233 Gisig öcts Lcrrrö, Wenn kein Iuübl'ing rvcir'! WirtHlos bcrs Leben, Wenn es koffnnngsl'eev. Wögen öie drei Licl) geleiten treu, Gl'crirbe, Liebe, Koffnnng Aein' Wüstung lei! Wicht in dem Web Aiu dus Kerz dünn bricht, Steigst rvie der Adler Auf zum Sonnenlicht. f W. ch. Ans alter und neuer Zeit. Die Geschichte der im Kreise Ziegenhain in der Vertiefung zwischen den Höhen Knüll und Eisenberg gelegenen Stadt Schwarzenborn bietet durch ihre Verbindung mit der von Ziegenhain, deren Grafen auch in Schwarzenborn eine Burg hatten, noch mehr aber durch die allgemein bekannten Schwarzen- börner Streiche viel Anziehungspunkte dar.*) Es werden deshalb die den Ort betreffenden und seine inneren Angelegenheiten beleuchtenden Urkunden unsern Lesern nicht unwillkommen sein. Von diesen drucken wir zunächst folgende der dortigen Gemeinde- Repositur abschriftlich entnommene ab, die uns in die schwere Zeit des 30jährigen Krieges führt. „Schuldurkunde vom 24. Juni 1628 (die St. Joh. Baptistae) — mit 3 Siegeln in Holzkapseln — über 1200 harte unverschlagene volwichtige Reichs ­ thaler an Stephan Groß, Bürger zu Kirchhain, und Ehefrau, unter Verpfändung vom Weiuhaus, die Burgk genarint, sammt dem Schweinestall, und mit der Belastung, daß jeder Bürger Schwarzen ­ borns von Stephan Groß den Wein beziehe. Wir Bürgermeister, Rathsvorsteher und gantze Bürgerschaft zu Schwartzenborn thun kund und bekennen offen jedermänniglichen vor Unß, Unßere Erben und alle Unßere Nachkommen, die wir hiertzu festiglich verbinden und verbunden haben wollen, daß wir gemeiner Stadt bestens uttb Nutz zu prüfen rechtell beständiger und wohlbekannter Schulden schuldig worden und sind dem Ehrengerechten Stephan Großen, Bürgern zu Kirchhain, Barbaren seiner ehelichen Haußfrauwen, und Ihren Erben, ailch allen rechtmäßigen Inhabern dieses Brieffes Zwölfhundert harte uuverschlagene vollwichtige Reichsthaler in Speele, welche Summa sie Unßeren Creditores, Ehe Dato dieses Briefs Unß bahr und vollkommentlich geliefert bezahlet. Wir zu gemeiner Stadt Nutzen und Nothdurft sobald angewendet haben Und hiervon Achthundert neunzig und sechs *) Vergl. im Näheren den Vortrag darüber in den Tour. Mitth. a. Hess.-Nassau u. Waldeck, Jahrg. I, Nr. 10 ff. Reichsthaler Konrad Windecker, Weinhändler zu Frankfurt, bezahlet und gemeinte Stadt Schwartzen ­ born von sich gegebene Obligation wiederum an uns gelöset, die übrigen dreihundert und vier Reichsthaler haben wir zu anderen gemeiner Stadt Schwartzenborn allzu bekannter großen Nothdurften und also Alles nützlich wissentlich angewendet, thun auch deswegen gemeldeter Person und alle seinen mit ­ beschriebenen der Uns wohlgelieferten und bezahlten Zwölshundert Reichsthaler in speeie zum beständigsten als solches de jure et stylo sich gebäret und in bester Form quittiren und Unß geliefert zeugen. Hingegen haben wir gemeldeten Stephan Großen Bürgern und allen seinen mitbeschriebenen Wirk ­ licher an Stadt Interesse Und Capital salvo tarnen interim semper manente capitali Angethan Unser Weinhaus, die Burgk genannt, sammt dem Kuhstall und Schweinestall sammt deren zugehörigen Plätzen allen und zugehörig nichts daneben unbeschrieben welches er selbst beschrieben oder einen an seine Stadt sehen und den ihm ferner Angethanen Wein- schank an unser Stadt zu exereiren per expressum seines Beliebens reservirt ist. Doch soll Und Will Stephan Groß jede und allezeit einem ehrbaren Rath ihre Rathstubeu vergönnen, damit daselbsten audientz und sonsten Bürgermeister und Rath ihre und gemeiner Stadt Sachen tractiren, auch die Bürgerschaft Hochzeit und Weinkaufs, wie von Alters hero jederzeit beschehen ist, eelebriren können und mögen. Ferner haben wir Accis und Uugeld ohne unser Zuthuil zu rechter Zeit zu liefern und zu entrichten, die fest zuvor lichten*) lassen und wie vormals dann bei der Licht sein und jeder Ohm ein halb Maß Wein verschaffen und außerdem ebensolchen Weinschank weder Unß noch sonst jemanden nicht darneben gebe» oder verstatten, sondern gegen sein Geld sich diesen gebrauchen soll und soll auch zukünftig und so lange Stephan Groß solch Halls und Weinschank voil Unß Jnhaben und ersitzen wird, kein einiger, er sey weß Standes und Würden derselbe allhier in Schwartzenborn sein möchte, keinen Wein weder trink noch Brannt- *) — aufklären, in Ordnung bringen; noch gebräuch ­ lich in „die Anker gelichtet".