267 in kurhessischen Diensten standen, einen höheren Charakter verliehen, dem Generallieutencint z. D. von Hesberg und dem Generallieutenant z. D. von S p a n g e n b e r g. E r st e r e r erhielt den Cha ­ rakter als General der Kav aller i e, letzterer den Charakter als General der Infanterie. Es ist dies bekanntlich nach dem Feldmarschall und den Generalobersten der Infanterie, Kavallerie und Artillerie der höchste militärische Rang in der deutschen Armee, und die Generale von Hesberg und von Spangenberg sind die beiden ersten von den 1866 in preußischen Dienst übergetretenen ehemals kur ­ hessischen Offizieren, welche zu dieser Würde erhoben worden sind. General von Hesberg hatte von 1885 bis 1888 die umfangreiche und verantwortliche Stellung eines Kommandeurs der Kavalleriedivision des I. Armeekorps inne. Von 1842 bis 1866 stand er in kurhessischen Diensten, zuletzt als Ritt ­ meister und Kommandeur der Leibeskadron der Garde du Korps. In Preußen wurde er 1866 Rittmeister und Eskadronchef im 6. Kürassier-Regiment, bei dem er als etatsmäßiger Stabsoffizier den Krieg von 1870/71 mitmachte. Er ist Inhaber des eisernen Kreuzes erster Klasse. — General L. von Spangenberg (geboren am 24. Mai 1826 zu Fulda) stand von 1844 bis 1866 in kurhessischen Diensten, zuletzt als Hauptmann im Generalstabe, wurde 1866 in den preußischen Generalstab übernommen und am 16. Februar 1867 zum Major in demselben befördert. Am 16. März 1869 trat er als Kommandeur des Füsilier-Bataillons des Infanterie-Regiments Nr. 25 zur Front über und inachte als solcher den Krieg von 1870/71 mit j Auszeichnung mit. Später kommandirte er das 85. Infanterie-Regiment und von 1880 ab die 28. Infanterie-Bngade. Vom Dezember 1883 bis November 1885 war er Kommandant von Berlin, in welcher Stellung er zum Generallieutenant be ­ fördert wurde. Am 24. November 1885 wurde er zum Kommandeur der 12. Division (Neiße) ernannt. Am 6. November 1888 wurde er in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt. Seit dieser Zeit hat er seinen Wohnsitz in Kassel genommen. Im Kriege von 1870/71 erwarb er sich das eiserne Kreuz erster Klasse und wurde 1871 in den preußischen Adelstand erhoben. U n iv er sitäts nach richten. An Stelle des Professors der Botanik und Direktors des botanischen Instituts Dr. Goebel, welcher am 15. September Marburg verlassen hat, um der an ihn ergangenen Berufung an die Universität München Folge zu leisten, ist der außerordentliche Profesior der Botanik an der Akademie zu Münster Dr. A. Meyer als Ordinarius nach Marburg berufen worden und wird mit Beginn des Winterhalbjahres seine Vorlesungen daselbst beginnen. — Der Privatdozent der Botanik Dr. Gießen Hagen zu Marburg siedelt nach München über. — An Stelle des nach Berlin ab ­ gegangenen Professors Dr. Rubner hat Professor Dr. August Gaertner in Jena einen Ruf als Professor der Hygiene und Direktor des hygienischen Instituts in Marburg erhalten, soll denselben jedoch abgelehnt haben. Der Bibliothekar an der Universitäts-Bibliothek zu Marburg Dr K. Boys e n ist in gleicher Eigen ­ schaft an die königl. Bibliothek in Berlin und der Hülfskustos Dr. Münzer au der Berliner Bibliothek als Kustos an die Marburg er Universitäts- Bibliothek versetzt worden. Dem Landes-Oekonomie-Direktor Dr. Julius Georg Schwarzenberg in Braunschweig ist anläßlich seines 50jährigen Doktorjubiläums seitens der juristischen Fakultät der Universität Marburg die Doktorwürde erneuert worden. (Dr. Julius Georg Schwarzenberg, geb. 1820 zu Kassel, ist der zweit- älteste Sohn des am 26. Oktober 1857 zu Kassel verstorbenen Obergerichtsanwaltes Ludwig Schwarzen ­ berg, des bekannten Freiheitskämpfers in der napoleo- nischen Zeit und freimüthigen, unbeugsamen Präsi ­ denten der kurhessischen Ständekammer in der Konflikts ­ zeit von 1850, des Mannes »ohne Furcht und Tadel" , wie ihn seine Mitbürger nannten. S. „Hessenland", Jahrg. 1887 Nr. 33.) Todesfälle. Am 30. August starb zu Balti- more Dr. Friedrich Heß im 91. Lebensjahre. Derselbe war am 19. September 1800 zu Mar ­ burg geboren, nahm an der politischen Bewegung der dreißiger Jahre lebhaften Antheil, wohnte u. a. dem sog. Hambacher Fest am 27. Mai 1832 bei und wurde wie so viele seiner Gesinnungsgenossen deshalb in Haft genommen. Nachdem er aus der ­ selben befreit war, wanderte er, da er unter den obwaltenden Verhältnissen seine Absicht, sich der akademischen Laufbahn zu widmen, nicht mehr aus ­ führen konnte, 1837 nach Amerika aus und ließ sich in Baltimore als Arzt nieder. Dort nahm er, wenn er auch niemals ein öffentliches Amt bekleidete, an dem politischen Leben regen Antheil. Am 3. September verschied zu Oldendorf in der Grafschaft Schaumburg im 73. Lebensjahre der Sanitätsrath Dr. Philipp Holzapfel, ein all ­ gemein hochgeschätzter und beliebter, anerkannt tüchtiger Arzt. Er war in seiner Studienzeit zu Marburg im Jahre 1839 Mitbegründer des renommirten Korps Hasso-Nassovia und stand bei seinen Kommili ­ tonen in hohem Ansehen. Am 23. September starb plötzlich an einem Hirn ­ schlage im Alter von 67 Jahren zu Castel bei Mainz der großherzoglich badische Professor a. D. Georg Leonhard Follenius, früher kurhessischer Artillerie-Offizier und Major in der großbritannischen