147 jähre des Dichters Euricius Cordus" sind enthalten im Jahrgang 1891, S. 306—309 und im sechsten Jahrgang (1892), S. 2—5. Eduard Dunker' s haben wir bereits in der Nr. 22 des vorjährigen „Hessenlandes" S. 299 kurz gedacht. Dank den freundlichen Mittheilungen eines Neffen des Verstorbenen, des Herrn Amts ­ richters Dunk er in Bergen auf Rügen, sind wir heute in der Lage' auf den Lebensgang Dunker's etwas näher eingehen zu können. Karl Eduard Gustav Dunk er wurde in Kassel am 2. Dezember 1807 als der Sohn des Oberstlieutenants Franz Dunker und dessen Ehegattin Marie Regine geb. Wismann geboren. Während der Vater an dem spanischen Feldzuge Theil nahm, zog die Mutter mit den Kindern nach ihrem Heimathsvrte Rinteln. Hier, wo auch der Vater später als Oberrent ­ meister angestellt worden war, verlebte Dunker seine Jugendzeit. Mit großer Liebe hing er an seiner Schanmburgischen Heimath und in späten Jahren zog er immer die geologischen, überhaupt naturwissenschaftlichen Verhältnisse des Weserthales in den Kreis seiner Betrachtungen. Schon als Schüler des Rinteler Gymnasiums zeigte er eine tiefe Neigung zu den Naturwissen ­ schaften, die er besonders im Verkehr mit seinem Vetter, dem nachherigen, am 13. März 1885 verstorbenen Marburger Professor Geheimrath Dr. Wilhelm Dunker, eifrigst pflegte. Am liebsten hätte Dunker sich ganz dem Studium der Natur ­ wissenschaften gewidmet, allein es fehlte damals den Eltern an den erforderlichen Mitteln, da diese durch die juristischen Studien seiner drei älteren Brüder nahezu erschöpft waren. Er wurde daher von seinem Vater für den Militärdienst bestimmt und verließ im Juni 1826 als Primaner das Gymnasium in Rinteln. Ein Augenleiden ver ­ hinderte jedoch die Verwirklichung dieses Planes. Nunmehr entschloß sich Dunker, um wenigstens den geliebten Naturwissenschaften treu zu bleiben, Berg ­ mann zu werden. Seine Lehr- und Studienzeit legte ihm, da die elterlichen Zuschüsse knapp waren, mannigfache Entbehrungen auf, allein ein fester Wille und die Liebe zur Wissenschaft gaben ihm die Kraft, den Schwierigkeiten in seiner äußeren Lage gegenüber Stand zu halten. Nachdem er ein Semester lang aus der Univer ­ sität Marburg Vorlesungen gehört und inzwischen das 20. Lebensjahr erreicht hatte, wurde er zum Bergwerksstaatsdienst angenoiumen und zunächst dem Bergamt Richelsdorf überwiesen. Dann vollendete er seine theoretische Ausbildung auf der Universität 31t Göttingen, seine praktische in den Freiberger Gruben und Hütten, sowie durch eine Jnstruktionsreise durch das Königreich Sachsen, die preußische Provinz Sachsen und den Harz. Nach im Jahre 1832 bestandenen Staatsprüfungen wurde er folgeweise Accessist aus dem Habichts ­ wald, Salzamtsasiessor zu Sooden a. W., Berg ­ amtsassessor in Bieber, Salineninspektor in Nau ­ heim, 1847 Bergrath, 1849 Oberbergrath in Kassel.. Die Umgestaltung der politischen Ver ­ hältnisse im Jahre 1866, die auch eine solche in den verschiedenen Zweigen der oberen Verwaltungs ­ behörden mit sich brachte, führten Dunker 1868 als Oberbergrath nach Halle a. S. Am 1. Januar 1873 erhielt er unter Ver ­ leihung des Charakters als Geheimer Bergrath die beantragte Pensionirnng, die von ihm ganz besonders gewünscht worden war, um der sich stets mehrenden Bureau- und Verwaltnngsarbeiten ledig ganz seinen naturwissenschaftlichen Forschungen leben zu können. Bei seinem Scheiden von Kassel im Jahre 1868 hatte er seinen dortigen Freunden versprochen, zurückzukehren, sobald er von den Fesseln des Staatsdienstes befreit sein werde; dieser Plan wurde von Jahr zu Jahr verschoben, da ihn wissenschaftliche Arbeiten, die er erst in Halle vollenden wollte, zurückhielten. Dunker ist unverheirathet geblieben. Eine seltene geistige und körperliche Frische blieb ihm bis in sein hohes Alter erhalten. Am 6. September 1894 rief ihn nach nur eintägigem Unwohlsein der Tod ab. Neben seinen Forschungen und Arbeiten auf dem Gebiete der Flußgeologie, deren wir in der oben ­ erwähnten kurzen Notiz bereits gedacht haben, hal sich Dunker große Verdienste in der Frage, betreffend die Wärme unseres Erdinnern erworben und zahl ­ reiche Abhandlungen darüber veröffentlicht. Eine seine früheren in den Jahren 1869, 1870 und 1871 im Austrage der Staatsbehörde in dem Bohr ­ loche zu Sperenberg ausgeführten Beobachtungen, sowie weitere Erfahrungen und Forschungen um ­ fassende Arbeit über die Erdwärme hat er druck- fertig hinterlassen. Die Herausgabe dieses Werkes wird ein Neffe des Dahingeschiedenen, Herr Pro ­ fessor Dr. Brauns in Karlsruhe, dem Vernehmen nach besorgen. Kassel. Dr. A.