208 deren Preis als Ihren Hut zu erlangen." „Warum feuertet Ihr nicht auf mich", erwiderte von Steuben. — „Sie wurden vom General von Knyphausen erkannt und dieser befahl uns, beim Ueberfall schonend mit Ihnen umzugehen."— Am 7. Juli war der größte Theil der Armee auf Dork-Jsland angelangt und bald darauf er ­ hielt das Jägerkorps seinen Posten bei Courtlands- Plantage in der Nähe von Kingsbridge. Hier wurde es mit dem leichten Korps unter dem Obersten Simcoe und dem bekannten Obersten Andreas Emmerich dazu verwandt, den Feind zu rekognos- ziren, zu allarmiren, zu überfallen und die Armee gegen ähnliche Unternehmungen des Feindes zu decken. Auch hier fehlte es Ewald keineswegs an Gelegenheit, Proben seiner Tüchtigkeit abzu ­ legen. Mit dem kühnen und rastlosen Obersten Emmerich, der es nicht unterlassen konnte, die verwegensten Streifereien auszuführen, operirte er häufiger zusammen. Mit den Vorposten Washington's, der mit seinem Heere in White- plains stand, gab es ein fortwährendes Plänkeln. Und auch der Gegner blieb nicht unthätig. Ein junger abenteuernder Franzose, der Chevalier d' Armand, früher französischer Offizier, hatte Ende August eine Schaar zusammengebracht, die aus geübten Büchsenschützen und Indianern bestand, mit denen er Gleiches mit Gleichem vergelten wollte. Armand's Leute, kühne und abgehärtete Burschen, mit dem Terrain und allen Schlichen vertraut, wurden den hessischen Jägern bald sehr gefährlich, mancher derselben siel von ihren Kugeln und mancher mußte das Skalpmesser der Indianer fühlen. Eine diesseitige Streifpartie, deren Führer nicht vorsichtig genug vorging, war plötzlich überfallen worden, und hatte einen Verlust von sechs Todten, sechs Verwundeten und vier Gefangenen erlitten. Armand hatte sich nach Easi-Chester gewandt, um dort Simcoe's und Emmerich's Freischaaren zu überfallen. Der immer thätige und wachsame Hauptmann Ewald, der die letzte Scharte wieder auswetzen und Revanche nehmen wollte, war mit zwei Kompagnien rasch aufgebrochen, um zu Emmerich zu stoßen und diesen zu ver ­ stärken. Der schlaue Parteigänger wußte den Gegner am 1. September bei Miles-Square in eine Falle zu locken und ihm eine solche Schlappe beizubringen, daß nur ein Theil der Riflemen mit dem Leben davon kam, die Indianer aber bis auf Einen niedergemacht wurden, der nur deshalb am Leben gelassen wurde, um seiuem Stamme die Nachricht von der Niederlage zu überbringen und dadurch andere Stämme von etwaigen Feindseligkeiten abzuhalten. Diese In ­ dianer waren vom Stamme der Stockbridges. Auch der Häuptling Sachem Neham fiel nebst seinem Sohne bei dieser Gelegenheit. Ewald schreibt darüber in seiner „Abhandlung über den kleinen Krieg" : „Die Indianer wurden so abgeschreckt, daß selbigen die Lust verging, wieder frische Leute zur Armee des Generals Washington zu schicken." Am 30. September erhielten die Jäger zwischen Tarritown und Dobbs-Ferry eine Niederlage. Oberstlieutenant von Wurmb hatte in der Frühe, wie gewöhnlich Streifwachen ausgeschickt, die bei ihrer Zurückkunft meldeten, daß sie vom Feinde nichts gesehen hätten. Darauf schickte von Wurmb den Hauptmann von Donop mit 70 Jägern zu Fuß und 20 zu Pferd, ab, um eine Fouragirung zu decken, von Donop deta- chirte den Lieutenant Bickel links an den Hudson, den Lieutenant Mertz mit den reitenden Jägern aber rechts in die Gegend von Dobbs-Ferry. Der letztere gerieth in einen Hinterhalt Ameri ­ kanischer Reiterei, und von Donop, der ihm zu Hilfe kommen wollte, mußte auf seine eigene Rettung bedacht sein und sich auf eine Anhöhe zurückziehen. Inzwischen machte Lieutenant Mertz den Versuch, sich durch die zwei feindlichen Schwadronen durchzuschlagen, erhielt aber bald eine tiefe Säbelwunde in's Gesicht, wobei er die Nasenspitze verlor; er focht dennoch weiter, und als sein Pferd stürzte, wehrte er sich noch, bis sein Säbel zersprang; er warf nun den Korb weg und zog die Pistolen. Trotz der tapfersten Gegenwehr wurde er übermannt und mit acht Jägern gefangen; zwei waren gefallen und 11 verwundet, die übrigen hatten sich durchgehauen. Wurmb schickte sofort, als er die Nachricht erhielt, den Amerikanern einen Trupp nach, sie konnten aber nicht mehr eingeholt werden. Am 2. Oktober wurde ein weiterer Strcifzug vier Meilen weit in's Land unternommen, aber auch dieser vermochte nicht, die sich zurückziehenden Feinde zu fassen. — Am 28. November 1778 wurden die Winter ­ quartiere in und bei New-Pork bezogen. Das Jägerkorps hatte sein Winterquartier bei Flus ­ hing auf Long-Jsland angewiesen erhalten, und da war ihm endlich nach so vielen Kämpfen auf einige Zeit Ruhe vergönnt, deren es dringend bedurfte. Der Feldzug von 1779 verlief ohne Haupt ­ aktion. Anders sollte es werden, als der englische General on chef sich entschloß, eine Expedition nach den südlichen Kolonien zu unternehmen, um hier durch Eroberung von Charlestown, der Hauptstadt Süd-Karolina's, die Herrschaft des Königs wieder zu befestigen. Schon im Dezember 1779 wurde ein trefflich ausgerüstetes Armee ­ korps von 7—8000 Mann bei New-Pork ein ­ geschifft. Bei demselben befanden sich zwei Kom ­ pagnien hessische Jäger unter dem Kommando der Kapitäne Heinrichs und Bedungen. Ewald