319 „Jeannette", sagte er weich unb legte den Arm um sie „weißt du nicht, daß dein heutiges, eifersüchtiges Schmollen mich unsagbar beglückte, weil es mir verrieth, wie viel wärmere Gefühle du für mich hegtest, als du zeigen wolltest." „Geliebter Mann!" rief sie aufschluchzend, „sei nicht so liebevoll zw mir! Wie wirst du zürnen über meine thörichte Verstellung, die ich dir gegenüber zur Schau trug." „Aber, so sprich doch, Kind! Was ängstigt dich denn so? Komm her, und bekenne es offen!" Der schon im Voraus Verzeihende rückte den Tisch etwas auf die Seite, setzte sich in die Sopha-Ecke und zog das zagende Weib auf seine Knie. „So, nun beichte!" ermahnte er halb scherzend und lehnte ihren Kopf an seine Brust. Jeannette gewann Muth. Zuerst wollten die Worte nur zögernd über die Lippen; dann aber gestand sie ehrlich, welche Intrigue sie angezettelt, um den hartherzigen Frauenkenner zu strafen und hinter's Licht zu führen. Der Amtsrichter war doch etwas betroffen über die Konsequenz, mit welcher dieser Vorsatz seiner Frau durchgeführt war; bald aber ge ­ wann seine Gutmüthigkeit wieder die Oberhand; dennoch sagte er im Tone des Vorwurfs: „Kind, wie konntest du! Ahnungslos bist du an einen Abgrund gewandelt, und wie kummer- Muldstk. Der See liegt still und einsam Im dunklen Waldesgrün; Die grauen Wolken seh' ich So flüchtig drüber ziehn; Sie blicken in seine Tiefe Und spiegeln in seinem Glanz; Die stille Wasserrose Nickt leis' aus grünem Kranz. Und mir wird weh und eigen So wunderbar zu Muth, Ist meinem Herz nicht gleichend Der See und seine Fluth? Sind es nicht die Gedanken, Die durch das Herz mir zieh'n? Und bist du nicht die Rose — Sah' ich nicht dein Erblüh'n? tzarl Wevcr. schwere Tage hast du mich unnöthig durchleben lassen!" Von neuem brach Jeannette in Thränen aus, umschlang ihren Gatten und bat innig: „Vergieb! Vergieb! Und sei mir wieder gut, du über Alles geliebter Mann!" Da war sie wieder in seinen treu-ehrlichen Augen, die ihm verhaßte, verrätherische Thräne; er half sich diesmal selbst und sagte polternd: „Mit Frau Anna hätte ich wahrlich noch ein Hühnchen zu pflücken! Du bist gestraft durch die erwachte Eifersucht; aber ich denke: die An ­ stifterin der ganzen Komödie wird auch nicht leer ausgehen. Ich kenne meinen Freund Richard und überlasse ihm getrost die Vergeltung für ihr Thun; er wird dieselbe energisch in die Hand nehmen." Liebevoll hob der Amtsrichter den gesenkten Kopf seines Weibes in die Höhe, sah ihm tief ­ sinnig in die schönen Augen und flüsterte: „Auch ich habe in diesen Tagen eine Erfahrung gesammelt, Jeannette!" Er küßte ihr die schlanke Hand, welche in der seinen ruhte, neigte sich zu ihr herab und gestand ihr: „Ich weiß jetzt, daß ein großer Unterschied in deni Schmollen des Weibes besteht, und daß wir uns — bevor wir verurtheilen — fragen müssen, aus welchem Grunde sie schmollt." G gout Moart ftvv die Vihl (Wetterauer Dialect.) Dr Sommer eaß seweit ewäcker '), Dr Wahld se dorr, ohm B.ahm kahn Bload, Eann off de Wisse, off de Äcker Do leit 2 ) schuhnd Raasfl genungk eann soad! Die Vihlerchen - eaß dann e Wonner? — Gihn beann fl eamm Oart vo Haus ze Haus. „Jmm Goitteswenn fl, schneall Fricht eronner fl, „Se sein verkeist fl. Etzt daalt fl enn aus!" E kahler fl Weanter! Dorch die Gasse Fihrt hen met Schnie eann dobt eamm Feald. Etzt hun die oarme Vihl ds Basse Dr Bäcker gett naut, ihrscht") ds Geald. Do kauche 'fl se etzt verr de Schauern 'fl, Manch oarmer Deuwil muß erfriern; Die Hoffning eaß, deaß goure Bauern Die Lawe'fl öffne eann spendirn. Do seaht emohl dean Brast 'fl, dean Jommer! Dr Hunger stihr enn eamm Gesicht.