128 der Verfasser in unserer hessischen Heimat soviele Freunde und Leser, daß ihm die Freude an weiterem Schaffen er ­ halten bleibt. Walentin Brandt. Peter No ekler. Die Geschichte eines Schneiders. Von W i l h e l m Holz a m e r. Leipzig (Hermann Seemann Nachfolger). Der Verfasser, von dem ich im vorigen Jahre schon bei der Besprechung seines Buches „Im Dorf und draußen" Rühmliches sagen konnte, hat uns in „Peter Nockler" ein äußerst scharfes Bild aus dem kleinbürger ­ lichen Leben beschert. Der Schneider ist eine beschauliche, tiefinnerliche Natur, ein stiller Kämpfer und — Sieger. Holzamer hat in ihm ein wahres Kabinettstück psycho ­ logischer Beobachtungsknnst geliefert nnd sich wiederum als echter Volkskenner und Volkserzähler erwiesen. Schon bei ihrem ersten Erscheinen in der „Deutschen Roman- bibliothek" hat sich die Geschichte viele Freunde erworben, zu denen nun die Buchausgabe zahlreiche neue gewinnen wird. Walentin Traudt. Trendila. Eine Sage aus dem Sachsengau und Schwarzwald von R. Suchier. Mit Buchschmuck von F. Grein er. Freiburg i. B. (G. Ragoczy (E. Iedele)) 1902. Die an der Weser und Diemel gelegenen Burgen bieten den Dichtern mannigfachen Stoff, der bislang jedoch nicht genügend benutzt worden ist, da es fast den Anschein hat. als ob Schillers wenig gerechtfertigtes Wort die Weser bei den Poeten in dauernden Mißkredit gebracht habe. R. Suchier hat es nun in dem vorliegenden Gedicht unter ­ nommen . eine der Hauptsagen des Wesergebietes poetisch zu gestalten, ist aber insofern ebenfalls dem Zug der Zeit gefolgt. als er den Sachsengau mit dem Schwarzwald in Verbindung bringt, der bei dem Publikum in Bezug auf Romantik allerdings in besserem Ansehen steht. So ist das Interesse, das die Dichtung erweckt, kein einseitiges, denn dem nördlichen wie dem südlichen Deutschland wird sie willkommen sein. Da die wilde, schreckenverbreitende Trendila I und ihr Untergang in den „Wolkenbrüchen" bei Trendel ­ burg im Mittelpunkt der Handlung stehen, eignet sich das Buch aber besonders für das Hessenland. Der Leser wird darin ergreifende Schilderungen menschlicher Verhältnisse aus jener längst vergangenen Zeit finden, in welcher die Erdbewohner dem Übermenschentum unbewußt weit näher standen, als die heutige, geschniegelte Welt. Die Natur tritt uns lachend und grollend entgegen, und beides weiß der Dichter mit gut gewählten Farben wiederzugeben. Daß einige nicht einwandfreie Reime mitunterlaufen, soll bei den zwölf Gesängen nicht weiter in Betracht gezogen werden. Ter Buchschmuck von F. Grein er. sowie, die sonstige Ausstattung, geben deni Gedicht ein gefälliges Äußere. 23. „Das Vater Unser" für eine hohe oder tiefe Singstimme mit Klavier-, Harmonium- oder Oraelbealeitnna von I o h. L e w a l t e r. Berlin (Ries & Erler). Dieses wahrhaft tief empfundene und zu Herzen sprechende Werk des auf dem Gebiete der vokalen Musik verdienst ­ vollen Komponisten sei allen den Sängern und Sängerinnen warm empfohlen, welche ihre Kunst auch in den Dienst des öffentlichen Kirchensologesanges gestellt haben. Es erblüht ihnen im Vortrage dieses Opus eine Aufgabe, in deren Ausführung sie sich die größte Sympathie ihrer Zuhörer sichern können. M. Personalien. Verliehen: dem Geheimen Regierungsrat a. D. E a l l e n b e r g und dem Steuerrat a. D. Gehr m a n n z» Kassel der Rote Adlerorden 3.