3 Adrian von de Velde bewiesen, welches ich gewiß lebenslang erkennen werde, ich kann ver ­ sichern, daß ich dieses Gemählde vor eins von die schönsten halte, so ich von diesem Meister kenne, weilt die Figuren und das Viehwerk, als wenn es in amallee gemacht wäre, ist. Ich danke desfats unterthänigst vor die hohe Gnade, und können Ew. Hochsürstl. Durchs versichert sein, daß ich mich noch mehr befleißen werde, mich solcher immer würdiger zu machen. Was unsern Gonsales betrifft, so sei» die Wurm- schneider*) nicht einig darüber, ob es vom Selben seh, weill einer mit Gewalt ein Mieris daraus machen will; mir ist es gleich viel, ich finde es artig, und scheint, wo der Nahme nach ­ dem darauf gesetzt worden, derselbe die Bücher nicht muß gelesen haben, sonst hätte er ihn leicht 20 Jahr älter machen können. Ew. Hochsürstl. Durch!, nehmen nicht ungnädig, daß ich den Hellmont wieder zurück sende; verdient er kein Platz im Fürst!. Cabinet, so ist er doch werth, daß er in ein ander Zimmer hangt. DaS ist gantz gewiß, daß er cs hier gemahlt hat. Ew. Hochsürstl. Dnrchl. wollen meinen Worten nicht glauben, daß ich sobald als möglich suchen werde, die Gnade zu haben unterthänigst aufzuwartten; sollten aber Ew. Hockfürstl. Durch!, daran zweiffeln, so werde die Unterschriebenen der 8anetio Pragmatica darumb ersuchen, Bürge vor mich zu werden. Ich muß nochmal wieder anfangen von der Liebhaberch was zu melden, so die Augenlust betrifft; ist stehe im Handel über ein Gemählde, so ein Küchenstück, ans Hvltz geschildert und vermuthlich 100 Jahr alt ist, es ist ein halber großer Küß, ctzliche Stücke Schinken, Brod und mchreres Essen darauff, ich muß be ­ kennen, daß ich in der Arth niemahls etwas schöneres gesehen habe, ich hätte große Lust, es Ew. Hochsürstl. Durch!, zu senden, wenn Sie cs beliebten zu sehen. Der Nahme so darauff stehet ist V. E. 8. Ich kann aber nicht aus ­ finden, ob ich gleich alle Bücher durchgesucht, ich bin mit ausrichtigem Hertzen bis an das Ende meines Lebens Ew. Hochsürstl. Durch!. treuester Knecht Frankfurt v. Häckel. d. 27. jan. 1784 Von der hierauf erfolgten Antwort des Land ­ grafen (d. d. 30. Jan. 48) ist nur Anfang und Schluß hier wiederzugeben, ersterer, weil er von den Gemälden handelt, letzterer, als von dem herzlichen Verhältniß der beiden Freunde Zeug ­ niß gebend. Sie lauten: *) Diese aus der thierärztliche» Praxis enlnominene Benennung gebraucht Häckel öfter für die über ein Bild uneinigen Kritiker und Kunstgclehrten. Beyde seine Schreiben vom 23. und 27. dieses habe erhalten, und erfreut mich sehr, daß das kleine Stück Ihm gefallen, wodurch mein ganzer Wunsch dabey erfüllet ist. • So uuhösflich bin ich nicht, daß mir das von j Helmond nicht aufdringen lassen sollte, und j wird diese piece gewiß nicht den schlechtesten > Platz erhalten, sowohl wegen seiner Schönheit, z als insbesondere, weil es von Ihm herkamt, und Ich es daher noch mehr in Ehren halten werde. Ich bin meinem lieben Baron Häckel davor sehr verbunden und, da dieser Helmond bey der neulichcn Schildercyen Geburth ohne Zweiffel den impregneur abgegeben, so hoffe noch mehr gute Kinder von ihm zu ziehen, worvon dem zweyten Eigenthümer der Zehcnde der Billigkeit nach gebühret; mit dem Küchengemühldc, an I dessen Schönheit zwar nicht zweyffl'e, will Ihn nicht bemühen, denn Ich muß sagen, daß solches j nie meine Liebhabereien gewesen und es dero- j wegen in gewissem Maße nicht bey mir an- , gewendet ist i ... Uebrigens halte Ihn nochmahls beym i wort, daß Er uns bald dahier besuchen will. ! Es würde mir aber dessen Erfüllung zu lang ! fallen, wann vorher so viele Bürgschaften darzu j gebraucht werden sollen: die Sache wird am i besten entschieden, wenn Er sich selbst auf den j Weg und seine parole wahr macht. Ich rechne ! darauf zuverlässig und daß mit nächstem münd ­ lich werde wiederholen können, wie aufrichtig und beständig ich beharre k. Am 3. Februar erfolgte ein weiterer Brief des Landgrafen nachstehenden Inhalts: Mit letzterer fahrenden Post ist das mir von demselben zugedachte schöne Stück von Helmonds ganz wohl überkommen und Ich kann nicht um ­ hin, Demselben davon nochmals meine Dank ­ sagung zu erstatten mit der gewissen Versicherung, daß Ich dieses Andenken von Ihm mit aller Sorgfalt eonserviren werde. *) Das Stück Von Gonzales hat Freese wieder recht gut ausgebessert, daß man von dem Sprung wenig mehr wahrnimmt.**) Ich habe es nun nochmahls genau exarniniret und finde daran je mehr und mehr eine sehr artige piece. Was aber meine Gedanken von dem eigentlichen *) Im gedruckten Galerie-Katalog von 1783 findet sich das Bild auf S. 22 verzeichnet, wie folgt: Kr. 73. Matthäus van Hellmont. Eine Niederländische Bauren - Stube, worinnen eine Frauensperson nebst einigen Bauren. — Auf Leinwand, 1 Fus; 6'/z Zoll hoch; 1 Fuß 11 Zoll breit. Unter Jerome ist das Gemälde verschwunden. **) Nach der kürzlich von Hrn. Konservator Aloys Hauser aus München vorgenommenen Restauration ist dieser im Lauf der Zeit wieder zum Vorschein gekommene ; Sprung kaum mehr bemerkbar.