Das „Hestentrmd", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monat ­ lich, zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von 1^—2 Vogen Quartformat. Der Abonne ­ mentspreis beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 30 Pfg. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post oder durch den Buchhandel, aus Wunsch auch unter Streif ­ band bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4 (Fernsprecher Nr. 372) Bestellungen an. In der Postzeitungsliste für das Jahr 1893 findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr. 2969. Anzeigen werden mit 20 Pfg. für die gespaltene Petitzeile berechnet und nur durch die Annoncen-Expedition Kaasenstein & Wogter A.-H. in Kassel oder deren übrige Filialen angenommen. Inhalt der Nummer 20 des „Hessenlandes": „Marburg", Gedicht von Richard Jordan; „Die Entwickelung der geistlichen und weltlichen Gerichtsbarkeit in den fürstlich Hessen-Kassel'schen Landen", von H. Metz (Fortsetzung); „Das frühere Kurhessen", vonF.Z.; „Oberbürgermeister Franz Rangs"; „Ohm und Onkel", Erzählung von C. von Dincklage-Campe (Fortsetzung); „Der Baumstumpf", Gedicht von Ä. Weidenmüller; Aus Heimath und Fremde; Berichtigung. Marburg. f u kleine Stabt, du weit entfernte, In der ich jung und glücklich war, In der ich einst begeistert lernte, Was deutsch und gut, was deutsch und wahr, — Wie zieht mich's aus der Fremde Leere Nach deinen stillen Mauern hin, Als ob's die einz'ge Stätte wäre, Wo wirklich ich zu Haufe bin. Kein Zug von dir ist mir entgangen, Ich hab' dein Bild gar treu bewahrt, Der Rahmen, d'rin ich's aufgefangen, War Heimweh echter Lhattenart. Ja, Heimweh nach den zeitzerzausten, Den Häusern dort am Bergesrand, Nach treuen Menschen, die d'rin hausten, Und die ich Alle einst gekannt. Guatemala, 23. August ^93. Ja, Heimweh nach den Gartenzügen, Wo, wenn der Lenz sich neu erschloß, Es schien, als ob sie huld'gend schlügen In Hermelin dein altes schloß; Nach deinem weiten Berggelände, Nach deiner Wälder grüner Pracht, Wo ich in Seligkeit ohn' Ende Mein erstes Liedchen scheu erdacht. Du schlichte Stadt am Bergesrande, Ja wohl — du hast mir's angethan, Und träume ich vom Vaterlande, So denk' ich an das Thal der Lahn. — Sollt' mir die Heimkehr nie gelingen, Da wegemüd und wund mein Fuß, So bringt doch auf des Liedes Schwingen Dir meine Sehnsucht ihren Gruß. Mchard Jordan.