-Klasse mit der Schleife: dein Oberlehrer a. D. Professor Dr. Horn st e i n zu Kassel, dem Bergrat a. D. Franke zu Lbernkirchen und den einer. Pfarrern D i t h m a r zu Altenburschla und Achilles zu Marburg der Rote Adlerorden 4. Kl.; dem Regierungssekretür a. D. K i r ch n e r in Kassel der Königliche Kronenorden 4. Kl- Ernannt: Regierungsassessor Dr. jur. von Metten - hei in er in Rotenburg zum Landrat des Kreises Roten ­ burg; Amtsrichter Hasse zu Fulda zum Landrichter in Kassel; Forstassessor Kühn zu Vöhl zum Königl. Ober ­ förster ; Gerichtsassessor B o ek zuni Amtsrichter in Eiterfeld; die Pfarrer Al a r t i n in Sontra nnd Schmitt in Spangenberg zu Aletropvtitanen; Pfarrer Dia. theol. Schüler aus Marburg zum Gouvernements-Pfarrer beim Kaiserlichen Gouvernement von Kiantschou; Berg ­ inspektor S ch u l tz e zu Obernkirchen zum Bergwerksdirektvr bei dem Gesamtbergamt daselbst; Referendar Apel zum Gerichtsassessor; die Rechtskandidaten L a m P e r s b a ch und Lud w i g zu Referendaren; Zollpraktikant Lutze zu Wiesbaden zum Hauptzollamtsassistentcn in Emmerich a. Rh. Versetzt: Forstmeister H i l s e n b e r g in Doberschütz auf die Oberförsterstelle Schmalkalden; Salinendirektor Walther in Sooden a. d. W. nach Lüneburg; Bergwerks ­ direktvr Zirkler zu Habichtswald nach Sooden a. d. W. Geboren: ein Sohn: Königl. Landmesser Theodor Ra bene ick und Frau Gertrud, geb. Wolleuhanpt lMelsungen, 22. April); eine Tochter: Pastor Roth fuchs nnd Frau Johanna, geb. Marburg (Rodenberg. 20.April). Gestorben: Vortragender Rat im Reichseisenbahnamt Wirklicher Geheimer Oberbanrat S t r e ck e r t, 71 Jahre alt lBerlin. 13. April); Landesbibliothekssekretär a. D. Leon ­ hard Schultheis. 81 Jahre alt (Kassel, 13. April); Versicherungsinspektor a.D. Eduard Petersen, 72 Jahre alt (Kassel, l4. April); Frau Lina Artmann, geb. Früh. 51 Jahre alt (Kassel, 14. April); verw. Frau Katharine Haupt, geb. P l i t t. 78 Jahre alt (Kassel, 14. April); verw. Frau Erste Staatsanwalt Amalie W i l he lm i. geb. Scholl, 74 Jahre alt (Kassel, 14. April); Oberlehrer Professor Dr. Oskar Kius, 53 Jahre alt (Kassel, 14. April); ehemaliger Kurfürstlicher Anditeur Sekretär a.D. I v s e p h S ch w a n k. 82 Jahre alt (Frank ­ furt a. M., 15. April); Frau Marie Liebehenz, geb. Hupfeld. 60 Jahre alt (Hanau, 15. April); Königlicher Förster L. Spies, 67 Jahre alt (Forsthaus Hemelberg bei Veckerhagen, 16. April); Frau Amtsanwalt Julie S p o h r, geb. D ö l l e, 57 Jahre alt (Kassel-Wehl ­ heiden, 18. April); Kunstmaler Siegmund Gerechter. 51 Jahre alt (Kassel. 19. April); Privatmann Theodor Hild, 72 Jahre alt (Kassel, 20. April); Lehrer a. D. H e i n r i ch « ch e f e r. 81 Jahre alt (Kassel, 20. April); Frau Johann a Jung. geb. Jacobs, 70 Jahre alt (Kassel. 21. April); Frl. Sophie Ne üb er, Tochter desMediziualrats, 74 Jahre alt (Kassel. 21. April); Königl. Landrentmeister a. D. Rechnungsrat Karl Brehm. 72 Jahrealt(Kassel,23.April); Frau Georgine Stück, geb. Specht, 46 Jahre alt (Kassel. 23. April); Sprachlehrer Heinrich Eisenträger (Kassel. 24.April); Geheimer Justizrat Edmund M a cke l - dey. 79 Jahrealt(Fulda.24.April):KaufmaiinFriedrich Wilhelm Köster (Kassel, 26.April); Bürgermeister Karl Heinrich Herbener. 38 Jahre alt (Marbach. 26. April); Königl. Eisenbahnsekretär a. D. Karl Poppe, 74 Jahre alt (Kassel, 27. April); Kaufmann Julius G u n d e l a ch, 60 Jahre alt (Kassel. 28. April). Für die Redaktion verantwortlich: W. Bennecke in Kassel. Druck und Verlag von Friedr. Scheel, Kassel.