123 Ein Medaillon Philipp's des Groß ­ müthigen. Im königlichen Münzkabinet zu München befindet sich ein einseitiges ovales Medaillon, 85 min hoch, 70 min breit. Es zeigt das ge ­ harnischte Brustbild des hessischen Landgrafen Philipp. Der Landgraf hat einen mit einer großen Feder geschmückten Hut auf dem Kopf und trägt an einer doppelt um den Hals geschlungenen Kette ein Kleinod aus der Brust; die rechte Hand ist er ­ hoben und weist mit dem Zeigefinger nach oben. Das stark erhaben gearbeitete Gesicht mit Schnurr ­ und Backenbart ist von vorn dargestellt. Das Brustbild ist 67 mm hoch. Die Umschrift in 5 mm hohen Buchstaben lautet, unten beginnend: VON - GOTTES • GNADEN • PHILIPS - LANDT- GRAFF - ZVO - HESSEN • G. K. ^ D. Z. N. *) Die Umschrift ist von einer schmalen Guirlande um ­ schlossen. Von diesem prächtigen Medaillon verfertigt die Am 24. April Abends hielt der Hanauer GeschichtsD^ereiiT seine Jahresversammlung ab. Nach Verlesung des Jah^berichtes wies der Vor ­ sitzende, Professorin. §uchier, aus die große Jubelfeier der Neustadt hin, welche im nächsten Jahre anläßlich des 300 jährigen Bestehens dieses Stadttheiles gefeiert werden soll. Von anderer Seite wurde die Aufmerksamkeit aus das in Kürze erscheinende Werk von Professor Suchier „Hanauer Münzen und Münzmeister" gelenkt. Der Vorstand besteht aus den Herren Di-, phil. Suchier (Vorsitzender), LandgerichtsprüsidentKoppen (Stell ­ vertreter des Vorsitzenden), Di-, meä. Eisenach (Schriftführer), H e u s o h n (Rechnungssührer), Thormäh len (Konservator), Professor Wacker- m a n n (Konservator), Pfarrer N e ß l e r (Archivar), Landgerichtsrath Dr. Brandt (Bibliothekar). Sodann hielt Dr. Kihn aus Groß-Auheim einen auf den eingehendsten Forschungen beruhenden Vortrag über „Die Geschichte des Dorfes Groß-Auheim. — Die Monatssitzung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde zu Kassel, die letzte im Winter ­ halbjahr 1895/96, fand am Montag, den 27. April, statt. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen widmete der Vorsitzende, Bibliothekar Dr. Brunner, einem dem Verein durch den Tod entrissenen Mit- gliede, Superintendent Heußner in Ziegenhain, der sich noch im vorigen Jahre um das Zustande ­ kommen der daselbst abgehaltenen Jahresversammlung galvanoplastische Anstalt von Gg. Lindner in München auf Bestellung vollkommen getreue Kopien in gleicher Größe wie das Original und wie dieses altversilbert, das Stück zu 2 Mark (nebst 20 Pfg. für Porto). Die Kopie ist hohl und aus der Rückseite nicht geschlossen, das Original ver ­ muthlich gleichfalls. Das Medaillon bildet ein herrliches Schmuckstück und wird jeden Hessen ­ sammler, insbesondere hessische Numismatiker, aber wohl überhaupt jeden Verehrer unserer Heimath erfreuen. Der Betrag von 2,20 Mark kann der Firma Gg. Lindner in deutschen Reichspostmarken eingesandt werden. Leipzig. Aaut Weinmeister. P. S. Nachträglich erfahre ich, daß man die Herstellung der vorstehend beschriebenen Kopie einer Anregung des Herrn Dr. I. Böhl au, Direktorial ­ assistenten am Museum Fridericianum zu Kassel, verdankt, sowie daß sich ein Exemplar in genanntem Museum befindet. H». W. wesentlich verdient gemacht hatte, warme Worte der Anerkennung. Im Hinblick auf den jüngst verhältnißmäßig starken Abgang — einem Verlust von 9 Mitgliedern steht nur ein Zugang von 7 gegenüber — ersuchte der Vorsitzende die Mit ­ glieder, fleißig für den Verein und seine idealen Ziele zu werben. Den Vortrag des Abends hielt Kanzleirath a. D. Keßler über: „Landgraf Wilhelm IV. von Hessen und Prinz Wil ­ helm von Oranien". Die aus eingehenden archivalischen Studien beruhenden, auch in gefälliger Form gebotenen Ausführungen des Redners, auf die wir in diesem Blatte noch zurückkommen werden, fanden lebhaften Beifall. Im Laufe des Sommers werden von dem Verein, wie stets, wieder mehrere Ausflüge nach geschichtlich bemerkenswerthen Punkten unserer schönen Heimath unternommen werden; so zunächst im Monat Mai nach Grebenstein, wo Dr. m6d. Schwarzkopf, der beliebte Redner, über Stadt und Burg vortragen wird. UniversitätsNachrichten. Sonnabend, den 25. April hielt zu Marburg Privatdozent Dr. phil. Hermann Diemar aus Kassel seine Antritts ­ vorlesung über „Maximilian I. und die Nieder ­ lande", nachdem er auf Grund seiner gediegenen Habilitationsschrift über „Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund" die venia docendi für mittlere und neuere Geschichte erhalten hatte. ') Graf zu Katzenellenbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda. Aus Keirncrth und Ivemöe.