251 als wohlbestallter Amtsrichter und Dr. jur. im ehedem hessischen Bassum. Die schönen Lieder sind der Biographie des Philosophen von O. A. Ellissen entnommen, und wir machen bei dieser Gelegenheit daraus ausmerksam, daß sowohl von dieser als von Langes klassischer „Geschichte des Materialismus" kürzlich wohlfeile Ausgaben er ­ schienen sind. Gedenktafel. Am 29. August wurde an dem Hause Untere Marktgasse Nr. 34 zu Kassel zu Ehren des daselbst 1746, also vor 150 Jahren, geborenen, weit über Deutschland hinaus bekannten Erbauers der Wilhelmshöher Wasserfälle, Karl Steinhöfer, von der Stadt Kassel eine Gedenktafel angebracht. Deutsche Kolonie in Belgien unter hessischer Leitung. Die in französischer Sprache in Antwerpen erscheinende Zeitschrift L’Opinion bringt einen Bericht über ein Fest der deutschen Kolonie in Hoboken, einer Gemeinde von 7143 Einwohnern in der Provinz Antwerpen. Das als «lonrnal liberal bezeichnete Blatt schreibt nämlich: Wir haben gestern einem reizenden kleinen Feste der deutschen Kolonie Hobokens beigewohnt, die auf Anregung des Herrn Dr. Hartwig, Direktors des dortigen Zweiggeschäftes der Leipziger- Wollkämmerei, wie in den vorausgegangenen Jahren ihr Nationalfest feierte, um den Patriotismus der von ihrer Heimath entfernten Deutschen zu stärken und bei ihren Kindern die Liebe zum Vaterlande zu wecken. Besonderer Dank gebührt der Aufopferung und den Bemühungen des Herrn Dr. Hartwig, dem die deutsche Kolouie den Besitz einer eigenen Schule dankt. Trotz seiner- vielseitigen Beschäftigung hat Herr Dr. Hartwig das Amt eines Direktors der genannten Schule noch übernommen. Dr. Hartwig, der in der That die Seele der deutschen Kolonie zu Hoboken ist, stammt aus Win decken, hat das Gymnasium zu Hanau und die Universitäten zu Marburg und Leipzig besucht, war danach als Chemiker an der Leipziger Woll ­ kämmerei angestellt und bekleidet seine jetzige Stellung seit etwa zehn Jahren. Seine Gemahlin, die ihn in seiner patriotisch-gemeinnützigen Thätig ­ keit vielfach unterstützt, ist eine geborene Marburgerin (geb. v. Witzleben), eine Enkelin des Marburger Astronomen Gerling. W. Todesfälle. Am 25. Juli verschied in Rastatt nach schwerem Leiden im 48. Lebens ­ jahre der Major und Bataillonskommandeur Georg Ziegler. Er entstammte einer alt ­ hessischen Familie; sein Vater war der frühere hessische Landtagsabgeordnete Ziegler, seine Mutter eine geborene Boedicker, Tochter des ehemaligen Stadtkommandanten von Kassel und General ­ lieutenants Ludwig Boedicker. In Hanau, wo die Eltern ansässig waren — die Mutter starb da ­ selbst erst vor einigen Monaten —, wurde Georg Ziegler am 25. April 1848 geboren. Nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt mit gutem Erfolg absolvirt hatte, bezog er die alte Landes ­ universität Marbnrg, um sich, einem Wunsche seines Vaters entsprechend, dem Studium der Rechts ­ wissenschaft zu widmen. Vom 1. Oktober 1868 bis dahin 1869 diente Ziegler als Einjährig- Freiwilliger bei den Marburger Jägern und begab sich dann Herbst 1869 ans die Universität Heidel ­ berg, um dort seine Studien fortzusetzen. Als im darauffolgenden Jahre der deutsch-französische Krieg ausbrach, trat er als Unteroffizier in die Reihen des 1. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 87 ein, bei dem er den ganzen Feldzug hindurch ver ­ blieb. Während des Feldzuges avaucirte Ziegler zum Secondlieutenant, blieb als solcher nach dem Feldzug im aktiven Dienst und wurde 1874 mit einem Patent vom 6. Februar 1869 in das 2. Badische Grenadier-Regiment Nr 110 versetzt, in welchem er 1875 zum Premierlieutenant, 1884 zum Hauptmann und 1893 zum Major befördert wurde. In Mannheim wurde Ziegler and) mit der Prüfung der Dowe'schen sogen, kugelsicheren Panzer betraut, die seiner Zeit so viel Don sich reden machten. Am 15. Mai 1894 wurde Ziegler sodann als Bataillonskommandeur in das Infanterie- Regiment Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Badisches) Nr. 111 versetzt. Ziegler hinterläßt eine Wittwe mit vier Kindern. Er war mit Leib und Seele Soldat, ein begabter, tüchtiger Offizier nnb ge ­ rechter Vorgesetzter. -n. Am 31. August starb in Hanau der Amtsrichter- Theo dorSchott. Mit ihm ist ein trefflicher Be ­ amter nnb Richter und charaktervoller Mann vor ­ zeitig aus dem Leben geschieden. Geboren in Friedewald im Jahre 1854 nnb in frühester Kindheit verwaist, wurde er im Hause seines Großvaters in Eschwege erzogen, das ihm zeitlebens die eigentliche Heimath blieb. Er besuchte das Gymnasium in dem benachbarten Mühlhausen, widmete sich der Juris ­ prudenz und erhielt seine erste richterliche Anstellung im Jahre 1884 als Amtsrichter in Borken. Dort wirkte er neun Jahre. Als er im Herbst 1893 nach Hanau versetzt wurde, hatte die Krankheit, die seinen Tod herbeiführte, ihn schon ergriffen. Tapferen Sinnes hat er gegen sie angekämpft, trotz arger Schmerzen und Zunahme der Gebrechlichkeit hörte man keine Klage von ihm, und die kernige