135 Szene (Akt II, Szene 2), welche auf einem Felsenkeller spielt. An einem Tische sitzen drei Spießbürger: der Küfer Hahnemann, der Barbier Schnepper und der Bäcker Lippert, und jedem von ihnen werden einige Kasseler Redewendungen in den Mund gelegt, namentlich dem erstgenannten, welcher z. B. sein Bierglas prüfend aushebt und offenbar durch den Genuß des Trankes nicht befriedigt ausruft: „Se suffens doch!"; dann zum Freunde Lippert, der kaum ein Wort gesprochen hat und stottert: „Schwigg stille, Lippert, bist ein langweiliger Kerl!"; hieraus zu ankommenden Bekannten: „Aha, me huns, me kuns! Vetter Gutmann, wie sich die Frau Widder uffgedonnert hat", und später Lippert zu Gutmann: „Diesen Morgen war's trübe. He - Herr Entmann, aber es hat sich dicke uffgeklärt." Eine Frau bestellt beim Kellner: „Eine Portion Kaffee mit 7 Tassen." Endlich fehlt auch nicht einer der damals schon viele Orte unsicher machenden Engländer, der auf zwei Stühlen sitzend und im Anschauen und stillen Bewundern der Gegend ver ­ sunken wiederholt ausruft: „Wonderful!“ So verflossen für unsere Vaterstadt schöne Zeiten und viele fröhliche Menschen saßen und Aus Ismael Fu steiniger Müste, auf dürrem Feld, Hinter spitzigen Klippen und felsigem Mall, Unterm grauen, grämlichen Himmelszelt Ist die rauhe Ruhstatt, die uns gefällt. Die nervige Rechte um's Life« geklammt, Die Brust von trotzigem !Nut entflammt — Nun kommt nur näher und greift uns an. In den lustigen Kampf — und Mann für Mann! Mir kämpfen für unser Leben! Mie es schwillt, das gierige Natterngezücht, von allen Seiten bricht es herein, Mie es sich duckt und tückisch sicht — Da — den Schlag Dir in's Gesicht! Mag's Dir eine Marnung fein. Haft die Melt Dir unterjocht Und Dich König stolz genannt — Millft Du noch dies letzte Land, Diese öde Felsenwüste? . . . So komm' nur heran und nimm sie Dir! Gin trotziges Häuflein wartet hier, Mir sind aus Jsmaels Geschlecht, Und die Gemalt ist unser Recht! Und willst Du die Freiheit uns entwinden, Die Freiheit, unser schönstes Gut, Rassel. kneipten aus den Felsenkellern vor dem Frankfurter Thore. „Da starb von den Dreien der eine. der andere folgte ihm nach, Und es blieb der dritte alleine " Jrn Dezember 1867 bezw. Januar 1868 ging der oberste und feinste Keller, der Schwanersche, erst an Buchhalter Zwenger, dann an den Maschinen ­ fabrikanten Henschel über, beide Male zum Kauf ­ preise von 17 000 Thalern und hörte aus ein öffentlicher Garten zu sein; 1887 geschah dasselbe in gleicher Weise mit dem Peilertschen, zum Kauf ­ preise von 20 000 Thalern — 60 000 Mark. 1898 ist schließlich auch der dritte und letzte, der Eisseugarthensche Felsenkeller, der jedoch bis zum Jahr 1901 für das Publikum noch geöffnet blieb, nachgefolgt. (Kaufpreis 800 000 Mark.) Solcher Gestalt haben die Kasselaner die in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach langen Verhandlungen mit verschiedenen Behörden gemachten Anlagen — die sog. Felsenkeller vor ­ dem Kölnischen Thore haben bei weitem nicht den Reiz der verlorenen vor dem Frankfurter Thore — noch vor Schluß desselben Jahrhunderts vom Erd ­ boden verschwinden sehen. — GcscblecDt. I. Mos. 16, |2. „(Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand wider jedermann; jedermanns Hand wider ihn!" Und uns mit Deinen Gesetzen schinden, Mit Deinen gestohlenen Gesetzen — So mußt Du uns erst zu Tode hetzen. Die Freiheit — oder unser Blut! Doch zittrc vor uns! Du kennst unsre Schar, Diese glutenden Augen, dieses wilde Haar, Diese zuckenden Fäuste, die wogende Brust, In unsrem Blicke die mörderische Lust! Du kennst unsren Schlachtruf, den gellenden Schrei, Gr lähmt D i r die Kraft, er macht u n s frei: Mir sind aus Jsmaels Geschlecht, Und die Gewalt ist unser Recht! Und willst uns schmeicheln und Bruder uns nennen — Soll Dir das Mort auf der Zunge brennen, Das tückische Mort, das uns knechten soll! Mir tragen in unsrer Brust den Herren — Und ließen uns in die Knechtschaft zerren? Fürwahr, das hieße vernarrt und toll! In der weiten Müstc ist unser Reich, Ist jeder von uns dem andren gleich, Ist jeder König und Unterthan, Geht jeder feine ureigne Bahn. Mir sind ans Jsmaels Geschlecht, Und die Gewalt ist unser Recht! 'Julius ßerstl. Gß