94 Armee, in der Macdonald den rechten Flügel mit seinem eigenen Korps und der westphälischen Brigade führte, suchte er am 9. Oktober bei Düben an der Mulde die Schlacht gegen das schlesische Heer. Blücher war aber mit diesem über die Mulde ausgewichen und wollte an jenem Tage bereits auf Leipzig marschiren. Das große Heer der Verbündeten näherte sich über Dresden, • selbst der von Blücher an den Haaren gezogene Kronprinz von Schweden folgte jenem nach; der Imperator, welcher einen Augen- Dann entfernte sich der Kaiser und ging schweigend am nächsten Bataillon vorüber. Schleenstein blieb bei Leipzig. (Aufzeichnung v. Bardelebens.) blnL den Plan hegte, nach Magdeburg zu ziehen um dem Kriege eine neue Wendung zu geben, führte sein Hauptheer gegen Leipzig, wo es am 14. Oktober anlangte, als schon südlich der Stadt bei Liebertwolkwitz der furchtbare Tanz um die Herrschaft über den Welttheil begonnen hatte. Der 15. verging unter den Vorbereitungen, Napoleon ließ seine Armee eine Stellung im Süden und Südosten von Leipzig nehmen und nördlich der Stadt seinen Rücken durch eine Heeresabtheilung gegen den noch ziemlich ent ­ fernt vermutheten Blücher sichern. (Fortsetzung folgt.) *-*R)H—* Hpisoöen aus der Geschichte öes Kauernkrieges in den Atifislanöen von Uulöa unö Kersfelö. Mitgetheilt von 3f- Iw eng er. (Fortsetzung.) Die Chronik des Apollo von Vilbel, auf die wir uns in unserem ersten Artikel wiederholt berufen haben, ist für die Fuldaische Geschichte von wesentlicher Bedeutung. Der Fuldaer Historiker Brower benutzte dieselbe und auch Schannat that ihrer Erwähnung. In neuerer Zeit sind es Dronke, Gegenbaur und Freys, welche sich wieder mit dieser Chronik be ­ schäftigten. Gegenbaur hielt zu Anfang der 60er Jahre in dem Fuldaer Zweigverein für hessische Geschichte und Landeskunde einen Vor ­ trag über die ,DraKinentaUanu8erixti^.x»ollini8 de Vilbel“, dessen Manuskript uns vorliegt. Unser gelehrter hessischer Landsmann, der Archivar Dr. Joseph Rübsam in Regens ­ burg, hat nun in oer Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Neue Folge, XIV. Band, 1889, den Text der „Chronik des Apollo von Vilbel" mit einer Einleitung in vier Abtheilungen veröffentlicht*), in welcher der Verfasser über Apollo von Vilbel und sein Geschlecht; über das Manuskript, das ein Fragment ist, die Zeit und den Ort der Ab ­ fassung, die Eintheilung und den Inhalt der Chronik; über die Sprache des Chronisten, die Ueberarbeitungen des Textes und die Quellen der Chronik ausführlicher berichtet; in der *) Ein Sonderabdruck erschien in dem Verlage von A. Maier zu Fulda. Dadurch ist auch Nichtmitgliedern des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Ge ­ legenheit gegeben, sich auf dem Buchhändlerwege die vor ­ treffliche Abhandlung als „Einzelschrift" anschaffen zu sönnen, vierten Abtheilung der Einleitung liefert der Verfasser literarische Nachweise über die Be ­ nutzung des Manuskripts. Das Manuskript, welches Dr. Rübsanl zur Verfügung stand, ist Original und gehört zu den Papierhandschriften der Bibliothek des bischöflichen Seminars zu Fulda, während Gegenbaur nur einen aus dem literarischen Nachlasse des zu Anfang der 30er Jahre in Fulda verstorbenen Oberförsters Hauck stammenden Auszug benutzen konnte, der sich gegenwärtig in der Bibliothek des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde zu Kassel befindet. Durch die Veröffentlichung der Chronik des Apollo von Vilbel hat sich Dr. Rübsam ein wirkliches Verdienst um die Geschichte Fuldas erworben. Wie die früheren historischen Arbeiten Rübsam's, so zeichnet sich auch die vorliegende durch die sorgfältigsten und gründlichsten Studien über den Gegenstand selbst aus, deren Ergebnisse der Verfasser in der Einleitung niedergelegt hat. Wir entnehmen der letzteren folgende Angaben über die Persönlichkeit Apollo's von Vilbel. Apollo von Vilbel war der Sprosse eines alten, wie es scheint, längst erloschenen hessischen Adelsgeschlechtes, als dessen Stammsitz der nördlich von Frankfurt an der Nidda ge ­ legene jetzige Marktflecken Vilbel gilt. Der Tag seiner Geburt ist nicht bekannt, ebenso wenig läßt sich bestimmen, seit wann er dem Kloster Fulda angehörte. Da er jedoch nachweisbar im Jahre 1508 das Amt eines cellerarius der ecclesia maior bekleidete, so ist es wohl nicht