148 Hessische Dücherschau. Arthur Kleinschmidt, Geschichte des Königreichs Westfalen. Gotha, 1 89 3. Friedr. Andr. Perthes. 12 Mark. Seitdem Lynker durch seine „Geschichte der In ­ surrektionen wider das westfälische Gouvernement" (1857) die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf diesen Gegenstand gelenkt hatte, ist eine Anzahl von Schriften erschienen, die, gestützt auf bisher unbenutztes archi- valisches Material, vielfach erwünschtes Licht über das eigenthümliche französische Staatswesen auf deutschem Boden verbreiteten. Wir nennen hier nur die ein ­ gehende von Th. Ilgen vollendete und herausgegebene Arbeit Rud. Goeckes über das Königreich Westfalen (1888), die ein im Ganzen getreues Bild des be ­ handelten Gegenstandes giebt. Wesentlich vervoll ­ ständigt wird letzteres indessen durch die eingehende und mit Benutzung alles erreichbaren gedruckten und handschriftlichen Materials entworfene Darstellung des bekannten Heidelberger Historikers Arthur Kleinschmidt. Nach jahrelangen Vorarbeiten, die wesentlich in der Herbeischaffung, Sichtung und Bearbeitung archi- valischer Quellen bestanden, ging der Verfasser an die Gestaltung des reichen und dankbaren Stoffes, aus der die erste wirkliche Geschichte des Königreichs Westfalen herausgewachsen ist. Kleinschmidt versteht cs den Gegenstand durch geschickte Anordnung der einzelnen Theile anschaulich zu machen; seine Dar ­ stellungsweise wirkt in hohem Maße anziehend, sodaß auch derjenige Leser, der der Sache zunächst fremd gegenübersteht, von Anfang bis zu Ende gleichmäßig gefesselt wird. — Was den Inhalt angeht, so zerfällt derselbe in zwei Haupttheile: in eine äußere Geschichte des Königreichs von seiner Gründung bis zur Auf ­ lösung und in eine Darstellung des gesammten Ver ­ waltungssystems, wobei auch das Leben am Hofe Jeromes eingehende Berücksichtigung findet. — Dem eifrigen Suchen des Verfassers ist es gelungen, eine ganze Reihe noch nicht benutzter Akten zu verwerthen; es sind insbesondere die ausführlichen Berichte der holländischen und des hessen-darmstädtischen Gesandten in Kassel, ferner die der westfälischen Gesandten in Paris, St. Petersburg, Wien. Berlin und München, sowie der preußischen Gesandten in Kassel, Paris, Dresden und Frankfurt; dazukommen noch zahlreiche handschriftliche Aufzeichnungen privater Art, Tage ­ bücher, Briefe u. s. w., die gleichfalls eine überaus reiche Ausbeute lieferten. Das treffliche Werk ist jedem Freunde vaterländischer Geschichte zu empfehlen. A. Von dem Pfarrer G. Junghans in Steinau ist dieser Tage eine Geschichte der Hanauer Kirchen Visitationen im 18. sowie der Hanauer P f a rr ko n v ente im 17. Jahr ­ hundert (im Verlag der Buchhandlung des St. Martinstifts zu Koblenz) erschienen, worauf wir alle Freunde der Hessischen und insonderheit der Hanauischen Geschichte gern aufmerksam machen wollen. In dcm 1. Theil tritt uns insbesondere das ehrwürdige Bild eines um die Hanauer Kirche hochverdienten Mannes, des hochgelehrten Urgroß ­ vaters der Gebrüder Jakob und Wilhelm Grimm, Friedrich Grimm entgegen, der der reformirten Kirche der Hanauer Lande von 1706 — 1748 als geistlicher Inspektor vorstand. Im 2. Theil entrollt sich vor unseren Augen die gute alte Zeit, die in vieler Hinsicht keine gute Zeit war, und enthält die mit vielem Fleiß aus den Konventsprolokollen zu ­ sammengetragene Abhandlung viele interessante kulturhistorischer Züge. Die Anschaffung des Büch ­ leins wird keinen auch nicht theologischen Leser gereuen. Der äußerst niedrige Preis für 76 eng ­ gedruckte Seiten in Oktav ist 1 Mark 50 Pfg. Kriefkasten. C. A. Kassel. Verbindlichsten Dank und freundlichsten Gruß. Brieflich das Weitere. E. S. Haina. Mit Dank angenommen. F. Sch. Darmstadt. Antwort erfolgt in den nächsten Tagen. H. K. J. München. Die Besprechung folgt in der nächsten Nummer. Wir bitten die Verzögerung gütigst zu entschuldigen. H. M. Straßburg. Eingetroffen. Besten Dank. Wir werden mit der Veröffentlichung in einer der nächsten Nummern beginnen. Vorher erhalten Sie brieflich die erforderlichen Mittheilungen. Inhalt des Maiheftes (Nr. 11) der „Touristischen Mittheilungen aus Hessen und Waldeck": Tour durch die Söhre nach Spangenberg und Melsungen. — Geschichte der Stadt Schwarzenborn. (Fortsetzung.) — Durch den Ringgau. (Schluß.) — Berichte. — Anzeigen. Hierdurch erlauben wir uns, an unsere ver- ehrlichen Abonnenten die ergebene Bitte zu richten, uns gütigst durch Uebermittelung von Adressen, an welche H^roöenummern unserer Zeitschrift zu senden wären, unterstützen zu wollen. Wir sind gern bereit, hieraus erwachsende Auslagen zu erstatten, sowie auch zum Zweck der Ver ­ breitung als Probenummern eine Anzahl von Exemplaren zur Verfügung zu stellen. Wedaktion und Werlag des „Kessentand". Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwengerin Fulda, Druck und Verlag von Friedr. Scheel in Kassel.