173 Centrum und Reserve. (Centrum: 2 Bataillone. 32 Schwadronen. 29 Geschütze in 7 Batterien vertheilt; Reserve: 12 Bataillone.) Hinter der Anhöhe bei der Berger Warte, mit dem linken Flügel an diese anlehnend, standen mit der Front nach Osten gerichtet 32 Schwadronen Kavallerie in drei Tressen. In den beiden ersten waren je 12 Schwadronen Kürassiere, in dem dritten 8 Schwadronen Dragoner aufgestellt. Die Kavallerie wurde von den Generalen Beauprcau und Castries befehligt. Alt dem Graben bei der Berger Warte standen 2 Bataillone des Regiments St. Germain. In der Nähe der Kavallerie nördlich von der Berger Warte standen als Reserve 11 Bataillone der Regimenter Dauphin, Enghien, Royal Baviöre, Nassau-Usingen, Bentheim und Berg. Das 12. Bataillon diente zur Deckung des hinter der Kavallerie aufgestellten Artillerieparks. Die Artillerie war in 8 Batterien vor der Front postirt in dem Raum zwischen Bergen und dem Vilbeler Wald westlich vom Hohlwege. Sie konnte das ganze vor ihr liegende Terrain bestreichen, während die auf dem linken Flügel ailfgestellten 16 Geschütze die Gegend am Vilbeler Wald bis zum Niddathal hin unter Feiler halten konnten. Der Befehlshaber der Artillerie war der Feldmarschall Pelletier. Linker Flügel. (12 Bataillone, 12 Schwadronen. 16 Geschütze.) Den linken Flügel bildeten die Sachsen unter dem Befehle des Generallieutenants von Dyherrn. 8 Bataillone Infanterie standen rechts der Frank- furt-Vilbeler Straße, 1 Bataillon links. Hinter diesen 9 Bataillonen waren 2 weitere Bataillone aufgestellt. Hinter dem linken Flügel der In ­ fanterie standen 12 Schwadronen Reiter in zwei Treffen. Die äußerste Spitze am linken Flügel bildete das nach dem Niddathal vorgeschobene, im sogenannten „Rußland" stehende 12. Bataillon. Broglie's Absicht war, die beiden Flügel auf's äußerste zu vertheidigen. Sollten dieselben in's Schwanken gerathen, so war die Kavallerie an ­ gewiesen, das Gefecht wieder herzustellen. Bei einem' etwaigen unvermeidlichen Rückzüge hatten die am rechten Flügel stehenden Truppen die Weisung, an dem südlich von Bergen gelegenen Abhange sich zur Frankfurter Landwehr und Friedberger Warte zurückzuziehen. Der linke Flügel hatte seinen Rückzug nach Nidda zu letten und dann auch die Friedberger Warte zu er ­ reichen. Die Kavallerie sollte gleichfalls die Richtung nach der Friedberger Warte einschlagen, dort mit Unterstützung der Infanterie das Gefecht aufnehmen und so lange hinhalten, bis das Gros der Armee nach Frankfurt*) und über den Main sich zurückgezogen hätte. Im Ganzen zählte die französische Armee bei Bergen in 49 Bataillonen, 44 Schwadronen und 45 Geschützen einschließlich der leichten Truppen 35 000 Mann. Der Marsch der Verbündeten von Wind ­ ecken nach Bergen. Der Herzog Ferdinand von Braunschweig hatte nach einem dreitägigen Marsche von Fulda aus am 12. gegen Abend mit der mittleren Kolonne das Städtchen Windecken erreicht, woselbst ein Theil seiner Truppen Quartier bezog. Trotz der anstrengenden, durch das eintretende Negenwetter bedeutend erschwerten Märsche der vorherigen Tage wurde den Truppen kein Rasttag gegönnt, und für den 13. der Marsch und Angriff auf Bergen bestimmt. Als Rendezvousplatz wurde die südlich von Windecken in der Nähe des Wartbaumes gelegene Anhöhe gewählt, auf der die von Fulda beginnende „hohe Straße" herzieht. Man erreicht diesen Platz, wenn man von der über Roßdorf führen ­ den Hanau-Friedberger Landstraße bei dem auf der Höhe stehenden, weithin sichtbaren Lindenbaum (Wartbaum) links abbiegt. Daß der Herzog gerade diesen Platz als Versammlungsort aus ­ gewählt hat, der von dem Städtchen eine gute Viertelstunde entfernt liegt und von dem im Nidderthale gelegenen Orte auch nicht sichtbar ist, läßt Bestimmt schließen, daß ein Theil der Truppen, vermuthlich das am weitesten links marschirende Jsenbnrgische Corps, von Marköbel, der hohen Straße folgend, bei dem Wartbaum ankam, dort Halt machte und womöglich kampirte. Der Herzog, der auf einer anderen besseren Straße, von Mar ­ köbel über Ostheim marschirend, Windecken erreichte, erhielt im Städtchen Nachricht von der Ankunft der Truppen auf der hohen Straße und wird dann, nach Besichtigung des Terrains und Er ­ kundigung bei den Ortsbewohnern über die Fort ­ setzung und Ausmündung der hohen Straße, diesen Platz als allgemeinen Versammlungsort bestimmt haben. Da die Avantgarde des Erbprinzen und das Jsenbnrgische Corps gegen 21000 Mann zusammen zählten, das Landstädtchen Windecken nur 2000 bis 3000 Mann aufnehmen konnte, die wenigen *) »In Frankfurt wurde das Geschütz auf chie Wälle gebracht und neben dem Glacis eine Brücke über den Main geschlagen, um den Rückzug zu erleichtern, wenn man wider Erwarten dazu genöthigt fein sollte." (Tempel ­ hoff.)