*) Aus: „Träumereien im Studierstübchen", Dichtungen von Lugen tzane. Dresden und Leipzig, L. Pierson's Verlag. ix. Jahrgang. Kassel, 2. Dezember 1895. Das „HehUnIMld" erscheint am 1. und 16. jedes Monats I V» bis 2 Bogen stark und kostet vierteljährlich 1 Mark 50 Pf., die einzelne Nummer 30 Pf. Auswärts kann das „Hessenland" durch die Post (Postzeitungsliste 1895 Nr. 3148) oder durch den Buchhandel oder auch direkt vom Verlag unter Streifband bezogen werden; in Kassel nimmt der Verlag (Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4), :Bestellungen entgegen. Anzeigen werden mit 20 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet. Inhalt: „Der erste Schnee", Gedicht von Eugen Hane; „Die Regententhätigkeit Landgraf Wilhelm's IV." von Dr. W. Grotefend. (Fortsetzung); „Eine letzte Audienz" von Dr. F. Melde. (Schluß); „Vom alten Kassel" von Jeanette ©rentier; Das Handwerksburschenlied, Bemerkungen von Carl Preser; Aus alter und neuer Zeit; Ans Heimath und Fremde; Hessische Bücherschau; Personalien; Briefkasten; Anzeigen. Der erste ScfyneeV er Herbst entschwand, es siel das letzte Blatt, Ein trüber Nebel liegt auf Land und Stadt, Und wirbelnd fällt der Schnee in dichten Flocken. Bald hat der Thurm ein weißes Mützchen auf, Und horch! Jetzt lärmt und fchwärmt's den Markt herauf: Der erste Schnee, welch' Jubeln und Frohlocken! Die Schul' ist aus, die Jugend eilt zum Spiel: Der Schlitten saust, der Schneeball sucht sein Ziel; was thut's, daß Hand und Mhr vor Kälte schmerzen? Schon setzt das Eis im Flusse Schollen an, Ein Weilchen, und auf Eifenfchuh'n die Bahn Durcheilt das junge Volk mit heiterm Scherzen. D Jugendlust bei frohem Schlittschuhlauf! Wie schwelgt das Herz und jauchzt beseligt auf, Drin jungen Glückes Traum träumt erste Liebe, Wenn, sorgsam von des Freundes Hand geführt, Die Füßchen übend die Gespielin rührt, Das Naschen fröhlich beu'nd dem Schneeqestiebe! 's gab eine Zeit, da jauchztest, Herz, auch du Dem ersten Schnee in heller Freude zu, Da litt's auch dich nicht in des Hauses Räumen; Doch nun das Haupt der „erste Schnee" bedeckt, Hältst du im warmen Zimmer dich versteckt, Um am Kamin von Frühlingslust zu träumen. Eugen Kaue.