279 zu viel, Musterehen. In dem traulichen Familien ­ leben, verschönt durch das Walten hochgebildeter Frauen, fand der gemüthvolle Gatte und Vater- seine Erholung, seine Freude, sein Glück. Ich bin zu Ende. Der Name des Oberbürger ­ meisters Franz Rang verdient eingetragen zu werden in die Annalen der Stadt Fulda, ihm zum Ruhm, den Mitlebenden zum Gedächtniß, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiserung. Er ruhe in Frieden. K. Z. Jakob Hoffmeister ■+. 4. m 9. Oktober d. I. starb zu Kassel nach /U langen und schweren Leiden im 81. Lebens- u V jähre der bekannte hessische Schriftsteller, der' ehemalige Staatsanwaltssekretär Jakob Hoss- meist er. Er war der Sohn des Pfarrers Hoffmeister in Waldau und daselbst am 6. August 1813 geboren. Nachdem er das Kasseler Lyceum besucht, stndirte er in Heidelberg urtb Marburg Jurisprudenz und trat nach gut bestandenem Examen — 25 Jahre alt — in den juristischen Vorbereitungsdienst, zu ­ nächst bei dem Stadtgericht zu Kassel, in welchem er fast 11 Jahre lang ausharren mußte, um vom Jahre 1849 ab nach einander an verschiedenen Justizämtern (Ziegenhain, Bischhausen, Wetter) kommissarisch Aktuarstellen, auch im Jahre 1859 die Stelle eines Sekretärs bei der kurfürstlichen General-Staats-Prokuratur in Kassel zu verwalten. Im Jahre 1861 erhielt er eine Anstellung als Aktuar beim Justizamt in Melsungen, gründete daselbst seine Familie und blieb bis zum Jahre 1867, welches ihn als Sekretär an die Staatsanwaltschaft nach Marburg führte. In dieser Stellung blieb er bis zum Jahre 1881. Ein Nervenleiden nöthigte ihn um diese Zeit, feinen Abschied nach ­ zusuchen. Danach verlegte er seinen Wohnsitz nach Kassel, in seine alte, von ihm so sehr geliebte Heimath, wo er nun auch seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Es ist ein Leben reich an Gegensätzen mtb Schicksalen, welches da soeben zu Ende gegangen ist. Begabt mit einem für alles Schöne, für Kunst und Poesie begeisterten Gemüth empfing Hoffmeister als Schüler des Kasseler Lyceums seine nachhaltigsten Eindrücke durch einen langjährigen Verkehr im Hanse seiner Tante, der Wittwe des Geheimraths Engelhardt, der als Dichterin gefeierten Philippine Gatt er er, welche mit ihrem lebhaften Geiste und ihrer großen Belesenheit seine ganze geistige Ent ­ wicklung beeinflußte und den Grund dazir legte, daß seine Geistesrichtung mehr idealen und ästhe ­ tischen als praktischen Zielen zustrebte. Sehr gegen seinen Willen nöthigte ihn der Einfluß seiner Familie, sich dem Studium der Jurisprudenz zu widmen. Damit wurde ein Kontrast in ihm ge ­ schaffen, der für seine ganze Lebensentwickelung verhängnißvoll werden mußte. Ein begeisterter Jurist ist er nie geworden. Dieser Berus entsprach den Neigungen und Bedürfnissen seines Geistes nicht. Zwar hat er treu, wie es seinem gewissen ­ haften Sinne entsprach, auch die ihm hieraus erwachsenden Pflichten erfüllt; aber äußere Erfolge konnte ihm derselbe nicht bringen. Mehrfache Versuche, in eine andere Carriere des Staatsdienstes überzutreten, wurden theils durch die Mißbilligung seiner Verwandten, theils durch die Ungeneigtheit der Staatsregierung, solchen Wünschen zu ent ­ sprechen, vereitelt. Seine Lieblingsstudien milßten es sich gefallen lassen, auf seine Mußestunden beschränkt zu werden. Dieselben, die sich vorzugsweise auf litterarischem, historischem und kunstgeschichtlichem Gebiet bewegten, waren und blieben die Freude seines Lebens, und ihnen widmete er mit rastlosem Fleiße alle seine freie Zeit. Ihnen hat er zil danken, was ihm an Erfolgen in seinem Leben zu Theil geworden ist. In ihnen und in dem Verkehr mit feinsinnigen llnd genialen Menschen, wie sie sich in den 40er Jahren um die Spohr'sche und Hummel'sche Familie in Kassel vereinigten und wie sie später mit ihm in Verbindung traten, als er durch seine litterarischen Arbeiten und insbesondere sein großes Münzwerk sich in weiten Kreisen bekannt gemacht hatte, fand er die Freude seines Lebens und eine Entschädigung für manche Enttäuschullg, die ihm das Leben im Uebrigen gebracht hatte. Eine nicht geringere Waffe gegen die Begegnisse der letzteren Art fand er allerdings auch in seinem fast kindlich znsriedenell Gemüth, welches ihm nach jeder ge ­ täuschten Hoffnung stets wieder seinen Blick aus neue Ziele zu richten gestattete. Bereits in seinem 20. Lebensjahre hat sich seine kunstsinnige Begeisterung in öffentlichen Besprechungen klassischer Vorstellungen am Mannheimer und Kasseler Theater Lust gemacht. Diese Neigung ist ihm Zeit seines Lebens verblieben. Viele Aussätze ästhetischen Inhalts und ein Bändchen feinsinniger, stimmungs ­ voller Gedichte legen hierfür Zeugniß ab. Zu einer von seinem Freunde Hugo Stähle komponirten Oper „Arria" lieferte er den Text. Auch ein