199 „Weil es uns wegen seiner uns ver ­ fertigten Arbeit Herkules zur Genüge bekannt ist, daß Otto Philipp Küper sein er ­ lerntes Kupferschiuiedehandwerk wohl versteht, so haben wir ihn von der Verfertigung eines Meisterstückes wohl befreit re." Darnach ist also nicht im mindesten daran zn zweifeln, daß Küper und kein anderer die „Arbeit Herkules" verfertigt hat, das steht urkundlich fest. Wie ist aber damit die Inschrift der kürzlich aufgefundenen Platte zu vereinigen? Nach der oben angeführten Urkunde war Küper am 8. Juni 1717 mit seiner Arbeit bereits fertig. Die Inschrift aber giebt den 30. November als Tag der Fertigstellung des „Bildes" an. Es folgt daraus mit Sicherheit, daß noch nach dem 8. Juni an dem Standbild weiter gearbeitet ist, und diese weitere Arbeit wird kein anderer geleistet haben als der Goldschmied Antoni aus der alten Reichs ­ stadt Augsburg, die durch die Blüthe des Kunst ­ gewerbes in ihren Mauern weltbekannt war, zumal es sich um Arbeit handelte, die besonders seiner Ausführung bedurfte und schwerlich Sache des Kupferschmiedes war, nämlich die Fertigstellung des Kopfes mit den Haupthaaren. Möglicherweise rührt der Kopf überhaupt von Antoni her. Wie Antoni's Inschrift in den Kopf des Stand ­ bildes gelangt ist, dürfte unschwer zn vermuthen sein. Seine Künstlereitelkeit dürfte ihn dazu ver ­ anlaßt haben, sich als Schöpfer des Ganzen zu preisen. Vielleicht hat er seine Platte anzubringen gewußt, ohne daß es jemand ahnte. Derartige Fälle ereigneten sich auch sonst häufiger. Eine andere Möglichkeit wäre ja die, daß Antoni neben der Ausführung der Künstlerarbeit die Urheberschaft des ganzen Entwurfes zuzuschreiben und in Küper nur seine ausführende Kraft zu suchen wäre, dessen Arbeit lediglich in Herrichtung der Roh ­ figur bestanden hätte. Mit den Worten der land ­ gräflichen Urkunde wäre auch das immerhin zu vereinigen, doch liegt ein zwingender Grund zn dieser Annahme nicht vor. Sollte sich etwas Weiteres über Antoni ermitteln lassen, wird nicht versäumt werden, es bekannt zu geben. ZS. H. Aus Keimcrth un6 Ivernde. Universitätsnachrichten. Zum Rektor der Universität Marburg wurde für das kommende Amtsjahr der Professor der alten Geschichte Di-. Niese gewählt. Die Wahl der Dekane fiel in der theologischen Fakultät aus Professor Dr. Hermann, in der juristischen auf Professor Dr. Lehmann, in der philosophischen auf Professor Dr. Ko schwitz und in der medizinischen auf Professor Dr. Behring. — Der zum Rektor für die Uni ­ versität Gießen für das Jahr 1900/01 gewählte Professor der Rechtswissenschaft Dr. Arthur Schmidt hat die landesherrliche Ernennung dazu erhalten. — Professor Dr. Rath gen zu Marburg wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Anwaltskammer zu Kassel. In der am 7. Juli stattgehabten Versammlung der Anwalts ­ kammer wurde für den verstorbenen Geh. Justiz ­ rath Rieß Justizrath Noch oll als Vorstands ­ mitglied gewählt. In der unmittelbar folgenden Vorstandssitzung wurde der bisherige Stellvertreter des Vorsitzenden Justizrath Alster zum Vorsitzenden und Justizrath Di-. Renner zu dessen Stellvertreter erkoren. Rhönklub. Tie 24. Jahresversammlung des Rhönklubs findet am 18., 19. und 20. August in Nordheim v. d. Rhön statt. Das Programm ist in seinen Hauptzügen folgendes. Sonnabend, den 18. August: Empfang der Gäste am Bahnhof, Abgabe der Festkarten in der Bahnhossrestauration; Abends Begrüßungsfeier im Saale des „Fränkischen Hofes".— Sonntag, den 19. August: Vormittags musikalischer Frühschoppen; während dessen Haupt ­ versammlung der Abgeordneten der Zweigvereine im Beez'schen Saale; Nachmittags Mittagstafel im „Fränkischen Hose" und Ball im Beez'schen Saale. — Montag, den 20. August: Vormittags Spazier ­ gänge in der Umgebung von Nordheim; Nach ­ mittags Zusammenkunft auf der Lichtenbnrg und Ausflüge in die Rhön nach Wahl der Festtheil- nehmer. — Tie Vorbereitungen zum Rhönklub- feste trifft der Zweigvereiu „Rother Kuppe". Einweihung des Rimberg-Thurm s. Am 22. Juli wurde der Rimberg-Thurm bei Caldern, dessen Herstellung der Ob er hessische Tvuristenverein in letzter Zeit den Haupttheil seiner Thätigkeit gewidmet hat. unter großer Theil ­ nahme der Bevölkerung der Benutzung übergeben. Der Erbauer des Thurms, Architekt Tauber, überlieferte denselben namens des Thurmbauaus ­ schusses als dessen Vorsitzender dem Oberhessischen Tonristenverein. für den dessen Vorsitzender Haupt ­ lehrer Schneider den Thurm übernahm.