230 Si« s i iTi i ni î ili 11 fi 1111 ii i ! iïi 1111 il i i î I m fi i ! 11111T11! 11 ) : i il i î in lin fi il m'i nu 11 ¡TiiTii ül isii il 1111111 fi i liiMiiiiiiiiii in >-â I il i il I i in ni il Le Kntwickelung der geiftlichen und weltlichen Gerichts ­ barkeit Ln den fürstlich Kessen-Kaffel'schen Wanden. Von H. Metz. (Fortsetzung.) II. (Die geistlichen Gerichte in Hessen.) [er größte Theil von Hessen stand unter dem Erzbischof von Mainz. Zur Diözese Trier gehörte nur Schiffenberg und die Gegend um Gießen, — die Gegend um Marburg gehörte schon zu Mainz, — Wetzlar und ein Ort bei Friedberg, Werheim genannt. Die Diözese Paderborn umfaßte die Grafschaft Marburg, im jetzigen Landgerichte Paderborn, den größten Theil der Grafschaft Waldcck der Herrschaft Schonenberg, sowie einen Theil der Herrschaft Jetter. Die Städte Wolfhagen und Hofgeismar hingegen gehörten wieder zu Mainz. Da die Bischöfe bei dem großen Umfange ihrer Diözesen der Ausübung der Gerichtsbarkeit allein nicht mehr gewachsen waren, legten sie einen Theil derselben den Archidiakonen auf. Jeder Archi- diakon hatte seinen bestimmten Gerichtssprengel, der oft ganze Provinzen betraf. Die Bischöfe visitirten die Amsthätigkeit der Archidiakonen gewöhnlich einmal im Jahr, entweder in eigener Person, oder, wie später üblich wurde, durch einen besonderen Kommissar. Diese Archi- diakonate waren wieder in Archipresbhteriate oder Dekanate eingetheilt. Der Archipresbyter hatte keine geistliche Gerichtsbarkeit, sondern hatte nur die Geistlichen bei ihrer Annahme der Gemeinde vorzustellen und über Leben, Wandel und Amtsführung zu wachen. Zu diesem Zwecke hielt er besondere Zusammenkünfte, „oouventus", unter dem Namen „Rural- oder Landcapitul" ab und berichtete wichtigere Sachen an den Archidiakonen. Drei Mainzer Diakonen regierten in Hessen. Der eine zu Horhausen bei Stadtberge (Ober ­ und Niedermarsberg), dieser hatte auch die Gegend um Korbach unter sich. Der zweite zu Marburg, der die Gegend von Scherfen, der dritte zu Iburg, der die Gegend von Helmars ­ hausen und Herstall unter sich hatte. Bon ausländischen Orden bewohnte Stifter und Klöster befanden sich in Hessen. Die Klöster waren von der bischöflichen Gerichtsbarkeit be ­ freit und dem Papste unmittelbar unterstellt. Die Exemtion von des Bischofs Gerichtsbarkeit erstreckte sich aber nur auf die geistliche Gerichts ­ barkeit, die weltliche, sowie die Landeshoheit des Landesherrn war stets unbestritten. Solche Orden waren in Hessen die Barfüßer und Predigermönche zu Marburg, die Johannitter oder Malteser zu Wiesenfeld und Nidda, der deutsche Orden zu Marburg, Schiffenberg rc., die Antoniter zu Grüneberg, die Prämon- stratenser zu Spießkappel und Altenburg, die Cisterzienser zu Haina, Kaldern und St. Georgen bei Frankenberg. Auch gab es Stifter, die von der Jurisdiktion der Archidiakonen durch besondere Gnadcnbriefe befreit waren. So hatte z. B. das Benediktiner- Kloster zu Breitenau das Privileg erhalten allein unter der Gerichtsbarkeit des Erzbischofs zu stehen. Den Uebergriffen der geistlichen Gerichts ­ barkeit entgegenzutreten, waren die Landgrafen von Heinrich I. an bestrebt. Dieser Fürst befreite verschiedene Städte, wie z. B. im Jahre 1294 die Stadt Frankenberg von den Send ­ gerichten und suchte sie bei dem Privilegium der Sendfreiheit zu schützen. Das Wesen der Send- sreihcit nun bestand darin, daß kein fremder Prälat die Visitation halten durfte, dieselbe wurde in den sendfreien Städten nur durch den Ortspfarrer unter Beistand der Rathsschöppen, die hier die Stelle der Sendschöppen vertraten, abgehalten. Fast während seiner ganzen Regierungs ­ zeit lag Heinrich II. der Eiserne im Streit mit den Mainzer Erzbischöfen der Uebergriffe der geistlichen Gerichte wegen. Verschiedene Verträge mit dem Erzbischöfe in Mainz, die aber stets nicht gehalten wurden, kamen zur Regelung der