243 fürstlichen Generalstabes, in einer Originalzeichnung ausgeführt, bei welcher Detail und Schrift von H. Brandes, Terrain von C. Armann im Jahre 1860 lithographisch hergestellt wurden. Nach dem Jahre 1866 wurde er durch den Generalstabschef Graf Moltke nach Berlin berufen, wo er seitdem der wissenschaftliche Leiter aller kartographischen Arbeiten ist. Als bei der Gründung des deutschen archäologischen Instituts in Athen eine genaue Aufnahme der Land ­ schaft Attika beschlossen wurde, übernahm Kaupert die Leitung des Kartenwerks, das mit den vom Preußischen Unterrichtsministerium gewährten Mitteln ununterbrochen fortgeführt wird. Ihm selbst verdankt die Wissenschaft die erste genaue Darstellung von Athen und Umgegend, ebenso von Olympia, so daß auf einigen der wichtigsten Plätze der alten Kultur die historisch-topographische Forschung durch sein Ver ­ dienst auf festem Boden steht. Auch für die geologische Forschung in Attika ist dadurch erst eine sichere Grund ­ lage gewonnen. Soeben erschien in der E. Hühn'schen Hofbuch ­ handlung dahier: Abriß einer Geschichte des Hessenlandes (mit Ausschluß der nach dem Tode Philipps des Großmüthigen abgezweigten Gebietstheile) zum Gebrauche der Schüler zusammengestellt von Karl Wagner, Oberlehrer des König!. Wihelms- Gymnasiums zu Kassel. Wir begrüßen mit Freude diese Schrift, die einem längst gefühlten Bedürfnisse Abhilfe schafft und sich sicher auch außerhalb der Schule Freunde erwerben wird. Besprechung derselben wird in der nächsten Nummer unserer Zeitschrift folgen. Die „Zeitschrift für Naturwissenschaften“ (heraus ­ gegeben vom naturw. Verein für Sachsen und Thü ­ ringen in Halle) bringt in ihrem neuesten Hefte (Bd. 8, Heft 1, S. 105) in dem Referate über die Februarsitzung d. I. folgende interessante Notiz: Oberbergrath Dunkel) legte eine auf die Ein ­ führung der Blitzableiter bezügliche Korrespondenz des Magistrats von Rinteln mit der Stadt Frankfurt aus dem Jahre 1785 in Abschrift vor. Aus diesen Dokumenten ist genau ersichtlich, in welcher Weise die damalige Universitätsstadt Rinteln durch auf den Wällen ausgeführte „Gewitterstangen« gegen Blitz ­ schlag geschützt war. Diese Schutzmaßregeln scheinen unabhängig von der 2 Jahrzente früher gemachten Entdeckung Franklins getroffen worden zu sein. A. *) Hessischer Landsmann und, wenn wir nicht irren, Vetter des am 13. März 1885 in Marburg verstorbenen Geh. Bergrathes Prof. Dr. Wilhelm Dunker. Die „Hessischen Blätter« widmen dem am 31. Juli auf seiner Billa zu Rothenditmold verstorbenen kurfürstlich-hessischen Generalmajor Freiherrn Ludwig Schenk zu Schweinsberg einen warmen Nachruf, dem wir folgende Angaben entnehmen: Ludwig Schenk zu Schweinsberg war am 31. Oktober 1811 zu Vacha als Sohn des Oberstlieutenants Karl Ludwig Schenk zu Schweinsberg geboren. Gleich den meisten seiner Vorfahren trat er in die hessische Armee ein und empfing in seinem 18. Lebensjahre das Lieutenantspatent im Leibdragoner-Regiment, aus welchem er später zur Garde du Korps versetzt wurde. Im Jahre 1850 erhielt er als Major das Kommando dieses Elite-Korps, von 1853 bis 1859 befehligte er das zweite knrhessische Husaren-Regiment in Hof ­ geismar, wurde dann zum Generalmajor und Stadt ­ kommandanten von Kassel ernannt, welche letztere Stelle er bis zum Jahre 1866 bekleidete. Im Juni des letztgenannten Jahres führte Generalmajor von Schenk die hessische Armee-Division von Kassel nach Hanau und wurde dann von der Bundesversammlung bei der nach der Gefangennehmung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen eingesetzten kommissarischen Regierung des Kurstaates mit der Versetzung der Geschäfte des Kriegsministers betraut. Nach der Einverleibung Kurhessens in Preußen hielt er seine militärische Stellung für abgeschlossen und trat in den Privatstand. Dem Verblichenen werden treffliche militärische Eigenschaften nachgerühmt und seine politische wie religiöse Ueberzeugnngstreue wird auch von seinen Gegnern anerkannt. Joseph Maria Hugo von Ritzen f. Am 31. Juli d. I. verstarb zu Gießen Joseph Maria Hugo von Ritgen, ordentlicher Professor der Kunstgeschichte und Geheimer Baurath. Mit dem Entschlafenen ist einer der hervorragendsten Vertreter deutscher Wissenschaft, einer der ersten Meister romanischer Baukunst heimgegangen. Geboren am 3. März 1811 zu Stadtberge in Westfalen (auf damals großherzoglich-hessischem Ge ­ biete), kam Hugo von Ritgen 1814 nach Gießen, an dessen Universität sein Vater in diesem Jahre als Professor der Medizin berufen wurde. Nach Absolvierung des dortigen Gymnasiums widmete er sich zunächst an der Ludwigs-Universität sechs Semester dem Studium der Medizin und der Naturwissenschaften. Da jedoch seine Vorliebe für Kunst- und Bau ­ wissenschaft immer mehr überwog, wechselte er den Beruf und begann das Studium der bautechnischen Fächer unter Leitung des Oberbauraths Möller in Darmstadt; außerdem wurde er in der Kunst der Darstellung durch die Maler Schildbach und Lukas unterwiesen. Nach bestandener Staatsprüfung vollendete er seine Ausbildung in Paris unter Hittdorf und