316 immerhin wird es denselben and) in kommenden Feldzügen unter der Hand schneidiger Führer be- schieden sein, der Vorliebe der ganzen Nation für die grüne Couleur in der Erinnerung an die frei ­ willigen Jäger der Jahre 1813 und 1814 ent ­ sprechend, Hervorragendes zu leisten. Unserm Kur ­ hessischen Jägerbataillou, aus den früheren kur- hessischen Jägern und Schützen hervorgegangen, wünschen wir aber die Behauptung des Kriegsruhmes seiner Stammtrnppen auch in der fernsten Zukunft. A. v. m. z. Gilsa. Seltene Münze. Nach Fertigstellung meines Aufsatzes „Die symbolischen Thaler des Landgrafen Wilhelm V. zu Hessen", welcher in vorletzter Nummer dieser Zeitschrift zum Abdruck gelangte, ging mir das Verzeichnis einer Münzversteigerung zu, nach welchem eine hessische Münze von höchster Selten ­ heit am 5. vorigen Monats zum Verkaufe kam. Das Stück ist ein Goldabschlag des symbolischen Doppel ­ thalers obigen Landgrafen vom Jahre 1630 in vorzüglichster Erhaltung, natürlich wird es im Verzeichnis nach alter Gewohnheit als „doppelter Weidenbaumthaler" aufgeführt. Das Vorkommen dieses Stückes spricht nun für meine in obigem Aufsatz dargelegte Annahme, daß die aus dieser Art Münzen dargestellte Stadt höchst wahrscheinlich Kassel ist, und ebenfalls, daß dieses so vom Land grasen Wilhelm angeordnet wurde. Auf keinem andern Stempel dieser vielen Thaler ist die Stadt bind) die wehrbare Mauer als eine wohlbesestigte so kenntlick) gemacht wie gerade ans diesem des Jahres 1630. Über die Entstehung und Auffindung des Stückes glaube ich folgendes sagen zu binden: Es war früher Brand), vereinzelt and) nod) heute, daß bei Herstellung eines neuen Münzgeprüges oder wenn an dem bestehenden eine Änderung beliebt wurde, man den ersten Abschlag vom neuen Stempel in Gold nahm, um sold)en dem Münzherrn als Probe wie and) gleid)zeitig zur Genehmigung vor ­ zulegen. Ohne Zweifel handelt es sid) hier um ein sold)es Stück, weld)es gewiß and) nur ein einziges Mal hergestellt wurde, daher seine hohe Seltenheit unb gänzliches Unbekanntsein in der hessisd)en Münzkunde. Jakob Hoffmeister, welcher mit der größten Gründlichkeit alle Archive, die gesamte Münzlitteratur, alle bekannten Münzsamm ­ lungen seiner Zeit und vor allem die Verzeid)nisse aller seit den frühesten Zeiten stattgefnndenen Münz- versteigerungen durchforschte, wäre es nicht entgangen, wenn fraglicher Abschlag schon früher bekannt oder irgendwo einmal zum Vorschein gekommen wäre. Da aber alle Quellen hierüber vollständig schweigen, so ist anzunehmen, daß dieses Stück sich sck)on seit langen Zeiten in unbekanntem Privatbesitz befunden haben muß. In früheren Jahrhunderten war es nun Sitte, daß der Landesherr diese für damalige Verhältnisse recht wertvollen Goldabschlüge für einen ihm geleisteten Dienst seinen Hosleuten und Beamten, anch verdienstvollen Fremden, als Gnadeugesd)ent überreichen ließ, wie die Fürsten heutzutage Orden zu verleihen pflegen. Jedenfalls wird es so mit gegenwärtigem Stück geschehen sein und ist dasselbe, vielleicht schon seit Landgraf Wilhelms Zeiten, immer im Besitz einer retdjeii und angesehenen Familie, deren Ahn es wohl selbst erhielt, geblieben und in dieser als vornehmes Erbstück von Ge- sck)lecht zu Geschlecht gegangen, bis endlick) dnrck) irgend welche Umstünde und Zufälligkeiten das Stück in fremde Hände und dadnrck) zur Versteigerung gelangte. Ter Äbsck)lag entspricht 10 Dukaten da ­ maliger Zeit, hat ein Gewicht von 32,25 Gramm und besitzt einen Goldwert von einigen ack)tzig Mark. Er erzielte einen Preis von 1500 Mark, hierzu 10 "/« für Aufgeld und sonstige Gebühr, allerdings eine hohe Summe, jedock) nick)t 311 hoch in Anbetracht seiner großen Seltenheit. Leider ging dieses herr ­ liche und gewiß nicht zum zweiten Male vorkommende Stück für das hiesige königliche Münzkabinett ver ­ loren; trotzdem enthält das letztere nach den reichen Erwerbungen der letzten Jahre so zahlreickie hohe und höchste Seltenheiten, daß es heute fraglos das erste seiner Art ist, wofür alle Münzkenner und Münzfreunde seinem nmsick)tigen Leiter, Herrn Museumsdirektor Dr. Böhlau, zu Dank ver ­ pflichtet sind. Theodor Meyer. Aus Heimat nnb Fremde. Hessischer Geschichtsverein. Der Verein, für hessische Geschichte und Landeskunde in Kassel hielt am 24. November seine Monatssitzung ab. Der erste Vorsitzende Herr General Eisen traut teilte mit, daß im vergangenen Atonal der Verein 2 Mitglieder verloren und 9 Mitglieder gewonnen habe. Die Ausgabe der Zeitsck)rist werde erst im Januar erfolgen können, da die Anfertigung der beizugebenden Zeick)nnngen längere Zeit erfordere. An Geschenken seien zu verzeichnen: eine eiserne Platte mit dem hessischen Wappen (Siechenhofs- verwaltnng), ein Bild des Ministers, nachherigen Vorstandes der Direktion der Hauptstaatskasse Ge ­ heimrat Schotten (Herr Privatmann Karl Sck)otten), 2 Photographien des alten Brunnens von Matten ­ berg bei Nordshausen (Herr Oberregierungsrat