64 in Marburg Hai von den Farbwerken in Höchst a. M. einen Antrag zum Eintritt in die Stellung eines Vorstandes des wissenschaftlichen Laboratoriums erhalten und wird dem Rufe wahrscheinlich Folge leisten. — An der Universität Gießen hat sich der Gymnasiallehrer Dr. Matthäi als Privatdozent für Kunstgeschichte habilitiert. Am 10 Januar starb zu Z ü r i ch im Alter von 84 Jahren unser hessischer Landsmann. der Professor der Theologie Dr. theol et phil. Gustav Volkmar. Geboren am. 11. Januar 1809 zu Hersfeld, studierte er nach Absolvirung des Gymnasiums zu Rinteln, von 1828 bis 1832 in Marburg Theologie und Philologie, war Gymnasiallehrer in Rinteln, Kassel, Hersfeld, Marburg und Fulda, betheiligle sich in der vor- und nachmärzlichen Zeit in radikalem Sinne an den politischen und religiösen Bewegungen, ver ­ öffentlichte, als im Herbste 1850 die Verfassungs ­ wirren in Kurhessen ausbrachen, die Schrift ,Der Kriegszustand in Kurhessen oder der Sieg eines freien Volkes über eine Willkür-Regierung von Gottes Gnaden/ wurde in Folge dessen unter Anklage gestellt in Haft genommen aber bald wieder freigelassen. Doch wurde ihm die Fähigkeit abgesprochen, in Kurhessen ein Lehramt- zu bekleiden und am 7. Februar 1853 wurde er seines Amtes entsetzt. Dr. Volkmar ließ sich hierauf in Zürich nieder und habilitierte sich daselbst in der theologischen Fakultät ak^ Prrvatdozent^ 185# wurde er zum außerordent ­ lichen und 1863 zum ordentlichen Professor für neu- testamentliche Bibelexegese ernannt. In seinen wiffenschaftlichen theologischen Anschauungen war Professor Volkmar ein Anhänger der kritisch-negativen sog. Tübinger Schule. Seine literarische Thätigkeit war eine sehr umfangreiche. Sie erstreckte sich meist auf Veröffentlichungen kirchenpolitischen und bibel ­ exegetischen Inhalts. Am 28. Januar verstarb zu Kassel nach kurz vorher vollendetem 70. Lebensjahre ein in den 60 er Jahren sehr bekannter und geachteter Schulmann Dr. W i l h e lm Jäger. Er war in Kassel, am 21. Januar 1821 als der Sohn des damaligen Vizebürgermeisters Pfarrers Hermann Wilhelm Jäger geboren. Nachdem er Gymnasium und höhere Gewerbeschule besucht hatte, lag er zwei Jahre lang zu Altmorschen dem praktischen Studium der Landwirthschaft ob, bereitete sich dann privatim auf die akademischen Studien vor und bezog hierauf die Universitäten Berlin und Marburg. Herbst 1846 legte er die Schulamtsprüfung ab, promovirte auch, und zwar auf Grund einer Abhandlung aus dem Gebiete der höheren Mathematik. 1848 trat er als Praktikant an der hiesigen Realschule ein, wo er bis zum Jahre 1851 thätig war. 1860 übernahm er die Falckenheiner'sche Privatknabenschule, deren Leiter er bis zum Jahre 1869 war. Er zog sich in's Privatleben zurück und lag eifrigst natur ­ wissenschaftlichen Studien ob, bis ihn ein immer störendes auftretendes Augenleiden zwang, allen Arbeiten zu entsagen. —k—. Aufruf! Mit den Vorarbeiten zur Herausgabe einer umfassenden dialektischen Räthselsammlung beschäftigt, richte ich an alle Forscher und Freunde des deutschen Volksthums und Dialekts die herzliche und dringende Bitte, zur Erreichung der einem solchen Werke nothwendigen Vollständigkeit das ihnen zugängliche Material an dialektischen Volksräthseln zu sammeln und mir geneigtest recht bald einzusenden. Wo es gewünscht wird, erhalten die Einsender das handschriftliche bezw. gedruckte Material zurück. Zm voraus danke ich meinen lieben norddeutschen Landsleuten herzlich für die gütige Unterstützung und bitte dringend, mein Unternehmen, wenn auch durch den kleinsten Beitrag zur Räthselkunde, zu fördern. Nörten in Hannover. Aludotf ßckart, Privat-Gelehrter. Anzeigen. Verlag von Kirbr. Kcheel, Buchdruckers!, Kassel. Schloßplatz 4. Aas schwarze Wehwitb. Von ügp-cirs Mrandt. Mit einer Abbildung. (1889.) Hierdurch erlauben wir uns, an unsere ver- ehrlichen Abonnenten die ergebene Bitte zu richten, uns gütigst durch Uebermittelung von Adressen, an welche Wrobermmrner« unserer Zeitschrift zu senden wären, unterstützen zu wollen. Wir sind gern bereit, hieraus erwachsende Auslagen zu erstatten, sowie auch zum Zweck der Ver ­ breitung als Probenummern eine Anzahl von Exemplaren zur Verfügung zu stellen. Wedaktion und Verlag des „Kessenland". Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F.Zwengerin Fulda, Druck und Verlag von Fr red r. Scheel in Kassel-