M15, X Jahrgang. Kassel, 1. Anguss 1896. Mutter Heimalh. Züir waren wie Ainder, geladen zum Fest, Wir saßen wie Vögel im eigenen Nest. Es ward uns geborgen und sicher zu Wuth, VOit fühlten ja tief in dem rollenden Blut Die heil'ge Verwandtschaft der Erde so klar, Der Heimatherde, die Ucutter uns war. — Nun tritt unser Fuß jene Wege nicht mehr, Nun drückt Dich die Erde der fremde so schwer; Nun liegst Du vermodert in dunkeler Gruft, Verloren dem Leben, der schmeichelnden Luft. Ich selbst ward ein Fremdling dort unten im Thal, Doch sah' ich's noch einmal, ein einziges Mal, Von Dir wollt' ich grüßen die Rosen am Weg, Die nickende Iris am Bachessteg. RegenSburg. T. Keiter- geb. Kellner. nahmst Du mich mit aus weitem Gang, Die Wiese entlang und den Wald entlang, Durch Thäler hin und am Bache vorbei. Aus Gründen tönte des Mähers Schrei, Es duftete würzig die frische Ulahd, Die Weidenmühle, die schwang ihr Rad. Da sprühten die Serien im Areise herum, Und in der Linde war Bienengesmnm. Die Heckenrose bekränzte den Weg, Die Iris blühte am Bachessteg, Die Halme des Schilfes, wie standen sie hoch! Und über den Wellen die Schwalbe flog. Weit hinter uns ließen wir Sorge und Harm, Die Liebe der Heimath umfing uns warm. Wir fühlten Beide in schweigender Brust: Wir nahmen ja Theil an der blühenden Lust.