35 sog. Mooß oder Morast, bis in die Gegend, all- wv die . . feindliche Uebersetzung geschehen sein sollte, und kehrte, nachdem ich die nöthige Kund ­ schaft allenthalben eingezogen, wieder zurück, erstattete an obgedachten HE. General meinen Rapport' und aus dessen Begehr auch den an den das löbliche Gräfendorf'sche Regiment kvm- mandirenden, durch diesen bereits mit allarmirten HE. Obrist von Münchhausen ab, wodurch so ­ dann der entstandene Allarm wieder gestillet und eine Postirung in diese Gegend zu formiren be ­ liebet wurde, welche jedoch wegen des sofort beliebeten Abmarsches unterblieb." „Rach Angclangung Ew Trouppen bey Landshut erhielten der HE. General von Miltitz die Ordre, den in der Gegend von Moosburg stehen sollenden Churbayrischen Renfort (Ver ­ stärkung) durch einen Offizier rekognosziren zu lassen, und es gereichte mir zu einem besonderen Vergnügen, daß dieselben meine Person dazu zu erwählen belieben wollen, allermaßen ich dann die eingezogene Kundschaft Sr. Exe. HE. General ­ lieutenant von Dalwigk ohnweit Landshut gehorsamst zu rapportiren nichts verabsäumet." „Als im weiteren Verlauf dieser Retirade der Ew Trouppen damals als Chef führende Herr Generallieutenant von Brand Exc. in der Gegend bei Friedberg die Neutralität deklariren ließen und darauf die Separation von dem Chur ­ bayrischen Corps erfolgte *) und ich von ge ­ dachter Sr. Excellenz, wobey ich mich damals als Ordonnanzofficier seit einiger Zeit befunden, die Erlanbniß erhielt, zu der bey Augsburg stehenden Bagage reiten zu dürfen, bei meiner Gegenwart daselbst auch mit ansehen konnte, wie sehr erbittert sich die daselbst vorbeimarschirenden bayrischen Regimenter wegen dieser Absonderung gegen die bei der Bagage kommandirten Leute bezeiget und vernehmen ließen; svdaß daher zu befürchten, dieselben möchten in ihrer Wuth ihre Bedrohungen, sich an selbiger (Bagage) zu vergreifen und zu plündern . . . keinen Anstand nehmen und dieses Vorfalls wegen der für jetzt in dem löbl. Regiment Sr. Hochfürstl. Durch ­ laucht des Prinzen v. Isenburg als Obrist ­ lieutenant stehende dermalige Major von Nrff, der zur Bedeckung der Bagage das Kommando führte, seine Untergebenen, um dieser Gefahr nöthigcnfalls zu resistiren, ausrücken ließ, dabey auch für nöthig erachtete, des HE. General- lieutenant von Brand's Excellenz von diesem Um ­ stand zu unterrichten: So erbot ich mich zu y am 18. April. dieser Verschickung. Als ich aber an die Lech ­ brücke kani, fand ich dieselbe abgeworfen, mithin ein großes Hinderniß, diese einer Remedur be ­ dürftige Sache gedachter Sr. Excellenz, so derv Quartier in Lechhausen genommen, hinterbringen zu können; ich stand deshalb bei mir an und entschloß mich, lieber etwas zu wagen, als zum Nachtheil der gemeinen Sache etwas 511 verab ­ säumen, bemühte mich daher, eine Passage durch den Strom zu suchen, unb als ich hiermit be ­ schäftiget, traf ich ein in dieser Gegend pvstirtes Commando von Crehß-Dragonern an, erkundigte mich bey ihnen nach einer sichern Durchfahrt und vfferirte demjenigen, der mir solche zeigen und mit mir durchreiten werde, einen Ducaten; da sich aber keiner dazu verstehen wollte nnd sich damit entschuldigten, daß das Wasser zu hoch angewachsen, so setzte ich ohne weiteren Anstand, mich auf die Güte meines Pferdes verlassend, in den Fluß und dnrchschwamin denselben, wiewohl nicht ohne augenscheinliche große Gefahr; traf aber an jener Seite ein anderweites unvermuthetes Hinderniß, nemlich eine österreichische Postirung an, lind da diese aus Leuten, die keiner mir be ­ kannten Sprache kundig waren, bestand, ich auch mit keinem Paß versehen war, so drohte mir eine neue Gefahr, und ein so übel civilisirtes Volk würde nicht unterlassen haben, mich durch Feuergeben zu nöthigen, denselben Rückweg, welchen ich gekommen, mit noch größerer Gefahr wiederum zu suche», wenn nicht zu meinem Glück der diese Postirung cvmmandirende Major soeben an ­ gelanget und mich in lateinischer Sprache um die llrsach meines Uebersetzens befraget und von mir die eigentliche llrsach vernommen, darauf aber mich in Person durch seine ganze Postirung bis nach Lechhausen geführet hätte. Sr. Exc. HE. General v. Brand rappvrtirte ich die Be ­ schaffenheit der Sache, und derselbe säumte auch nicht, Se. * damals in Augsburg anwesende Churfürst!. Tnrchlt. von Bayern ’) davon zu unterrichten, wodurch sodann die nötigen mesures zur Sicherheit der Bagage vorgekehret worden." 2 ) ’) Maximilian Joseph, Karl Albert'-- (Karl VII., t 20. Januar 1745) Nachfolger in Bayern. *) Vgl. zu dem ganzen Vorfall: Geschichte von Hessen von Räth - Stamford, S. 384: „am 18. April trennten sie <die Hessen) sich von dem bayrisch-französischen Heere unweit Augsburgs. Mehrfach beschimpften die Bayern ihre seit ­ herigen Wafsengenossen. eine thätliche Insulte und Be ­ raubung eines hessische» Trupps zeigte die Erbitterung der Bayern." Offenbar handelt es sich in dein Proiuemoria um den gleichen Vorfall, gedvch muh man nach unserer Quelle wohl annehmen, daß die angedrohte Beraubung vereitelt wurde. lSchlnß folgt.)