34 ufm Nothfall zu Rettung und Beschuetzung des Vaterlandes gebrauchet, auch anderer an ­ genommener Soldaten mehr." „Jnnahm-G eldt von Buergern, so hier abgezogen und ihre buergerliche Ge ­ rechtigkeit uf Sankt Thomae Tag mit dritthalben Alb. ingelöst. Wilcher solche nicht löst, ist der Bürgerschaft verlüstig: 12 Alb. 6 Hell." Wer später wieder in die Stadt ziehen wollte, mußte seine Bürgergerechtigkeit wieder erkaufen mit einem Viertel Wein, oder wie er sonst mit Bürgermeister und Rath übereinkam. Unter diesen abgezogenen Bürgern findet sich einer mit dem klassischen Namen Plato. Die städtischen Fischteiche lieferten einen Ertrag von 3 Thl. „Von newen Buergern, so hier zugezogen: 49 Thl. 14 Alb." Wenn ein Fremder in die Stadt zog, mußte er, außer einem Goldgulden an die „Herren", in die Stadtkasse 14 Thl. entrichten, wenn einer sich anhero befreiet, eine Witwe oder Bürgerstochter ehelicht, muß er der Stadt 6 Thl. geben und dem Fürsten ebensoviel. „Innahm-Geldt wegen unsers Gn. Fürsten und Herrn zupeinlichen und ohngepotenen (ungebotenen) Gerichten: 3 Thl., so unser Gn. F. und H. jerlichen dem Rath deputiert zu den 2 ungepotenen Gerichten us Oster und Michel; hat der Herr Rentschreiber entrichtet." Stadt-Geschoß und Beisitzer-Geschoß ergaben eine Einnahme von 70 Thl. 22 Alb. 7'/z Hell. Ueber das erstere belehrt uns das Saalbuch wie folgt: 1) Wenn ein Ausländischer, er sei edel oder unedel, geistlich oder weltlich, ein in der Terminei von Felsberg liegendes Gut einem Bürger abkauft, so soll er jährlick von jedem Acker der gemeinen Stadt in ihr Geschoß geben: 2 Alb. 2) Ein jeder dieser Stadt einverleibte Bürger muß jährlich, wegen seiner unterhabenden Behausung" zu ständigem Geschoß geben: 10 Alb. 3) So sich ein Bürger des Brauens ge ­ brauchet und befleißiget, muß er derent ­ wegen 10 Alb. bezahlen. 4) Von den in der Felsberger Terminei liegenden Ländereien, die den deutschen Herren zu Marburg, der löblichen Universität daselbst, denen von Meysenbugk und andern vom Adel zuständig und zinsbar sind, ist jährlich von den diese Huben innehabenden Bürgern von jeder Hube 6% Alb. zu entrichten. Brauchen es aber die Eigenthumsherren zu ihrer selbst eigenen Haushaltung, so sind sie nichts zu geben schuldig. Das Beisitzer-Geschoß wird von denjenigen Manns- oder Weibs-Personen erhoben, die in der Stadt Felsberg seßhaftig sind, aber keine eigene Behausung haben und nichts desto weniger wie andere Bürger ihr Vieh mit auf die Weide treiben, auch anderer Nutzbarkeit genießen wollen. Doch haben sie keinen Antheil an den jährlich zu vertheilenden Wiesen, an Holz vom Beuerholz und am Gras vom Edderfrasen. Solche Personen sollen jährlich zu Beisitzer- Geschoß 8 Alb. und zur Soldatensteuer 7 Alb. zahlen. Da sich, fügt das Saalbuch hinzu, auch allerhand Handwerksleute hereinschleifen und also das Brot andern Bürgern dieser Stadt vor dem Maule abschneiden würden, dieselbigen soll man dahin anhalten, entweder daß sie ihr Bürgergeld erlegen, oder aber über 8 Tage in der Stadt nicht geduldet werden. Solche, die aus den benachbarten Ortschaften Aecker der Felsberger Gemarkung ererbt oder angekauft haben, müssen von jedem Acker 2 Alb. als sogenanntes Landgeschoß auf Sankt Thomae Tag in die Stadtkasse entrichten, was in diesem Jahre 12 Thl. 16 Alb. 7 */ 2 Hell. einbrachte. Die Sopheia Neumann zu Gudensberg hatte ein Kapital von 100 Thalern legirt, aus dessen Zinsen (Pension, wie man es damals nannte) an die Armen jährlich um Pfingsten Brod und Wecke ausgetheilt werden sollten, worüber Bürgermeister und Rath zu Inspektoren gesetzt waren. Die Zinsen betrugen 6 Thl. 4 Alb. „Summa Summarum aller Jnnahm Geldt Inhalt Registers anno 1614: 570 Thl. 12 Alb. 9 Hell." Von den Ausgaben, in deren Aufzählung die Rechnung besonders genau ist, seien ebenfalls einige Titel mitgetheilt: An den fürstlichen Rentschreiber Henrich Kalckhof zahlte die Stadt zu Walpurgi an ständigen Abgaben 97 Thl. 2 Alb. Don 7 aufgenommenen Kapitalien waren im ganzen 17 Thl. 15 Alb. 8 Hell. Zinse zu bezahlen. Die Gläubiger waren der Gotteskasten zu Niederwildungen, der zu Niedenstein, das Felsberger Hospital, die Herren von Boyneburg und Hanß Wendel. Durch „Unkosten und Zehrunge" ist eine Ausgabe von 29 Thl. 7 Alb. entstanden. Darunter sind 10 Thl. 4 Alb. verausgabt worden „uf die Chor (— Bürgermeister-Wahl) für 33 mas Wein, jedem Beampten, Herrn des Raths und Dienern 2 mas, jedes mas 8 Alb.