261 Uun kehrst du lvreder, mild und krredensLwLI, Du Tröster meiner nnruhbollen Seele, Der du den Tod so liedeboll öerkündest Und hold berklarst mit Loundersumer Schönheit, O sel'ger Herbst! Vom langen Aeben müde — Da Gott mich doch kür einst'ges Sterben schuk — Orüss ich dich keierlich und still ergeben. Du LoecKst der purpurrothen Hlatter Zier Auk Gräbern, die ich liebe, und berklarst Zu hell'rem Golde meines Kindes Haar. Du bringst die Farbe, und du bringst die Frucht. Die Aster bringst du und die Sonnenblume. Du hegst die Herbstzeitlose tret im Gras, Die Todesblume, die so schLoeigsam blüht. O sel'ger Herbst, du ziehst einher so strahlend Und karbenkroh und singst bacchantisch Dein Uied bom Wein —, bom lauten Rausch des Jebens, Auk den des Winters tiekes Schtveigen kolgt, Des Todes Achtungen. — Sel'ger Herbst, du streichst Mit Jacheln mild das Uaub bon deinen ZLoeigen, Dass es harmonisch — ein gesung'ner Ton — Hernieder sinkt in den smaragd'nen Käsen. Du giebst der Sonne ein behängtes Iicht Und LoecKst den Geist des todten Frühlings auk. Du LoecKst das HeimLoeh in des Fremdlings Seele Und sprichst ihm bon der Schönheit, die jetzt ruht Auk kernen Hügeln. Von der Webe sprichst dn —, Dicht bon der Lvilden Keidenschakt der Iiebe, Dein, bon der Iiebe, die da lächelnd segnet Und gnadenboll und rückhaltlos berzeiht. Therese Keiler - Kellner. Me Kermessäute Novellette von ^b^räulein Linchen wollte sich eben noch einmal <är in wichtige Stellen des letzten kulturhistorischen Werkes ihres Bruders vertiefen, als es leise an die Thüre ihres behaglichen Zimmers klopfte. Schnell legte sie die Blätter in die Mappe zurück, rief „Herein!" und beugte den bereits stark er ­ grauten Kopf etwas vor, um sogleich zu sehen, wer denn noch nach Ablauf der nachmittäglichen Besuchsstunde zu ihr kommen würde. Die Damen der kleinen mitteldeutschen Universität pflegten sich stets streng an die Besuchszeit zu halten und nur bei den nächsten Freundinnen Ausnahmen von der Regel zu machen. Eine Freundin besaß Fräulein Linchen aber nicht, weil der Umgang mit ihrem geistig bedeutenden Bruder das Be ­ dürfniß nach einer solchen gar nicht in ihr auf ­ kommen ließ. Er vereinigte für sie alles Gute, Schöne und Beglückende und ersetzte ihr schon seit Jahren Eltern, Geschwister, Freunde und sonstige Beziehungen, die anderen Frauen das Leben werthvoll machen und verschönen. Fräulein Linchen hatte sich bereits erhoben, da trat eine alte Dame in's Zimmer und streckte ihr in sichtlicher Bewegung beide Hände entgegen. Nachdruck verboten. Einen Augenblick ruhten die Blicke der Anderen forschend auf dem bleichen, abgehärmten Gesicht, dann stieß sie einen leisen Freudenlaut aus und rief, die Angekommene herzlich umarmend: „Ach, Sie sind es, Frau Doktor! An Sie hätte ich aber wirklich nicht gedacht! Wie lange ist's aber auch her, seit wir uns nicht gesehen haben!" „Ueber zwanzig Jahre, Fräulein Dernholz," erklärte die Angeredete und ließ sich von der Anderen zum nahen Sopha geleiten. „Es war kurz vor Bernhard's Tod. Sie traten damals gerade Ihre Stelle als Erzieherin bei der Fürstin Wengern an." Als Frau Doktor Braun ihren verstorbenen Bruder erwähnte, huschte es wie ein Schatten über Fräulein Linchens Gesicht. Sie antwortete nicht gleich, erst nach einer Weile sagte sie etwas beklommen. „Sie waren damals böse auf mich und konnten mich nicht begreifen, Frau Doktor." „Damals, ja", gab die Angeredete ehrlich zu. „Konnte ich doch nicht ahnen, wie bald ein Un ­ glücksfall dem guten Bernhard das Leben rauben sollte! Und wenn ich es um meines Bruders willen nicht zu fassen vermochte und auch für unnatürlich hielt, daß ein gereiftes Mädchen sein