249 Wilhelm Heinrich August wurde das ­ selbe Regiment (das spätere kurhessische 2., jetzt 82. Infanterie-Regiment), das nach eingangs erwähntem August Moritz bereits einmal, von 1733 bis 1748, die Bezeichnung „von Donopisches" führte, abermals von 1764 bis 1784 „Regiment von Donop" benannt. Wilhelm Heinrich August von Donop war 1784 General ­ lieutenant und zugleich Kommandant von Mar ­ burg, ward dann Gouverneur von Ziegenhain und durch einen Tausch Chef des bis dahin Knyphausen'schen Regiments, das von da ab bis zum Jahre 1789 die Bezeichnung „Füsilier- Regiment von Donop" führte, dann 2. Bataillon von Kospoth wurde und so ebenfalls zu der Stammtruppe obengeuannten kurhessischen 2. Regiments gehört; denn das Regiment von Donop, von 1784 bis 1789 Regiment von Knyp- hausen genannt, war zu gleicher Zeit 1. Bataillon von Kospoth geworden. Im Ganzen durch vierzig Jahre hindurch nahmen in der hessischen Kriegsgeschichte die Regimenter von Donop die ehrenvollsten Plätze ein. Sie und ihre aus ­ gezeichneten Chefs waren einander würdig, und wo auch immer in ihrer Mitte die Fahnen mit dem hessischen Löwen vor dem Feinde entrollt wurden, ob in Brabant, in Baiern, am Rhein und in Schottland oder jenseits des atlantischen Meeres im fernen Amerika, überall vermehrten sie den unverlöschlichen Ruhm der hessischen Tapferkeit, Manneszucht und Treue. Der rechte Bruder von Wilhelm Heinrich August ist Karl Aemilius Ulrich gewesen. 1766 Oberst von der Garde, 1776 Kommandeur des Feldjügercorps, war dieser zugleich Kammerherr und Flügeladjntant bei Landgraf Friedrich II. „Er vermählte sich", wie Hofmann in seinem schon erwähnten Werke wörtlich vermeldet, „1763 in Frankfurt mit einer schon bejahrten Geheimen Raths Wittwe: Firnhaber von Eberstein, gebornen Falk, genannt, und dabei auch 100,000 Thaler." Mit dem Geschicke dieses Mannes dürfen wir uns wohl wieder etwas eingehender beschäftigen. Am 16. November 1776 stürmte General von Knyphausen mit seinen löwenmuthigen Hessen das Fort Washington, dessen Name ihm und seiner glänzenden Waffenthat zu Ehren in „Fort Knyphausen" umgeändert wurde. Der als tapfer, zuverlässig und einsichtsvoll geltende amerikanische Oberst Magaw hatte bezüglich der Einnahme des Forts zu dem vom hessischen Obersten Rall abgeschickten Parlamentär, Kapitän von Hohenstein, die bezeichnende Aeußerung gethan: „Die Herren Hessen machen Unmöglichkeiten möglich." Am 22. Oktober 1777 galt es, das von einem französischen Offizier in den besten Vertheidi ­ gungsstand gesetzte und von vier ausgesuchten Bataillonen unter Oberst Green, einem der tüch ­ tigsten amerikanischen Offiziere, vertheidigte Fort Redbank am linken Ufer des Delaware zu stürmen, und dazu wurde, wie Oberstlieutenant Sunkel in seiner „Geschichte des 2. hessischen Infanterie- Regiments Nr. 82" (Berlin 1876, Seite 84) berichtet, ein nicht minder tüchtiger Offizier Oberst von Donop bestimmt. Mit vieler Zuversicht folgten ihm seine Truppen, und ins ­ besondere waren es die Grenadiere, die dem geliebten Führer nach einer kräftigen Anrede und Aufforderung seinerseits zur Tapferkeit zu ­ riefen: „Heute wollen wir Fort Redbank zu Fort Donop machen!" Oberst von Donop hielt zur Ueberwältigung des Forts eine größere Anzahl von Geschützen für nothwendig. Er sandte daher einen englischen Offizier mit ent ­ sprechend begründeter Bitte an General Howe, dieser ließ ihm jedoch sagen, wenn er das Fort nicht angreifen wollte, so sollten englische Truppen das Unternehmen ausführen. „Gehen Sie zu Ihrem General", sagte Donop zu dem Offizier, der ihm diese Antwort brachte, „und sagen Sie ihm, er solle gleich sehen, daß Deutsche tapfer zu sterben wüßten." Der todesmuthig unternommene Sturm, bei dem zwei feindliche, auf dem Delaware liegende Schiffe von der Flanke der Hessen aus in de» Kampf eingriffen und durch ihr Feuer ganze Glieder mit Kettenkugeln niederrissen, mißglückte denn auch leider. Wenn auch die Tapferen nach Wegrüumung der Verhaue, Ueberwindung tiefer Wolfsgruben bereits den Graben stellen ­ weise mit Faschinen gefüllt hatten und den Haupt- wall zu erklettern suchten, das Feuer der gedeckt stehenden Amerikaner war in so unmittelbarer Nähe zu mörderisch, und zum Unglück erlagen ihm die Mehrzahl der Offiziere, vor Allem der brave Oberst von Donop. Es half nichts, daß das Bataillon von Minnegerode bereits die einzeln vorliegende Redoute genommen hatte —, die schon auf der Brustwehr Stehenden wurden mit Lanzen und Bajonetten zurückgestoßen, sie sahen sich zum Rückzug genöthigt. Bei ein ­ brechender Nacht sammelten sich die Truppen unter dem Schutze des in einem Wald nahebei stehenden Bataillons von Lengerke, hatten jedoch ihren geliebten Führer, der, unter die Faschinen gefallen, nicht gleich zu finden war, in den Händen des Feindes lassen müssen. 22 Grenadieroffiziere allein waren getödtet oder verwundet. Oberst von Donop besiegelte sein Heldenthum mit dem Tode; geboren am 1. Januar