten der Verein nunmehr in das Pereins ­ register eingetragen worden sei. Der Redner des Abends war Herr Oberlehrer Grebe, welcher einen Vortrag über „Hessische Ortsnamen als Geschichtsquellen" hielt und die Zu ­ hörer in die Tage der Vorzeit führte. wo von Zentral-Asien die Völkerstämme ausgingen, deren einer sich durch die Thore des Kaukasus nach Europa wandte. Redner ging dann zu den im jetzigen Hessen befindlichen Sitzen der Kelten über, die um '»Oft v. Ehr. von den Katten eingenommen wurden, berührte die Gründung des Frankenreichs und die Einführung des Christentums und sodann die letzte Periode, die aus die Ortsnamen von Einfluß war: die Ausnahme der Refugios durch die hessischen Landgrafen. Für die Erforschung des Sinns unserer heimatlichen Ortsnamen, an denen das Volk mit großer Zähigkeit hänge, seien besonders sieben Männer erfolgreich thätig gewesen: Jakob Grimm, Vilmar, Arnold, P i d e r i t, N e b e l t h a n, Di-. Wilhelm Kellner und Professor Edward S ch r ö d e r. Die Ortsnamen sind hauptsächlich von den Göttern, den Bäumen und den Tieren her ­ geleitet. Das Verhältnis, in dem die alten Be ­ wohner der unermeßlichen deutschen Wälder gerade zu den Tieren standen, in deneü sie teils Jagdgesellen, gleich ihnen selbst, teils böse Geister sahen, wußte der Vortragende in sehr ansprechender Weise zu schildern. An einer langen Reihe von Ortsnamen wies Herr Grebe ihre Abstammung aus den ver ­ schiedenen Sprachgebieten nach, wobei auch der Fluß- namen gedacht wurde. Das geschichtlich-etymologische Gebiet, auf das der Vortragende sich begeben hatte, ist jedoch so ausgedehnt, daß er in der ihm zu ­ gemessenen Zeit nur einen Teil desselben den Ver ­ sammelten zugänglich machen konnte. Vor Schluß seiner mit vielem Beifall aufgenommenen Aus ­ führungen aber machte Herr Grebe noch auf die Eigenart der Schwälmer aufmerksam, die so ganz anders in ihrem Äußern seien, als die andern Hessen, und warf die Frage aus, ob sie wohl als Nachkömmlinge der Kelten betrachtet werden könnten. Im hessischen Geschichtsverein zu Marburg hielt am 27. November Herr Privatdozent Dr. Diemar einen Vortrag über den Chronisten Wiegand Gerstenberg (1457—1522), dessen Hauptwerk, die thüringisch-hessische Landeschronik, hauptsächlichen Wert dadurch hat, daß in ihm uns zahlreiche alte Quellen erhalten geblieben sind. Sodann schrieb Gerstenberg die Chronik seiner Vaterstadt Franken ­ berg. in welcher er neben unechten auch eine Anzahl echter Urkunden wiedergibt, die auch dieses Buch zu einem wertvollen historischen Dokument machen. Ferner wies der Redner auf die von Gerstenberg noch vorhandene historisch-genealogische Tabelle des hessisch-thüringischen Regentenhauses hin, die er als ein kleines kalligraphisches Kunstwerk bezeichnete. Oberhessischer Geschichtsverein. In Gießen fand am 20. November unter dem Vorsitz des Herrn Professor Höhl bäum eine Mitgliederversammlung des oberhessischen Geschichtsvereins statt. Bei den geschäftlichen Mitteilungen wies der Herr Vorsitzende, wie der „Gießener Anzeiger" berichtet, auch daraus hin. daß infolge des Mangels geeigneter Vor ­ arbeiten, wie einer kritischen Ausgabe der hessischen Chroniken, einer wissenschaftlich ausreichenden Samm ­ lung der Urkunden zur Geschichte des hessischen Landes und einer vollständigen kritischen Samm ­ lung der Landgrafen-Regesten, eine gründliche und vielseitige Erforschung der hessischen Geschichte vor ­ nehmlich in den Zeiten des Mittelalters, noch immer erschwert sei; die Bearbeitung der Regesten der Erzbischöfe von Mainz, die auch für die Geschichte von Hessen von hoher Bedeutung sind, sei dagegen ernstlich in Angriff genommen und weit gefördert. An den geschäftlichen Teil der Sitzung schloß sich ein interessanter Vortrag des hochverdientenMnseums- Kvnservators Herrn Hauptmann a. D. Kramer über die neuesten Erwerbungen für das Museum und die Ergebnisse der lohnenden Ausgrabungen ans dem „Trieb", die nur durch eine neue ansehnliche Spende eines ungenannten Gönners ermöglicht waren. U n iv er sitätsn ach richten. Der in Kassel geborene Dr. Balthasar Wilhelm Gerland in Accrington in England beging am 14. November sein 5ftjähriges Doktorjubiläum. Bei dieser Gelegen ­ heit erneuerte die Universität Marburg ihm das Doktor ­ diplom. — Dem ordentlichen Professor in der juristi ­ schen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg Dr. Rudolf Stammler (einem geborenen Ober ­ hessen) wurde von dem Kaiser der Charakter als Geheimer Justizrat verliehen. Luise Braun. Zur Ergänzung der in voriger Nummer enthaltenen Nachricht von dem in Berlin erfolgten Hinscheiden der Schriftstellerin Fra» Luise Braun teilen wir noch das Nachfolgende mit: Seit ungefähr einem halben Jahre litt die Ver ­ ewigte an einer Nierenentzündung, deren Anfänge etwa zehn Jahre zurückzurechnen sind und zwar in die Zeit, wv sie in aufopfernder Pflege um ihren leidenden Gatten ihre eigene Gesundheit gering achtete. Nach ihres Mannes Ableben trat sie im Jahre 1897 in nähere Beziehungen zur „Deutschen Goldschmiede-Zeitung" (Wilh. Diebner-Leipzig), in ­