97 zu sein." Bezeichnend in diesem Revers ist der Umstand, daß sie ihrem Koadjutor den Titel „Fürst in Buchen" beilegen, ein Umstand, der später dazu benutzt wurde, um ein tieferes Ein- verständniß seitens des Fürsten mit den Bauern zu beweisen, ja ihm sogar den Vorwurf zu machen, er habe dem geistlichen Stande entsagt und habe sich als weltlichem Fürsten huldigen lassen. Die Sache war folgende: Als der Koadjutor unter seinem gewöhnlichen Titel und Namen die verlangte Verschreibung wegen An ­ erkennung der 12 Artikel ausgestellt hatte, wiesen die Anführer dieses Aktenstück zurück, erklärten „mit spitzigen, verächtlichen tröwlichen Worten, daß sie keinen „Kuhhirten" zu einem Herrn haben und den Namen keineswegs länger leiden wollen." Sie verlangten, daß sich derselbe kurz ­ weg Fürst in Buchen zu schreiben habe, dieser Forderung war abermals der kategorische Imperativ „das und kein anders" zugefügt. Der Koadjutor fügte sich und ließ sich aus angezeigten Un- Iur Geschichte der Die in sicherer Aussicht stehende Kanalisation der Fulda von Kassel ab nach Münden giebt uns den Anlaß, darauf hinzuweisen, daß schon in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, vor nunmehr fast 130 Jahren, Verhandlungen zwischen Hessen-Kassel und dem Fürstbisthum Fulda bezüglich der Schiffbarmachung des Fulda ­ flusses und der Herstellung einer Wasserstraße zwischen Fulda und Kassel im Gange waren. Es liegen uns darüber abschriftlich Akten-Bruch- stückss vor, die den Handakten des im Jahre 1842 zu Rotenburg an der Fulda verstorbenen Betgmeisters Lange entstammen und uns von dessen Sohne, dem Herrn Bergfaktor Fritz Lange in Reden, schon vor längerer Zeit zum Abdrucke in unserer Zeitschrift gütigst zur Verfügung gestellt worden sind und die wir nachstehend ver ­ öffentlichen. D. R. Am 12. April 1763 richtete der Hessen-Kasselsche Minister von Waitz an den fürst-bischöflichen Geheimen Rath Baron von Scheer ein Schreiben, in welchem er nach Beantwortung einer Re ­ klamation von fuldaischen Schiffen, die in der Kampagne von 1762 auf der Fulda gewesen, der Frage der Schiffbarmachung dieses Flusses mit folgenden Worten nähertritt: „Diese rnaterie von denen Schiffen gibt mir zugleich Anlaß bei Ew. Hochwohlgebohren mich zu erkundigen, ob des Herrn Bischoffs hoch ­ fürstliche Gnaden noch eben die Gesinnungen gestimmigkeiten, Betrüngnuß und Forgt, den Titel in das Schriftstück setzen, doch ohne jemals denselben von freien Stücken geführt zu haben. Nach diesen Verhandlungen brachen die Bauern- schaaren, 5000 Mann stark, mit etlichem Feld ­ geschütz nach dem Stift und der Stadt Hersfeld auf, nahmen die Stadt ein und trieben allerlei Muthwillen, in Kirchen. Klöstern, an Bildern, Fenstern und Altären. — So Gegenbaur. Dr. W. Falckenheiner in Marburg weicht in seiner bereits erwähnten trefflichen Schrift „Philipp der Großmüthige im Bauernkrieg" (Marburg 1887) in manchen Punkten von der Darstellung Gegenbaur's ab. Wir werden in der nächsten Nummer auf diese Abweichungen zurückkommen, die um so größere Beachtung verdienen, als dem Dr. Falckenheiner ein sehr reichhaltiges Quellenmaterial zu Gebote stand. (Fortsetzung folgt.) Ma-Wanalisation. vor die Etablirung eines Commerce auf der Fulda hegen und zu diesem Ende den Schleußen Bau continuiren zu lassen gedenken. „Was man diesseits zu einem so nützlichen End Zweck beytragen kan, wird mit vieler Bereitwilligkeit und Eifer geschehen. „Die Waaren, so hinauf gebracht werden könnten, dürften vornehmlich in Bremer Waaren bestehen und würde es sodann darauf ankommen, an welchen Orten in denen fürstl. fuldaischen Landen Waaren-Lagers errichtet und was für Waaren dagegenheruntergeschicktwerdenkönnten, um solchergestalt ein rnntnellee Commerce zu etabliren. Ich muß hierbei vornehmlich nach Potasche, Linnen, undHoltz fragen, Früchte könnten auch dienen, um weiter heruntergebracht zu werden. „Erzeugen mir eine besondere Gewogenheit, wenn dieselben über diese Ideen deren Gedanken mir gefälligst'zu commnniciren belieben wollen." Hierauf erging unter dem 20. April des Jahres 1763 eine Verfügung des Fürstbischofs von Fulda, Heinrich's VIII. von Bibra, durch welche der Geheimbde Rath von Scheer, Hofrath Hahn, Hofrath Schaupp, Hof-Kammer-Rath Eckhard und Hof-Kammer-Rath Gegenbauer angewiesen werden, „ihre Meinung und Bedenken über diesen Gegenstand schriftlich Uns nächst künftigen Mittwochen den 27. dieses bey Hof in