5 ♦ s- Ä- A d- » A Ä- Poran der fommcnö’ Sonne schreitend, Weit ihre Schatten vor sich breitend, Aommt die ersehnte neue Zeit! Schon fällt des neuen Schattens Dunkel Auf des Jahrhunderts Sterngefunkel, Das bald sinkt in Vergangenheit. i&s naht gewaltig und doch zage Der neue Herrscher künft'ger Tage Zu dunkeln Nebel eingehüllt. Der Zeit den Namen dann zu geben — Der Spanne von drei Menschenleben — Bis er sein Schicksal voll erfüllt. Der Zukunft wechselnde Gestalten Verbirgt er in den hundert galten Des Wantels, der ihn uns verhüllt. Nicht sehen kaun in seinen Zügen Der Wensch, ob ihn sein Ahnen trügen, Ob ihm sein Sehnen wird erfüllt. Schon kommt mit dem gigant'schen Tritte Tr näher nach des Grabes Witte, Das für das Zetzt schon offen steht; Noch hält er auf dem graus'gen Kosten, Von dem beim ersten Strahl im Osten Wit einem Schritt er weiter geht. And wartend an der Grenzen Tilge Staut sich der Völker große Aäenge, Verzweifelnd ob der Schranken Wacht Will sie mit gierig offnen Augen Vorzeitig aus der Herne saugen, Was das Vergaug'ne nicht gebracht. Von unsichtbarer Hand gehalten, Da, leuchtend aus des Wantels galten, Glänzt auf der Zukunft dunklem Buch Die „Zwanzig" in demant'nen Lettern, So wie der Blitz aus schwarzen Wetteril. Wird Segen sie? Wird sie zum Hluch? Bet teil Hausen-Rassel, Januar ;9o;. Ts hilft fein Deuten, nützt kein fragen, Zn's Buch der Zukunft eingetragen Sind hundert Räthsel, Blatt für Blatt. Sie zu entziffern nimmer taugen Des staubgebor'nen Wenschen Augen, Der die Vergangenheit nur hat. Nur hoffen kann der Wensch und ahnen: Voraus geworf'ner Schatten Bahnen Durch wandle auch die neue Zeit! Nur hellstes Licht wirst starke Schatten, Wenn Glaube sich und Wahrheit gatten, Zst's zur Vollendung nicht mehr weit! Wird Geistesfreiheit, Wenschenrechte, Wird Liebe zwischen Herrn und Anechte, Wird geist'gen Fortschritt überall Die neue Zeit der Wenschheit geben? Der Wenschen trennt im kurzen Leben, Wird fallen dieser morsche Wall? Sind Zwist und Hader nun zu Tude? Und reichen sich die Bruderhände Die Wenschen, die das Schwert getrennt? Daß endlich auf der kleinen Trde Ts einmal Gottesfriede werde, Wenn jeder Wensch sich selbst erkennt! O neue Zeit! Du kannst nicht lügen, Solch' starkes Hoffen kann nicht trügen, Du bringst des Friedens holdes Glück! Schon fühlen wir dein frisches Wehen, Zm Osten dämmert's schon, wir sehen Tutzückt der Sonne ersten Blick. Laß uns des Friedens Glück genießen, Nie möge Wenschenblut noch fließen, Laß Alio die Vergangenheit. O, gieb dir selbst die höchsten Weihen, Daß Wenschen sich an Wenschen reihen, Dann wirst du groß sein, neue Zeit! Georg Schwlemng.